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Analyse

USDA/Soja: Rekordernte, Rekordverbrauch, Rekordbestände

von , am
15.08.2014

Am Sojamarkt hat der neue August-Report des USDA für keine neuen Überraschungen gesorgt.

© landpixel
 
Am Sojamarkt hat der neue August-Report des USDA für keine neuen Überraschungen gesorgt. Im Vormonat (Juli) war es für die neue US-Ernte noch deutlich nach oben gegangen und für die globalen Sojapreise kräftig nach unten. Vor dem Hintergrund der erwarten Riesenernte in den USA sind die Sojapreise seit Anfang Juli um etwa 15 % gefallen, konnten sich zuletzt jedoch wegen der lebhaften Vorverkäufe (Exporte) der neuen US-Ernte wieder stabilisieren. Insgesamt hat sich im August an den Ernteprognosen und Versorgungsbilanzen im Vergleich zum Juli-Report des USDA kaum etwas geändert. Weiterhin erwartet das USDA für die USA, für Brasilien und für Argentinien neue Rekordernten und die globalen Endbestände wachsen im Wirtschaftsjahr 2014/15 auf den höchsten jemals erreichten Stand.
 
Globale Versorgung wird sehr komfortabel
Die August-Schätzung des USDA zur neuen globalen Sojaernte 2014/15 liegt unverändert auf dem neuen Rekordwert von 304,7 Mio. t (Juli: 304,8 Mio. t). Diese Produktion übertrifft die bisherige Rekordernte aus dem letzten Wirtschaftsjahr 2013/14 (283,95 Mio. t) um knapp 21 Mio. t oder 7,5 %. Weiter zunehmen soll 2014/15 jedoch auch der globale Verbrauch von Sojabohnen von rund 270 Mio. t im letzten Wirtschaftsjahr auf knapp 283 Mio. t in der neuen Saison und damit ebenfalls auf einen neuen Rekordwert. Gleichzeitig übertrifft die neue Ernte den Verbrauch um gut 21 Mio. t. Die Bestände wachsen deshalb von 67 Mio. t auf 86 Mio. t und damit ebenfalls auf einen Rekordstand. Die erwartete globale Handelsmenge übertrifft mit 111 Mio. t den bisherigen Rekordwert aus dem aktuellen Wirtschaftsjahr (109 Mio. t) um knapp 2 Mio. t. Insgesamt wäre die Versorgunglage am globalen Sojamarkt damit im kommenden Wirtschaftsjahr ausgesprochen komfortabel.
 
US-Ernte auf Rekordkurs, Bestände verdreifacht
Die neue Sojaernte für die USA erreicht auch nach der August-Prognose des USDA den neuen Rekordwert von 103,8 Mio. t. (Juli: 103,4), nach 89,5 Mio. t im letzten Jahr (2013) und 82,6 Mio. t im Dürrejahr 2012. Die Exporte der USA sollen im Wirtschaftsjahr 2014/15 auf 45,6 Mio. t (Juli: 45,6) steigen, nach Ausfuhren von 44,6 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2013/14 und 35,9 Mio. t vor zwei Jahren. Die US-Schrotexporte bleiben im neuen Wirtschaftsjahr 2014/15 mit 10,7 Mio. t etwas so groß wie 2013/14 mit 10,6 Mio. t. Die US-Bestände an Sojabohnen könnten sich von 3,8 Mio. t im zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2014/15 auf 11,7 Mio. t (Juli: 11,2) mehr als verdreifachen.
 
Brasilien mit neuem Produktions- und Exportrekord
Für Brasilien schätzt das USDA die nächste Sojaernte im August unverändert auf den Rekordwert von 91,0 Mio. t, nach 87,5 Mio. t in zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2013/14 und 82,0 Mio. t vor zwei Jahren. Die Aussaat der neuen Ernte 2014/15 erfolgt in Brasilien allerdings erst im kommenden Oktober/November. Dabei nimmt die Aussaatfläche nach der derzeitigen Einschätzung des USDA von 29,9 Mio. ha auf 30,5 Mio. ha zu. Das brasilianische Exportpotential sieht das USDA im nächsten Wirtschaftsjahr bei 45,0 Mio. t (Juli: 45,0) nach 46,3 Mio. im zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2014/15 und 41,9 Mio. t vor zwei Jahren. Damit würde Brasilien als Exporteur knapp hinter den USA liegen. Die Schrotexporte Brasiliens bleiben mit 13,8 Mio. t im neuen Wirtschaftsjahr relativ stabil. Die brasilianischen Endbestände wachsen jedoch kräftig weiter von 17,9 Mio. t auf den neuen Rekordwert von 23,5 Mio. t (Juli: 24,0) im neuen Wirtschaftsjahr.
 
Riesenbestände in Argentinien und mehr Schrotexporte
Für Argentinien erwartet das USDA trotz eines moderaten Anbaurückgangs (von 19,8 Mio. ha auf 19,6 Mio. ha) mit 54,0 Mio. t (Vj. 54,0 Mio. t) eine stabile Ernte. Das Exportpotential Argentiniens schätzt das USDA für die neue Saison 2014/15 unverändert auf 8,5 Mio. t nach 8,5 Mio. t im letzten Wirtschaftsjahr. Dabei wachsen die argentinischen Endbestände auf den neuen Rekordstand von 32,2 Mio. t (Juli: 32,1) nach 28,6 Mio. t im zurückliegenden Wirtschaftsjahr und 22,4 Mio. t vor zwei Jahren. Grund für die weltweit größten Bestände ist die Zurückhaltung der argentinischen Farmer bei der Vermarktung und dem Export wegen der staatlichen Handelsrestriktionen, der hohen Steuern und der Inflation. Die Schrotexporte Argentiniens (des mit Abstand größten Schrotexporteurs) wachsen nach Einschätzung des USDA um 2,5 Mio. t von 27,0 Mio. t in der letzten Saison auf 29,5 Mio. t neuen Wirtschaftsjahr.
 
Europäer mit Abstand größter Schrotimporteur
Der Import der Europäischen Union von Sojabohnen soll nach Einschätzung des USDA im neuen Wirtschaftsjahr 2014/15 mit 12,5 Mio. t (Vj. 12,65) relativ stabil bleiben. Nach China ist die EU damit der zweitgrößte Importeur von Sojabohnen. Der Import von Sojaschrot in die EU nimmt nach der Prognose des USDA jedoch von 18,7 Mio. im letzten Wirtschaftsjahr 2013/14 auf 19,8 Mio. t (Juli: 19,8) im neuen Wirtschaftsjahr um 1,2 Mio. t zu. Damit bleibt die EU deutlich vor Indonesien, Thailand, Vietnam und dem Iran, der mit Abstand größte Importeur von Sojaschrot, mit rund einem Drittel der globalen Handelsmenge.
 
China importiert noch mehr Sojabohnen
Die Sojabohnen-Importe des weltweit größten Importeurs China, erwartet das USDA im neuen Wirtschaftsjahr bei 73,0 Mio. t (Juli: 73,0) nach 69,0 Mio. t im zurückliegenden Wirtschaftsjahr und 59,9 Mio. t vor zwei Jahren. Damit fließt etwa zwei Drittel der weltweit gehandelten Sojabohnen nach China. Für Chinas eigene Sojaproduktion liegt die derzeitige Produktionsprognose bei 12,0 Mio. t nach 12,2 Mio. t im letzten Jahr und 13,0 Mio. t vor zwei Jahren. Die chinesischen Lagerbestände bleiben mit 13,1 Mio. t (Vj: 13,3 Mio. t) relativ stabil.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Marktkompass
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