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Analyse

Europäische Roggenernte ist kleiner als erwartet

von , am
07.11.2014

Die Kommission hat die Daten zur europäischen Roggenernte zum Monatswechsel überraschend deutlich nach unten korrigiert.

© Andre B./fotolia.de
 
Die Kommission hat die Daten zur europäischen Roggenernte zum Monatswechsel überraschend deutlich nach unten korrigiert. Grund ist eine kleinere Erntefläche. Damit liegt die Erntemenge jetzt 15 Prozent unter der Riesenernte aus dem Vorjahr. Nach Einschätzung der Kommission nimmt der Verbrauch (Futter) von Roggen im aktuellen Wirtschaftsjahr ebenfalls deutlich ab. Dennoch sind Bedarf und Produktion relativ ausgeglichen. Deshalb nehmen die vorhandenen Roggenbestände nur wenig ab. Die Roggenpreise haben im Oktober kräftig zugelegt. Anfang November gaben die Preise wieder leicht nach.
 
Erntefläche 20 Prozent kleiner als 2013
Die europäische Roggenernte 2014 veranschlagte die Kommission Ende Oktober auf 8,47 Mio. t und damit 0,69 Mio. t oder knapp 8 Prozent kleiner als vor vier Wochen mit 9,16 Mio. t. Im Vergleich zur Rekordernte aus dem Jahr 2013 von 10,1 Mio. t wäre dies ein Produktionsrückgang von 1,63 Mio. t oder 16 %. Die Anbaufläche veranschlagt die Kommission in diesem Jahr auf nur noch 2,10 Mio. ha (Sept: 2,38 Mio. ha), nach 2,61 Mio. ha im letzten Jahr. Das bedeutet einen sehr kräftigen Anbaurückgang von 0,51 Mio. ha oder fast 20 %. Die durchschnittlichen Roggenerträge veranschlagt die Kommission auf 4,0 t/ha (Sept: 3,8 t/ha) und höher als im letzten Jahr mit 3,9 t/ha..
 
Kommission jetzt deutlich unter den Analysten
Ende Oktober schätzten die Analysten von ADM/Töpfer die europäische Produktion auf 9,29 Mio. t (Sept: 9,28 Mio. t) und liegen mit dieser Prognose jetzt deutlich über der Kommissionschätzung. Ebenfalls höher als die Kommission setzten die Analysten von Strategie Grains mit 9,0 Mio. t (Sept: 9,4 Mio. t) die europäische Ernte an und das USDA ging im Oktober von 9,23 Mio. t (Sept: 9,07) aus. Die Erntedaten der Analysten für Deutschland liegen zwischen 3,76 Mio. t und 3,87 Mio. t (Vj: 4,68 Mio. t) und für Polen zwischen 3,33 Mio. t und 3,35 Mio. t (Vj. 3,4). Das Statistische Bundesamt ging zuletzt von einer deutschen Roggenernte von etwa 3,91 Mio. t aus, bei Erträgen von 6,36 t/ha und liegt damit am oberen Ende der Prognosen. Die deutsche Vorjahresernte wird wegen der um 19 % reduzierten Anbaufläche um 7 % oder 0,83 Mio. t verfehlt.
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Verbrauch etwa so groß wie Produktion
Beim Roggenverbrauch erwartet die Kommission im Wirtschaftsjahr 2014/15 einen deutlichen Rückgang. Mit jetzt geschätzten 8,56 Mio. t (Vj. 9,41 Mio. t) wäre die erwartete Verbrauchsmenge jedoch in etwa so große wie die Produktion von 8,47 Mio. t. Im Vergleich zum vorigen Wirtschaftsjahr 2013/14 wäre die Verbrauchsmenge jedoch 0,85 Mio. t kleiner. Die Bestände gehen wegen der ausgeglichen Produktions- und Verbrauchs-Verhältnisse nur geringfügig zurück. Von dem am Ende des vorigen Wirtschaftsjahres noch vorhandenen Roggenbestand von knapp 1,1 Mio. t, bleiben nach Meinung der Kommission bis Ende 2014/15 noch 0,95 Mio. t übrig.
 
Futterverbrauch geht deutlich zurück
Der Einsatz von Roggen in der Tierfütterung wird mit 3,5 Mio. t (Sept: 4,1 Mio. t) 0,8 Mio. t niedriger erwartet als im vorigen Wirtschaftsjahr mit 4,3 Mio. t. Die Verwendung von Roggen zur Herstellung von Bioethanol bleibt mit rund 0,8 Mio. t nach Meinung der Kommission unverändert. Unverändert bei 3,0 Mio. t erwartet die Kommission in ihrer Bilanz außerdem auch den Verbrauch von Brotroggen. Der Export von Roggen in Drittländer (vor allem aus Deutschland) geht von 0,17 Mio. t auf 0,12 Mio. t zurück.
 
Roggenpreise sind gestiegen
Die Roggenpreise sind im Oktober am Großmarkt in Hamburg von etwa 147 Euro auf rund 158 Euro gestiegen. Anfang November gaben die Preise für Brotroggen dann jedoch etwas nach. Für Brotroggen wurde am 06. November am Hamburger Großmarkt 156 Euro/t geboten und damit 9 Euro mehr als vor vier Wochen (147). Damit sind Preise etwas niedriger wie im November 2013 mit rund 161 Euro/t. Im Vergleich zum Brotweizen (181 Euro) ist der Brotroggen am Exporthafen Hamburg etwa 25 Euro billiger. Aus Ostdeutschland meldete man Anfang November Roggenpreise (ab Station) von 138 Euro/t und damit etwa 4 Euro höhere Preise als vor vier Wochen. Am Großmarkt in Mannheim kostete Brotroggen Anfang November zwischen 158 Euro und 161 Euro und damit 8 Euro bis 10 Euro mehr als vor vier Wochen.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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