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Analyse

Kommission: Kleinere Roggenernte, hoher Verbrauch

von , am
06.05.2014

Die europäische Roggenernte 2014 dürfte fast ein Fünftel kleiner werden als im letzten Jahr. Der Verbrauch von Roggen bleibt jedoch fast auf dem hohen Niveau des Vorjahres.

© landpixel
 
Die europäische Roggenernte 2014 dürfte fast ein Fünftel kleiner werden als im letzten Jahr. Der Verbrauch von Roggen bleibt jedoch fast auf dem hohen Niveau des Vorjahres und übersteigt damit gleichzeitig die erwartete Produktion relativ deutlich. In der Folge werden die noch vorhandenen Roggenbestände kräftig abgebaut. Zu diesen Ergebnissen kommt die EU-Kommission Ende April in ihrer aktualisierten Prognose zur Entwicklung am europäischen Roggenmarkt im neuen Wirtschaftsjahr 2014/15.
 
Produktion schrumpft um 17 %
Die europäische Roggenernte 2014 schätzte die Kommission Ende April wie schon vor vier Wochen auf 8,3 Mio. t. Im Vergleich zur Rekordernte 2013 von 10,0 Mio. t wäre dies ein Produktionsrückgang von 1,7 Mio. t oder 17 %. Die Anbaufläche veranschlagt die Kommission in diesem Jahr auf 2,4 Mio. ha, nach 2,6 Mio. ha im letzten Jahr. Das bedeutet einen Anbaurückgang von 0,2 Mio. ha oder knapp 6 %. Gleichzeitig bleibt die aktuelle Ernteprognose der Kommission zur neuen Roggenernte 2014 rund 0,5 Mio. t niedriger als die April-Prognose von Strategie Grains mit 8,7 Mio. t. Dagegen schätzten die Analysten von Töpfer International die europäische Produktion im April nur auf 8,1 Mio. t und liegen mit dieser Prognose noch unter der Kommissionschätzung.
 
Verbrauch übersteigt Produktion
Beim Roggenverbrauch erwartet die Kommission im nächsten Wirtschaftsjahr 2014/15 jedoch nur einen moderaten Rückgang. Mit geschätzten 9,1 Mio. t (Vj. 9,3 Mio. t) wäre die erwartete Verbrauchsmenge rund 0,8 Mio. t größer als die erwartete Produktion. Im Vergleich zum noch laufenden Wirtschaftsjahr 2013/14 wäre die Verbrauchsmenge lediglich 0,2 Mio. t kleiner, was zu einem deutlichen Abbau der Bestände führt. Von dem am Ende des aktuellen Wirtschaftsjahres noch vorhandenen Roggenbestand von etwa 1,0 Mio. t, bleibt nach Meinung der Kommission bis Ende 2014/15 (0,1 Mio. t) fast nichts mehr übrig.
 
Futterbedarf fast unverändert
Der Einsatz von Roggen in der Tierfütterung wird mit 4,1 Mio. t etwas niedriger als 2013/14 (4,3 Mio. t) erwartet als im aktuellen Wirtschaftsjahr. Die Verwendung von Roggen zur Herstellung von Bioethanol bleibt mit rund 0,8 Mio. t nach Meinung der Kommission unverändert. Unverändert bei 3,0 Mio. t erwartet die Kommission Ende April außerdem auch den Verbrauch von Brotroggen. Ebenfalls unverändert schätzt man die übrige industrielle Verwertung mit 1,5 Mio. t ein. Auch der Export von Roggen in Drittländer (vor allem aus Deutschland) bleibt mit 0,1 Mio. t stabil. Im laufenden Wirtschaftsjahr hat Deutschland bis Anfang März ebenfalls rund 111.660 t Roggen in Drittländer verkauft.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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