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Analyse

USDA/Vorab: Riesige Sojaernte aus Südamerika kommt

von , am
10.02.2014

Einen Schwerpunkt des USDA_Reports bilden die Daten zur neuen Soja- und Maisernte in Südamerika.

© Mühlhausen/landpixel
 
Am heutigen Montag (10.02) wird der USDA-Report den Märkten für Getreide und Ölsaaten neue Daten liefern. Einen Schwerpunkt bilden diesmal die Daten zur bereits angelaufenen Soja- und Maisernte in Südamerika. Die aktualisierten Schätzungen haben erheblichen Einfluss auf die weitere Preisentwicklung bei Futtergetreide und bei Ölsaaten. Einfluss auf die Weizenpreise haben zudem die neuen die Schätzungen des USDA zur  Weizenerntesowie  zum Exportpotential Australiens (sowie Argentiniens). Hinzu kommen die Erwartungen an die weitere Entwicklung der Lagerbestände in den USA und weltweit. Üblicherweise haben die wichtigsten US-Analystenhäuser im Vorfeld eine eigene Einschätzung für die im USDA-Report erwarteten Veränderungen abgegeben.
 
Brasiliens Sojaernte bricht alle Rekorde
In einer Konsensschätzung zu bereits angelaufenen Ernte in Brasilien erwarteten die wichtigsten US-Analysten im Vorfeld des USDA-Reports eine weitere Korrektur der brasilianischen Sojaernte nach oben. Im Mittel liegt die Schätzung für die neue Ernte bei 89,7 Mio. t und damit rund 0,7 Mio. t höher als das USDA im Januar (89,0 Mio. t) erwartet hatte. Grundlage für die Riesenernte ist eine Rekordanbaufläche von 29,5 Mio. ha nach 27,7 Mio. ha im letzten Jahr. Die Spanne der Analystenschätzung bewegt sich von 88,3 Mio. t bis 91,0 Mio. t. Alle beteiligten Analysten unterstellen also einen neuen Produktionsrekord. Der bisherige Produktionsrekord der Brasilianer aus dem vorigen Wirtschaftsjahr lag bei 82,0 Mio. t. Das nicht an der Konsensschätzung teilnehmende renommierte Analystenhaus Informa Econmics sieht die brasilianische Sojaernte ebenfalls bei 89,7 Mio. t und damit auch 1,0 Mio. t höher als im Januar. Zum Monatswechsel waren bereits 6 % der Sojabohnen abgeerntet. (im größten Anbaustaat Mato Grosso 9 %) und damit ebenso viel wie im letzten Jahr. Das USDA hatte das Exportpotential der Brasilianer im Januar auf 44,0 Mio. t veranschlagt und damit nochmals 2 Mio. t größer als im letzten Wirtschaftsjahr und gut 3 Mio. t größer als die Ausfuhrerwartung für die USA. Sollte die Produktion zudem die Größenordnung von 89,5 Mio. t (US-Ernte)übersteigen, wären die Brasilianer wieder der größte Produzent vor den USA. Die aktuelle Hitzewelle in Südbrasilien hat sich noch nicht nachteilig auf die Produktionserwartung ausgewirkt und könnte außerdem für größere Schäden auch zu spät kommen.
 
Argentinien: Große Ernte und reichlich Bestände
Die neue Sojaernte in Argentinien wird von den Analysten auf 54 Mio. t geschätzt. Das USDA hatte in seinem Januarreport noch mit 54,5 Mio. t erwartet und damit 0,5 Mio. t mehr. Die Spanne der Analystenschätzungen bewegt sich von 52,7 Mio. t bis 55,0 Mio. t. Die nicht an der Konsensschätzung beteiligten Analysten von Informa Econmics gehen sogar von einer Produktion von 57 Mio. t aus und liegen damit deutlich über den übrigen Prognosen. Im letzten Jahr ernteten die argentinischen Farmer 49,3 Mio. t Soja und damit fast 5 Mio. t weniger als die Analysten jetzt erwarten. Die bislang größte Ernte wurde im Jahr 2009/10 mit ebenfalls 54,5 Mio. t eingebracht. Im aktuellen Jahr ist die Anbaufläche mit 20,0 Mio. h allerdings 1,4 Mio. ha größer als damals und noch 0,6 Mio. ha größer als im letzten Jahr. Das argentinische Exportpotential sieht das USDA bei 9,7 Mio. t Sojabohnen und 28,9 Mio. t Sojaschrot. Im letzten Jahr wurden 7,7 Mio. t Soja und 23,8 Mio. t Schrot exportiert. Analysten gehen davon aus, dass noch viele Mio. t nicht vermarktetes Soja aus der letzten Ernte in den Lägern der Erzeuger liegen und ebenfalls noch vermarket werden müssen. Die Bestände wurden vom USDA im Januar auf 29,2 Mio. t geschätzt nach 24,4 Mio. t im letzten Jahr und 18,1 Mio. t vor zwei Jahren. Ein Zuwachs von fast 10 Mio. t in zwei Jahren.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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