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Analyse

Roggen: Gute Qualitäten, Preise niedriger als 2014

von , am
18.09.2015

Die durchschnittliche Qualität der deutschen Roggenernte (Brotroggen) ist 2015 besser als im vorigen Jahr und auch besser als im langjährigen Mittel.

© Andre B./fotolia.de
 
Die durchschnittliche Qualität der deutschen Roggenernte (Brotroggen) ist 2015 besser als im vorigen Jahr und auch besser als im langjährigen Mittel. Das meldete jetzt das Max Rubener Institut für Sicherheit und Qualität bei Getreide (MRI) im Rahmen einer ersten vorläufigen Veröffentlichung der Untersuchungsergebnisse zur Qualität von Brotroggen.
 
Die vorliegende Erhebung des MRI basiert ausschließlich auf den aus der Inlandsernte verfügbaren Brotroggen. Dabei lassen die vorläufigen Mühlenmuster (wie bei Weizen) noch keine flächendeckende Qualitätsaussage zur deutschen Brotroggenernte zu. Die für die Verwertung als Brotroggen nötigen Qualitätsanforderungen dürften jedoch deutlich übertroffen werden. Die Preise für Brotroggen sind derzeit derzeit niedriger als nach der Ernte 2015.
 
AE-Werte deutlich höher als 2014
Das Amylogramm beschreibt das Backverhalten von Roggen. Hier werden die wichtigsten Verkleisterungseigenschaften der Quellstoffe und der Stärke ermittelt. Brotroggen sollte in Amylogrammeinheiten mindestens 200 AE und 63 Grad Celsius im Verkleisterungsmaximum ausweisen.
 
Der vom MRI gemessene Amylogrammwert erreicht für die aktuelle Ernte 918 AE und eine Temperatur von 68,8 Grad Celsius. Im Vergleich zu den Werten aus der Ernte 2014 übertrifft der AE-Wert das Ergebnis des Vorjahres von 781 AE und 67,3 Grad Celsius sehr deutlich. Der Mittelwert der letzten 5 Jahre von 818 AE und 69,1 Grad Celsius wird ebenfalls übertroffen.
Roggenqualität - Konventioneller Anbau   
Zwischenstand 31.08.2015    
 KornfallzahlAmylogrammKornmineral-Mehlaus-
  Max.Temp.stoffgehaltbeute (550)
EinheitSekundenAECelsius% TS%
Proben1718181715
201523991868,81,780,9
201420478167,31,681,5
5-Jähr. Mittel22681869,11,781,6
Quelle: MIR     
 
Deutlich höhere Fallzahlen
Die durchschnittliche Kornfallzahl (nach Hagenberg) ist ein wichtiger Parameter für die Ermittlung der Backqualität des Roggens und wird vom MIR für die Ernte 2015 mit 239 Sekunden angegebenen. Vom Erfassungshandel gefordert werden für Brotroggen Fallzahlen von mindestens 120 Sekunden mitunter auch von 150 bis 180 Sekunden. Das Ergebnis des letzten Jahres von 204 Sekunden wird 2015 deutlich übertroffen und auch das fünfjährige Mittel von 226 Sekunden lassen die aktuellen Werte hinter sich.
 
Die Mehlausbeute wird für die neue Ernte mit 77,8 % Prozent angegeben und ist niedriger als das Ergebnis des Vorjahres von 79,9 %. Der fünfjährige Mittelwert von 79,0 % wird bei der Mehlausbeute ebenfalls verfehlt.
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Roggenpreise niedriger als 2014
Die Preise für Brotroggen sind am deutschen Markt von Anfang August bis Anfang September kräftig gefallen, haben sich seit dem aber stabilisiert. Mitte September wurde Brotroggen am Exporthafen Hamburg mit etwa 146 Euro notiert. Das waren 15 Euro weniger als Anfang August. Im letzten Jahr (2014) kostete Brotroggen zum aktuellen Termin etwa 151 Euro/t und damit 5 Euro mehr als in diesem Jahr.
 
In Ostdeutschland (ab Station) lagen die Roggenpreise zuletzt zwischen 130 und 135 Euro/t und waren damit 5 bis 8 Euro niedriger als vor einem Jahr. Aus Niedersachsen meldete man diese Woche Brotroggenpreise von 148 bis 152 Euro. Fob Mittelankanal wurden Preise von 140 Euro je Tonne notiert. In Südwestdeutschland (Mannheim) notierte man im Großhandel diese Woche Brotroggenpreise zwischen 160 Euro und 162 Euro/t.
 
Dr. Olaf Zinke
 

 
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