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Analyse

Roggen/EU: Produktion kleiner als Verbrauch, Erntepreise höher als 2013

von , am
05.09.2014

Nach Einschätzung der Kommission bleibt der Verbrauch von Roggen im aktuellen Wirtschaftsjahr jedoch ziemlich hoch und übersteigt die erwartete Produktion.

© Mühlhausen/landpixel
Die Kommission hat ihre Schätzung zur aktuellen europäischen Roggenernte zum Monatswechsel moderat nach oben angepasst. Dennoch bleibt die erwartete Erntemenge damit etwa 13 % unter der Riesenernte aus dem Vorjahr. Nach Einschätzung der Kommission bleibt der Verbrauch von Roggen im aktuellen Wirtschaftsjahr jedoch ziemlich hoch und übersteigt die erwartete Produktion. Dementsprechend werden die vorhandenen Roggenbestände kräftig abgebaut. Die Roggenpreise haben im Juli noch einmal kräftig um knapp 15 Euro oder 9 % nachgegeben, haben sich dann aber im August/September stabilisiert. Anfang September sind die Roggenpreise (trotz des Rückgangs) etwas höher als im letzten Jahr.
 
Anbaurückgang und schwächerer Erträge
Die europäische Roggenernte 2014 veranschlagte die Kommission zum Monatswechsel auf 8,73 Mio. t und damit geringfügig größer als vor vier Wochen mit 8,69 Mio. t. Im Vergleich zur Rekordernte aus dem Jahr 2013 von 10,0 Mio. t wäre dies ein Produktionsrückgang von 1,3 Mio. t oder 13 %. Die Anbaufläche veranschlagt die Kommission in diesem Jahr auf 2,40 Mio. ha, nach 2,57 Mio. ha im letzten Jahr. Das bedeutet einen Anbaurückgang von 0,17 Mio. ha oder 7 %. Die durchschnittlichen Roggenerträge erwartet die Kommission bei 3,6 t/ha, nach 3,9 t/ha im letzten Jahr. Die Crop-Monitoring Agentur der EU (MARS) hatte die Erträge bei Roggen im August auf 3,71 t/ha veranschlagt.
 
Analysten erwarten Ernte noch etwas größer
Ende August schätzten die Analysten von ADM/Töpfer die europäische Produktion auf 8,84 Mio. t und liegen mit dieser Prognose über der Kommissionschätzung. Noch höher setzte die Analysten von Strategie Grains mit 9,2 Mio. t die europäische Ernte an und das USDA ging im August von 9,07 Mio. t aus. Die Ernteschätzungen der Analysten für Deutschland liegen zwischen 3,76 Mio. t und 3,79 Mio. t (Vj: 4,68 Mio. t) und für Polen zwischen 3,16 Mio. t und 3,22 Mio. t (Vj. 3,4). Das deutsche Landwirtschaftsministerium geht (ähnlich wie der DRV) von einer deutschen Roggenernte von etwa 3,87 Mio. t aus, bei Erträgen von 6,08 t/ha und liegt damit am oberen Ende der Prognosen. Die deutsche Vorjahresernte wird wegen der um 19 % reduzierten Anbaufläche dennoch mindestens 17 % oder 0,8 Mio. t verfehlt.
 
Verbrauch übersteigt Produktion
Beim Roggenverbrauch erwartet die Kommission im aktuellen Wirtschaftsjahr 2014/15 trotz der kleineren Ernte einen moderaten Rückgang. Mit geschätzten 9,16 Mio. t (Vj. 9,4 Mio. t) wäre die erwartete Verbrauchsmenge rund 0,43 Mio. t größer als die erwartete Produktion. Im Vergleich zum zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2013/14 wäre die Verbrauchsmenge nur 0,24 Mio. t kleiner, was zu einem spürbaren Abbau der Bestände führt. Von dem am Ende des vorigen Wirtschaftsjahres noch vorhandenen Roggenbestand von knapp 1,05 Mio. t, bleiben nach Meinung der Kommission bis Ende 2014/15 noch knapp 0,57 Mio. t übrig.
 
Futterbedarf bleibt relativ hoch
Der Einsatz von Roggen in der Tierfütterung wird mit 4,1 Mio. t nur wenig niedriger erwartet als im letzten Wirtschaftsjahr mit 4,3 Mio. t. Die Verwendung von Roggen zur Herstellung von Bioethanol bleibt mit rund 0,8 Mio. t nach Meinung der Kommission unverändert. Unverändert bei 3,0 Mio. t erwartet die Kommission Ende August außerdem auch den Verbrauch von Brotroggen. Der Export von Roggen in Drittländer (vor allem aus Deutschland) geht von 0,17 Mio. t auf 0,12 Mio. t zurück.
 
Roggenpreise trotz Rückgang über Vorjahr
Die Roggenpreise haben im Juli noch einmal kräftig um etwa 15 Euro oder 9 % nachgegeben, sich dann aber im August und auch Anfang September stabilisiert oder sogar leicht erholt. Für Brotroggen zur Anlieferung im September wurde am 05. September am Hamburger Großmarkt 156 Euro/t geboten und damit 10 bis 12 Euro weniger als Anfang Juli also vor acht Wochen. Allerdings sind Preise weiterhin höher als im September vor einem Jahr (2013) mit 145  Euro bis 150 Euro/t. Ähnliche Preise wie in Hamburg wurden mit 155 Euro auch von Großmarkt Hannover /Magdeburg gemeldet. Aus dem Raum Brandenburg meldet man Großhandelspreise von etwa 140 Euro/t. Am Großmarkt in Mannheim kostete Brotroggen Anfang September 158 Euro/t bis 162 Euro/t.  Futterroggen kostete in Hamburg zuletzt etwa 153 Euro/t.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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