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Analyse

USDA/Soja: USDA erwartet bei Soja ein Jahr der Rekorde

von , am
13.06.2014

Am Sojamarkt hat der Juni-Report des USDA am Mittwoch ebenfalls für fallende Preise gesorgt.

© landpixel
Am Sojamarkt hat der Juni-Report des USDA zunächst ebenfalls für fallende Preise gesorgt. Allerdings hat sich an den Ernteprognosen und Versorgungsbilanzen im Vergleich zum Mai-Report des USDA kaum etwas geändert. Weiterhin erwartet das USDA für Brasilien, die USA und Argentinien neue Rekordernten und die globalen Endbestände wachsen im nächsten Wirtschaftsjahr auf den höchsten jemals erreichten Stand. Jedoch bleibt die aktuelle Versorgung in den USA bis zur neuen Ernte im Herbst sehr knapp und die US-Bestände für die noch laufende Saison wurden nochmals nach unten korrigiert. Diese Entwicklung dürfte den Preisrückgang für die vorderen Termine (alte Ernte) zumindest beschränken.
 
Globale Versorgung wird sehr komfortabel
Die Juni-Schätzung des USDA zur neuen globalen Sojaernte 2014/15 erreicht den neuen Rekordwert von 299,99 Mio. t (Mai: 299,82). Diese Produktion übertrifft die Rekordernte aus dem noch laufenden Wirtschaftsjahr (283,78 Mio. t) um 16 Mio. t oder knapp 6 %. Kräftig zunehmen soll indessen auch der globale Verbrauch von Sojabohnen von 270 Mio. t im aktuellen Wirtschaftsjahr auf knapp 281 Mio. t in der nächsten Saison und damit ebenfalls auf einen neuen Rekordwert. Gleichzeitig übertrifft die neue Ernte den Verbrauch um fast 20 Mio. t. Die Bestände wachsen deshalb von 67 Mio. t auf 82 Mio. t und damit ebenfalls auf einen Rekordstand. Die erwartete globale Handelsmenge übertrifft mit 112 Mio. t den bisherigen Rekordwert aus dem aktuellen Wirtschaftsjahr (110,6 Mio. t) um knapp 2 Mio. t. Insgesamt wäre die Versorgunglage am globalen Sojamarkt damit im kommenden Wirtschaftsjahr sehr gut.
 
US-Ernte wird riesig, Bestände fast verdreifacht
Die neue Sojaernte für die USA erreicht nach der Prognose des USDA den neuen Rekordwert von 98,9 Mio. t. (Mai: 98,9) nach 89,5 Mio. t im letzten Jahr (2013) und 82,5 Mio. t im Dürrejahr 2012. Die Exporte der USA sollen im Wirtschaftsjahr 2014/15 auf 44,2 Mio. t (Mai: 44,2) steigen, nach Ausfuhren von 43,5 Mio. t im aktuellen Wirtschaftsjahr und 35,9 Mio. t vor zwei Jahren. Die US-Schrotexporte gehen im nächsten Wirtschaftsjahr leicht von 10,4 Mio. t auf 10,1 Mio. t zurück. Die US-Sojabestände könnten sich von 3,3 Mio. t (Mai: 3,5) im aktuellen Wirtschaftsjahr auf 8,8 Mio. t (Mai: 9,0) fast verdreifachen.
 
Brasilien mit neuem Produktions- und Exportrekord
Für Brasilien schätzt das USDA die nächste Sojaernte unverändert auf den Rekordwert von 91,0 Mio. t nach 87,5 Mio. t in diesem Wirtschaftsjahr 2013/14 und 82,0 Mio. t vor zwei Jahren. Die Aussaat der neuen Ernte 2013/14 erfolgt in Brasilien allerdings erst im Oktober/November. Dabei nimmt die Aussaatfläche nach Einschätzung des USDA von 29,9 Mio. ha auf 30,5 Mio. ha zu. Das brasilianische Exportpotential sieht das USDA im nächsten Wirtschaftsjahr bei 45,0 Mio. t (Mai: 45,0) nach 45,5 Mio. t (Mai: 44,5) im laufenden Wirtschaftsjahr und 41,9 Mio. t vor zwei Jahren. Damit würde Brasilien als Exporteur knapp vor den USA liegen. Die Schrotexporte Brasiliens bleiben mit 14,0 Mio. t im nächsten Wirtschaftsjahr relativ stabil. Die brasilianischen Endbestände wachsen jedoch kräftig weiter von 17,9 Mio. t (Mai: 18,5) auf 24,3 Mio. t (Mai: 24,6) im nächsten Wirtschaftsjahr.
 
Riesenbestände in Argentinien und mehr Schrotexporte
Für Argentinien erwartet das USDA trotz eines moderaten Anbaurückgangs (von 20,0 Mio. ha auf 19,6 Mio. ha) mit 54,0 Mio. t (Vj. 54,0 Mio. t) eine stabile Ernte. Das Exportpotential Argentiniens schätzt das USDA für die nächste Saison 2014/15 unverändert auf 9,0 Mio. t nach 8,5 Mio. t im laufenden Wirtschaftsjahr . Dabei wachsen die argentinischen Endbestände auf den neuen Rekordstand von 31,6 Mio. t (Mai: 31,0) nach 28,5 Mio. t (Mai: 28,0) im aktuellen Wirtschaftsjahr und 22,4 Mio. t vor zwei Jahren. Grund für die weltweit größten Bestände ist die massive Zurückhaltung der argentinischen Farmer bei der Vermarktung und dem Export wegen der staatlichen Handelsrestriktionen, den hohen Steuern und der Inflation. Die Schrotexporte Argentiniens (des mit Abstand größten Schrotexporteurs) wachsen nach Einschätzung des USDA um 2 Mio. t von 27,8 Mio. t in dieser Saison auf 29,8 Mio. t nächsten Wirtschaftsjahr.
 
Europäer mit Abstand größter Schrotimporteur
Der Import der EU von Sojabohnen soll nach Einschätzung des USDA im nächsten Wirtschaftsjahr 2014/15 mit 12,5 Mio. t relativ stabil bleiben. Nach China ist die EU damit der zweitgrößte Importeur. Der Import von Sojaschrot in die EU nimmt nach der Prognose des USDA jedoch von 18,7 Mio. t (Mai: 18,9) in diesem Wirtschaftsjahr auf 19,8 Mio. t (Mai: 19,8) im nächsten Wirtschaftsjahr um 1,1 Mio. t zu. Damit bleibt die EU deutlich vor Indonesien, Thailand, Vietnam und dem Iran, der mit Abstand größte Importeur von Sojaschrot, mit rund einem Drittel der globalen Handelsmenge.
 
China importiert noch mehr Sojabohnen
Die Sojaimporte des weltweit größten Importeurs China, erwartet das USDA im kommenden Wirtschaftsjahr bei 72,0 Mio. t (Mai: 72,0) nach 69,0 Mio. t (Mai: 68,3) im aktuellen Wirtschaftsjahr und 59,9 Mio. t vor zwei Jahren. Damit fließt etwa zwei Drittel des Welthandels mit Sojabohnen nach China. Für Chinas eigene Sojaproduktion liegt die derzeitige Produktionsprognose bei 12,0 Mio. t nach 12,2 Mio. t im letzten Jahr und 13,0 Mio. t vor zwei Jahren. Die chinesischen Endbestände bleiben mit 13,5 Mio. t (Vj: 13,7 Mio. t) relativ stabil.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Marktkompass
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