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Analyse

Roggen/EU: Ernte über Erwartung, Verbrauch hoch, Preise schwächer

von , am
06.06.2014

Die Kommission hat ihre Erwartungen an die neue europäische Roggenernte deutlich nach oben korrigiert

© Andre B./fotolia.de
 
Die Kommission hat ihre Erwartungen an die neue europäische Roggenernte Anfang Juni relativ deutlich nach oben korrigiert. Dennoch bleibt die erwartete Erntemenge damit etwa 14 % unter der Riesenernte aus dem Vorjahr. Gleichzeitig bleibt der Verbrauch von Roggen jedoch relativ hoch und übersteigt damit die erwartete Produktion relativ deutlich. In der Folge werden die vorhandenen Roggenbestände kräftig abgebaut. Die Roggenpreise haben in der zweiten Maihälfte zuletzt nachgegeben und die neue Ernte kostet weniger als der alte Roggen.
 
Produktion schrumpft um 17 %
Die europäische Roggenernte 2014 schätzte die Kommission Anfang Juni auf 8,61 Mio. t und damit 0,3 Mio. t größer als noch vor vier Wochen. Im Vergleich zur Rekordernte aus dem Jahr 2013 von 10,0 Mio. t wäre dies ein Produktionsrückgang von 1,4 Mio. t oder 14 %. Die Anbaufläche veranschlagt die Kommission in diesem Jahr auf 2,43 Mio. ha, nach 2,56 Mio. ha im letzten Jahr. Das bedeutet einen Anbaurückgang von 0,13 Mio. ha oder 5 %. Gleichzeitig schätzten die Analysten von Töpfer International die europäische Produktion Ende Mai sogar auf 8,79 Mio. t und liegen mit dieser Prognose deutlich über der Kommissionschätzung.
 
Verbrauch übersteigt Produktion
Beim Roggenverbrauch erwartet die Kommission im nächsten Wirtschaftsjahr 2014/15 nur einen Rückgang. Mit geschätzten 9,28 Mio. t (Vj. 9,6 Mio. t) wäre die erwartete Verbrauchsmenge rund 0,7 Mio. t größer als die erwartete Produktion. Im Vergleich zum noch laufenden Wirtschaftsjahr 2013/14 wäre die Verbrauchsmenge 0,3 Mio. t kleiner, was zu einem deutlichen Abbau der Bestände führt. Von dem am Ende des aktuellen Wirtschaftsjahres noch vorhandenen Roggenbestand von knapp 1,0 Mio. t, bleiben nach Meinung der Kommission bis Ende 2014/15 noch knapp 0,4 Mio. t übrig.
 
Futterbedarf bleibt relativ hoch
Der Einsatz von Roggen in der Tierfütterung wird mit 4,1 Mio. t etwas niedriger als 2013/14 (4,3 Mio. t) erwartet als im aktuellen Wirtschaftsjahr. Die Verwendung von Roggen zur Herstellung von Bioethanol bleibt mit rund 0,8 Mio. t nach Meinung der Kommission unverändert. Unverändert bei 3,0 Mio. t erwartet die Kommission Anfang Juni außerdem auch den Verbrauch von Brotroggen. Ebenfalls unverändert schätzt man die übrige industrielle Verwertung mit 1,5 Mio. t ein. Der Export von Roggen in Drittländer (vor allem aus Deutschland) geht von 0,2 Mio. t auf 0,12 Mio. t zurück.
 
Preise gefallen, neue Ernte billiger
Die Roggenpreise haben in der zweiten Maihälfte deutlich nachgegeben. Für Brotroggen zur Anlieferung im Juni wurde am 05. Juni am Hamburger Großmarkt 175 Euro/t geboten und damit 8 Euro weniger als vor vier Wochen. Futterroggen kostete zu diesem Termin 170 Euro/t und damit ebenfalls 8 Euro weniger. Die neue Ernte wurde in Hamburg für Brotroggen rund 6 Euro unter dem aktuellen Preis notiert und für Futterroggen 3 Euro niedriger. Im Vergleich zum Brotweizen ist der Brotroggen damit noch 17 Euro billiger. Futterroggen kostete zu diesem Zeitpunkt 19 Euro weniger als Futterweizen. Am Großmarkt in Mannheim kostete Brotroggen Anfang Juni 180 Euro/t bis 184 Euro/t.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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