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Analyse

Roggenpreise können sich nicht halten

von , am
20.01.2015

Die Roggenpreise haben in der ersten Januarhälfte nachgegeben.

© Andre B./fotolia.de
 
Die Roggenpreise haben in der ersten Januarhälfte nachgegeben. Damit ist das Preisniveau wieder ähnlich hoch wie Anfang Dezember, jedoch deutlich höher als im November. Im Verlauf des Dezembers waren die Preise am Großmarkt in Hamburg von knapp 160 Euro auf etwa 167 Euro gestiegen. Bis Mitte Januar rutschten die Preise für Brotroggen in Hamburg dann wieder bis auf 163 Euro nach unten. Damit sind Roggenpreise derzeit rund 5 Euro niedriger als vor einem Jahr im Januar 2014 mit rund 168 Euro/t. Im Vergleich zum Brotweizen (202 Euro) ist der Brotroggen am Exporthafen Hamburg derzeit etwa 39 Euro billiger.
 
Roggenpreise in Ost- und Süddeutschland schwächer
Aus Ostdeutschland meldete man Mitte Januar Roggenpreise (ab Station) von 140 Euro (Brandenburg) bis 146 Euro (Sachsen) und damit etwa 4 bis 5 Euro niedrigere Notierungen als Mitte Dezember (144 bis 150 Euro). Gleichzeitig waren die Preise damit ähnlich hoch wie vor sechs Wochen (Anfang Dezember). Die Preismeldungen aus Südwestdeutschland vom Großmarkt in Mannheim (19. Januar) lagen diese Woche für Brotroggen bei 164 Euro bis 168 Euro und damit 2 bis 4 Euro niedriger als in der Woche zuvor mit 168 Euro bis 170 Euro.
 
Hohe Erträge, kleinere Fläche
Die EU-Kommission hat die Bilanzen für den europäischen Roggen-Markt Ende Dezember aktualisiert. Die europäische Roggenernte 2014 veranschlagte die Kommission auf Basis der Länderdaten unverändert auf 8,7 Mio. t. Im Vergleich zur Rekordernte aus dem Jahr 2013 von 10,1 Mio. t wäre dies ein Produktionsrückgang von 1,4 Mio. t oder 14 %. Die Erntefläche veranschlagt die Kommission auf 2,12 Mio. ha nach 2,61 Mio. ha im Jahr 2013. Das bedeutet einen Anbaurückgang von 0,49 Mio. ha oder 19 %. Die durchschnittlichen Roggenerträge meldet die Kommission für 2014 mit 4,1 t/ha und damit höher als im letzten Jahr mit 3,9 t/ha..
 
Produktion so groß wie der Verbrauch
Beim Roggenverbrauch erwartet die Kommission im Wirtschaftsjahr 2014/15 weiterhin einen kräftigen Rückgang. Mit jetzt geschätzten 8,68 Mio. t (Vj. 9,57 Mio. t) wäre die erwartete Verbrauchsmenge jedoch etwa so groß wie die Produktion. Im Vergleich zum vorigen Wirtschaftsjahr 2013/14 wäre die Verbrauchsmenge jedoch 0,9 Mio. t kleiner. Die Bestände nehmen wegen der relativ ausgeglichen Produktions- und Verbrauchs-Verhältnisse nur geringfügig zu. Nachdem sich die Roggenbestände im vorigen Wirtschaftsjahres von 0,5 Mio. t auf 1,1 Mio. t verdoppelt hatten, wachsen die Endbestände bis Ende 2014/15 nur leicht auf 1,2 Mio. t.
 
Futterverbrauch schrumpft kräftig
Der Einsatz von Roggen in der Tierfütterung wird mit 3,5 Mio. t etwa 0,8 Mio. t niedriger erwartet als im vorigen Wirtschaftsjahr mit 4,3 Mio. t. Die Verwendung von Roggen zur Herstellung von Bioethanol bleibt mit rund 0,8 Mio. t nach Einschätzung der Kommission unverändert. Unverändert bei 3,0 Mio. t erwartet die Kommission in ihrer Bilanz auch den Verbrauch von Brotroggen. Der Export von Roggen in Drittländer (vor allem aus Deutschland) geht von 0,17 Mio. t auf 0,12 Mio. t zurück.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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