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Analyse

Roggenpreise gestiegen, Marktbilanz ausgeglichen

von , am
04.12.2014

Die Roggenpreisesind im November relativ deutlich gestiegen.

© Andre B./fotolia.de
Die Kommission hat die Bilanzen am europäischen Roggen-Markt zum Monatswechsel aktualisiert. Dabei hat man die europäische Roggen-Ernte auf Basis der Länderdaten etwas nach oben korrigiert. Dennoch sind die Roggenpreise im November relativ deutlich gestiegen. Grund für die etwas größere Produktion ist die Aufwärtskorrektur der Erntefläche sowie höhere Erträge. Im Vergleich zur Rekordernte aus dem Vorjahr ist die aktuelle Ernte jedoch 14 Prozent kleiner. Nach Einschätzung der Kommission nimmt jedoch der Verbrauch (Futter) von Roggen deutlich ab. Dennoch übersteigt die Produktion den Bedarf nur geringfügig und die Marktbilanz ist relativ ausgeglichen.
 
Roggenpreise gestiegen, Abstand zum Weizen größer
Die Roggenpreise sind im November am Großmarkt in Hamburg (mit den Weizenpreisen) von etwa 156 Euro auf rund 164 Euro gestiegen. Anfang Dezember gaben die Preise für Brotroggen dann jedoch etwas nach. Am 03. Dezember wurde für Brotroggen am Hamburger Großmarkt 163 Euro/t geboten und damit 7 Euro mehr als vor vier Wochen (156 Euro). Damit sind Preise rund 7 Euro niedriger wie im Dezember 2013 mit rund 170 Euro/t. Im Vergleich zum Brotweizen (202 Euro) ist der Brotroggen am Exporthafen Hamburg etwa 39 Euro billiger (Okt: nur 25 Euro!!). Aus Ostdeutschland meldete man Anfang Dezember Roggenpreise (ab Station) von 145 Euro/t und damit etwa 7 Euro höhere Preise als vor vier Wochen (138 Euro).
 
Erntefläche kleiner, Erträge höher
Die europäische Roggenernte 2014 veranschlagte die Kommission Ende November auf 8,72 Mio. t und damit 0,25 Mio. t größer als vor vier Wochen mit 8,47 Mio. t. Im Vergleich zur Rekordernte aus dem Jahr 2013 von 10,1 Mio. t wäre dies ein Produktionsrückgang von 1,38 Mio. t oder 14 %. Die Erntefläche veranschlagt die Kommission in diesem Jahr auf 2,12 Mio. ha (Okt: 2,09 Mio. ha), nach 2,61 Mio. ha im letzten Jahr. Das bedeutet einen sehr kräftigen Anbaurückgang von 0,49 Mio. ha oder 19 %. Die durchschnittlichen Roggenerträge veranschlagt die Kommission jetzt auf 4,1 t/ha (Okt: 4,0 t/ha) und damit höher als im letzten Jahr mit 3,9 t/ha..
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Uneinigkeit über polnische Ernte
Ende November schätzten die Analysten von ADM/Töpfer die europäische Produktion auf 9,29 Mio. t (Okt: 9,28 Mio. t) und liegen mit dieser Prognose 0,57 Mio. t über der Kommissionschätzung. Ebenfalls höher als die Kommission setzten die Analysten von Strategie Grains mit 9,0 Mio. t (Okt: 9,0 Mio. t) die europäische Ernte an, während das und das USDA  im November nur noch von 8,84 Mio. t (Okt.: 9,23) ausging. Die Erntedaten der Analysten für Deutschland liegen zwischen 3,87 Mio. t und 3,91 Mio. t (Vj: 4,68 Mio. t) und für Polen in einer relativ großen Spanne zwischen 2,85 Mio. t und 3,33 Mio. t (Vj. 3,4).
 
Produktion etwas größer als Bedarf
Beim Roggenverbrauch erwartet die Kommission im Wirtschaftsjahr 2014/15 weiterhin einen kräftigen Rückgang. Mit jetzt geschätzten 8,56 Mio. t (Vj. 9,41 Mio. t) wäre die erwartete Verbrauchsmenge jedoch geringfügig kleiner wie die Produktion mit 8,72 Mio. t. Im Vergleich zum vorigen Wirtschaftsjahr 2013/14 wäre die Verbrauchsmenge jedoch 0,84 Mio. t kleiner. Die Bestände nehmen wegen der relativ ausgeglichen Produktions- und Verbrauchs-Verhältnisse nur geringfügig zu. Nachdem sich die Roggenbestände im vorigen Wirtschaftsjahres zunächst von 0,5 Mio. t auf 1,1 Mio. t verdoppelt hatten, nehmen die Lagerbestände bis Ende 2014/15  leicht auf 1,2 Mio. t zu.
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Futterverbrauch geht deutlich zurück
Der Einsatz von Roggen in der Tierfütterung wird mit 3,5 Mio. t (Okt: 3,5 Mio. t) etwa 0,8 Mio. t niedriger erwartet als im vorigen Wirtschaftsjahr mit 4,3 Mio. t. Die Verwendung von Roggen zur Herstellung von Bioethanol bleibt mit rund 0,8 Mio. t nach Meinung der Kommission unverändert. Unverändert bei 3,0 Mio. t erwartet die Kommission in ihrer Bilanz auch den Verbrauch von Brotroggen. Der Export von Roggen in Drittländer (vor allem aus Deutschland) geht von 0,17 Mio. t auf 0,12 Mio. t zurück.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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