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Analyse

USDA/Vorab: Große Sojaernte in Südamerika bestätigt

von , am
07.04.2014

Im Mittelpunkt des Interesses steht noch einmal die nahezu abgeschlossene Soja- und Maisernte in Südamerika.

© Mühlhausen/landpixel
 
Am Mittwoch (09.04) wird ein neuer USDA-Report (April) die Märkte beschäftigen. Im Mittelpunkt des Interesses steht noch einmal die nahezu abgeschlossene Soja- und Maisernte in Südamerika. Die südamerikanische Ernte hat großen Einfluss auf die globale Versorgungslage und die Preise. Wie immer haben die wichtigsten US-Analystenhäuser im Vorfeld des aktuellen USDA-Reports ihre Einschätzung für die erwarteten Ergebnisse abgegeben. Folgt das USDA dieser Einschätzung, müsste die Sojaernte Brasiliens etwas nach unten korrigiert werden, bleibt aber ein neuer Rekord. An der sehr guten argentinischen Ernte gibt es fast keine Veränderungen mehr.
 
Brasilien: Trotz Korrektur eine Rekordernte
In einer Konsensschätzung zu Ernte in Brasilien erwarteten die wichtigsten US-Analysten im Vorfeld des USDA-Reports eine Korrektur der brasilianischen Sojaernte nach unten. Im Mittel liegen die Schätzungen für die neue Ernte bei 87,4 Mio. t und damit rund 1,1 Mio. t niedriger als das USDA im März (88,5 Mio. t) erwartet hatte. Die Spanne der Analystenschätzung bewegt sich 86,5 Mio. t bis 88,5 Mio. t. Alle beteiligten Analysten unterstellen (trotz der Korrektur) einen neuen Produktionsrekord. Bis zum 04. April war die Ernte zu etwa 80 Prozent abgeschlossenen. Der bisherige Produktionsrekord der Brasilianer aus dem vorigen Wirtschaftsjahr lag bei 82,0 Mio. t.
 
Brasilien bleibt Exportweltmeister
Das USDA hatte das Exportpotential der Brasilianer im Märzreport auf 45,0 Mio. t veranschlagt und damit 3 Mio. t größer als im letzten Wirtschaftsjahr und reichlich 3 Mio. t größer als die aktuelle Ausfuhrerwartung für die USA (41,6 Mio. t). Die braslianischen Exporte von Sojaschrot werden bei 14,0 Mio. t erwartete. Mit der derzeit erwarteten Erntemenge könnten die Brasilianer allerdings die USA (89,5 Mio. t) nicht als größten globalen Sojaproduzenten überholen. Die brasilianischen Sojabestände hat das USDA für das Ende des Wirtschaftsjahres auf 19,2 Mio. t geschätzt. Im Vergleich zum Vorjahr wäre dies ein Bestandszuwachs von 4,3 Mio. t und gleichzeitig ein neuer Bestandsrekord.
 
Argentinien verfehlt Ernte-Rekord nur knapp
Die neue Sojaernte in Argentinien wird von den Analysten in ihrer Konsensschätzung 54,1 Mio. t geschätzt. Das USDA hatte in seinem Märzreport 54,0 Mio. t erwartet und damit fast die gleiche Produktion. Die Spanne der Analystenschätzungen bewegte sich ebenfalls relativ eng von 53,0 Mio. t bis 55,0 Mio. t. Im letzten Jahr ernteten die argentinischen Farmer 49,3 Mio. t Soja und damit knapp 5 Mio. t weniger als die Analysten jetzt erwarten. Die bislang größte argentinische Ernte wurde im Jahr 2009/10 mit  54,5 Mio. t eingebracht.
 
Riesige Lagerbestände in Argentinien
Das argentinische Exportpotential für das aktuelle Wirtschaftsjahr hatte das USDA im März bei Sojabohnen auf 8,0 Mio. t und bei Sojaschrot auf 27,3 Mio. t geschätzt. Im letzten Jahr wurden 7,7 Mio. t Sojabohnen und 23,7 Mio. t Schrot exportiert. Die Endbestände bei Sojabohnen für das aktuelle Wirtschaftsjahr wurden vom USDA im März auf gewaltige 29,8 Mio. t geschätzt. Das ist ein neuer Rekordwert. Bereits im letzten Jahr (2012/13) waren die Bestände auf 24,4 Mio. t angewachsen, nachdem sie im Jahr davor bei 16,4 Mio. t lagen. Das ist ein Zuwachs der Endbestände von gut 13 Mio. t in zwei Jahren. Grund für das das rasante Bestandswachstum ist, dass viele argentinische Farmer ihre Sojabohnen wegen der hohen Inflation und der hohen Exportsteuern nicht vermarket sondern eingelagert haben.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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