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Analyse

Europäische Roggenernte 2015 wird kleiner

von , am
19.03.2015

Auf der Grundlage der vorliegenden Länderdaten, rechnet die Kommission für 2015 mit einem Produktionsrückgang.

© Mühlhausen/landpixel
Die Anbaufläche von Roggen für die Ernte 2015 wurde in der Europäischen Union ausgeweitet. Davon geht die EU-Kommission Mitte März in einer ersten Prognose zur Anbaufläche, den Erträgen sowie zur erwarteten europäischen Roggenernte aus. Auf der Grundlage der vorliegenden Länderdaten, rechnet die Kommission für 2015 dennoch mit einem relativ deutlichen Produktionsrückgang. Grund sind die niedriger erwarteten Roggenerträge als in den letzten beiden sehr ertragsstarken Jahren 2014 und 2013. Nach den derzeitigen Schätzungen wird die Ernte aus dem Vorjahr (2014) um knapp 4,0 % verfehlt. Das fünfjährige Mittel der europäischen Roggenernten wird jedoch knapp übertroffen. Insgesamt wäre die Bilanz von Produktion und Verbrauch am europäischen Roggenmarkt im nächsten Jahr damit ziemlich ausgeglichen.
 
Roggenernte wird (etwas) kleiner als 2014
Die europäische Roggenernte 2015 schätzt die Kommission in ihrer März-Prognose auf 8,57 Mio. t. Im Vergleich europäischen Ernte aus dem Jahr 2014 von 8,91 Mio. t wäre die neue Ernte damit 0,34 Mio. t oder 3,8 % kleiner. Gegenüber der Riesen-Ernte von 2013 (10,3 Mio. t) wäre die neue Roggenernte 2015 immerhin 1,73 Mio. t kleiner. Die Erntemengen aus dem Jahre 2012 (8,4 Mio.t) und vor allem aus dem Jahr 2011 (6,86 Mio. t) würden jedoch deutlich übertroffen. Die Anbaufläche veranschlagt die Kommission derzeit auf 2,229 Mio. ha. Das wären immerhin 124.000 ha mehr als im letzten Jahr mit 2,105 Mio. ha. (Aus Deutschland wurde im März allerdings eine moderate Anbaueinschränkung um 0,630 Mio. ha auf 0,618 ha gemeldet). Der Ertrag könnte nach der aktuellen Einschätzung der Kommission 2015 bei 3,84 t/ha liegen und damit deutlich niedriger als 2014 mit 4,23 t/ha und auch niedriger als 2013 mit 3,95 t/ha. Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) erwartet Mitte März für Deutschland einen Roggenertrag von 5,84 t/ha nach 6,12 t/ha im Jahr 2014 und für 2015 eine Produktion von 3,62 Mio. t nach 3,85 Mio. t im Jahr 2014 (-6,2 %).
 
Deutschland und Polen dominieren den Markt
Die mit Abstand wichtigsten Roggen-Produzenten der EU sind Deutschland und Polen mit Anteilen von reichlich 43 Prozent bzw. knapp 32 Prozent an der europäischen Gesamtproduktion von Roggen (2014). (Allerdings ist Polens Roggenfläche rund 40 % größer als die deutschen Anbaufläche, die polnischen Erträge sind jedoch nur halb so hoch). Danach folgen  als Produzenten mit sehr deutlichem Abstand Dänemark und Österreich mit Produktionsanteilen von 7 Prozent und 3 Prozent. Kleine Menge werden derzeit zudem in Spanien, im Vereinigten Königreich, in Tschechien, und Frankreich produziert. Im Jahr 2014 lag die Roggen-Produktion in Deutschland bei 3,85 Mio. t und in Polen bei 2,83 Mio. t. Die Erntemenge in Dänemark erreichte 2014 etwa 0,65 Mio. t und in Österreich ernteten die Landwirte 2014 rund 0,24 Mio.t Roggen.
 
Produktion und Verbrauch sind ausgeglichen
Nach der  Einschätzung der EU-Kommission wird der europäische Verbrauch von Roggen im neuen Wirtschaftsjahr 2015/16 relativ stabil bei etwa 8,6 Mio. t (Vj. 8,7 Mio. t) erwartet. Vom Gesamtverbrauch werden etwa 3,0 Mio. t (Vj. 3,0 Mio. t) für die menschliche Ernährung benötigt. Der Bedarf an Futterroggen wird 2015 auf 3,4 Mio. t (Vj: 3,5 Mio. t) veranschlagt. Die Industrie verbraucht 1,5 Mio. t (Vj. 1,5) Roggen davon werden 0,8 Mio. t für die Herstellung von Bioethanol eingesetzt. Die Endbestände erwarte die Kommission 2015 bei 1,0 Mio.t und damit rund 0,2 Mio. t kleiner als im Jahr 2014. Insgesamt wären Produktion (8,6 Mio. t) und Verbrauch (8,6 Mio. t) am europäischen Roggenmarkt 2015 gut ausgeglichen.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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