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Analyse

Roggen: Qualität schlechter als 2013, aber ausreichend

von , am
30.09.2014

Die durchschnittliche Qualität der deutschen Roggenernte (Brotroggen) ist schlechter als im letzten Jahr und auch als im langjährigen Mittel.

© Andre B./fotolia.de
Die durchschnittliche Qualität der deutschen Roggenernte (Brotroggen) ist schlechter als im letzten Jahr und auch als im langjährigen Mittel. Das zeigen die aktuellen Daten des Max Rubener Instituts für Sicherheit und Qualität bei Getreide (MRI). Dabei hat sich die Qualität der Brotroggenernte im Vergleich zu den ersten Ergebnissen von Anfang September jedoch verbessert, bleibt jedoch unter den Vorjahresergebnissen und auch unter dem langjährigen Mittelwert. Die für die Verwertung als Brotroggen nötigen Qualitätsanforderungen werden dennoch erreicht. Die Roggenpreise befinden sich derzeit etwa auf dem Niveau des letzten Jahres.
 
AE-Werte niedriger als 2013
Das Amylogramm beschreibt maßgeblich das Backverhalten von Roggen. Hier werden die wichtigsten Verkleisterungseigenschaften der Quellstoffe und der Stärke ermittelt. Brotroggen sollte in Amylogrammeinheiten mindestens 200 AE und 63 Grad Celsius im Verkleisterungsmaximum ausweisen. Der vom MRI gemessene Amylogrammwert erreicht für die aktuelle Ernte 797 AE und eine Temperatur von 67,2 Grad Celsius. Im Vergleich zu den ersten Ergebnissen von Anfang September (mit 775 AE und 67,3 Grad) wäre dies eine Verbesserung. Dennoch verfehlt der AE-Wert das Ergebnis des Vorjahres von 1008 AE und 73,7 Grad Celsius sehr deutlich. Der Mittelwert der letzten 5 Jahre von 818 AE und 69,1 Grad Celsius wird ebenfalls nicht ganz erreicht.
 
Schwächere Fallzahlen reichen aus
Die durchschnittliche Kornfallzahl (nach Hagenberg) ist ein wichtiger Parameter für die Ermittlung der Backqualität des Roggens und wird vom MIR für die Ernte 2014 mit 200 Sekunden angegebenen. Vom Erfassungshandel gefordert werden für Brotroggen Fallzahlen von mindestens 120 Sekunden mitunter auch von 150 bis 180 Sekunden. Bei der ersten Untersuchung Anfang September lagen die ermittelten Fallzahlen noch bei 191 Sekunden und damit niedriger. Das Ergebnis des letzten Jahres (271 Sekunden) wird 2014 allerdings deutlich verfehlt und auch das fünfjährige Mittel von 226 Sekunden wird nicht ganz erreicht. Die Mehlausbeute wird für die neue Ernte mit 81,3 % Prozent angegeben und ist ähnlich hoch wie Anfang September erwartet (81,4 %) und übertrifft zudem das Ergebnis des Vorjahres von 79,5 %. Der fünfjährige Mittelwert von 81,6 % wir bei der Mehlausbeute ebenfalls erreicht.
 
Roggenpreise wie im Vorjahr
Die Preise für Brotroggen sind im September (mit den Weizenpreisen) deutlich zurückgegangen. Zum Monatswechsel wurde Brotroggen im Großhandel am Exporthafen Hamburg mit etwa 147 Euro notiert. Das waren 10 Euro weniger als vor vier Wochen. Im letzten Jahr (2013) kostete Brotroggen zu diesem Termin etwa 150 Euro/t und damit ähnlich viel wie in diesem Jahr. Der Preisabstand zum Futterrogen betrug zuletzt in Hamburg etwa 3 bis 4 Euro (142 Euro). In Nordostdeutschland (ab Station) lagen die Roggenpreise bei rund 130 Euro/t und in Südwestdeutschland notierte man im Großhandel zuletzt zwischen 143 Euro und 145 Euro/t.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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