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Analyse

Ägypten kauft reichlich Weizen

von , am
07.01.2014

Ägypten kaufte im Rahmen einer Exportauktion die größte Partie Weizen seit mehr als drei Jahren.

© Nightman1965/Fotolia
 
Ägypten kaufte im Rahmen einer Exportauktion die größte Partie Weizen seit mehr als drei Jahren. Bei der am letzten Freitag (03 .Januar) durchgeführten Auktion kaufte die Importbehörde des weltweit größten Weizenimporteurs Ägypten insgesamt 535.000 t Weizen. Gekauft wurde in Rumänien, Frankreich, der Ukraine und Russland zur Lieferung vom 21. bis 31. Januar sowie für den Lieferzeitraum 1. bis 10. Februar. Den größten Anteil an den Gesamtlieferungen haben mit jeweils 180.000 t Frankreich und Rumänien, die Ukraine konnte 120.000 t verkaufen und Russland 55.000 t.
 
Frachtkosten geben den Ausschlag
Die günstigsten fob-Preise unter den Lieferanten hatte Frankreich mit knapp 295 USD/t. Allerdings waren die Frachtkosen der Franzosen mit knapp 23 Euro am höchsten. Den niedrigsten Gesamtpreis (inkl. Fracht) bot wegen der günstigen Frachtkosten Rumänien mit knapp 316 USD/t. Angeboten wurde außerdem auch Brotweizen der Sorte Hard Red Winter aus den USA. Diese blieb trotz des mit Abstand günstigsten fob-Preises ohne Zuschlag denn die Frachtkosten waren mehr als doppelt so wie die aus Frankreich.
 
Frankreich: Niedriger Preis und hohe Frachtkosten
Die beiden größten Zuschläge bei der Auktion erhielten mit jeweils 180.000 t Frankreich und Rumänien. Dabei waren die französischen fob-Preis mit 295 USD/t bis 298 USD/T am niedrigsten. Die Frachtkosten waren indessen mit fast 23 USD deutlich höher als für die drei Schwarzmeerländer Rumänien, Ukraine und Russland. Einschließlich Fracht lagen die französischen Auktionspreise zwischen knapp 318 USD/t und knapp 323 USD/t. 60.000 t des französischen Weizens werden im Januar geliefert und 120.000 t im Februar.
 
Rumänien bleibt wichtiger Lieferant
Ebenfalls 180.000 t Weizen verkaufte Rumänien an Ägypten. Die fob-Preise für den rumänischen Weizen bewegten sich durchweg um die Marke von 300 USD/t. Allerdings lagen die Frachtkosten nur zwischen 16 USD/t und knapp 17 USD/t und waren damit bis zu 7 Euro niedriger als für die Ware aus Frankreich. Einschließlich Fracht kostete der Weizen aus Rumänien damit zwischen knapp 316 USD/t und 317 USD/t. Geliefert wird der rumänische Weizen ausschließlich von 1. bis 10 Februar.
 
Ukraine und Russland etwa gleich teuer
Zwei Partien zu jeweils 60.000 t Weizen verkaufte die Ukraine an Ägypten. Die fob-Preise für den ukrainischen Weizen lagen bei rund 300 USD/t und die Frachtkosten beliefen sich auf 16 USD/t. Einen Zuschlag über die Lieferung von 55.000 t erhielt Russland. Die russischen fob-Preise lagen bei knapp 300 USD/t und die Frachtkosten summieren sich auf knapp 17 USD/t, so dass der Gesamtpreis mit 316 USD/t ähnlich hoch ist wie der Auktionspreis der Ukraine.
 
US-Weizen mit zu hohen Frachtkosten
Angeboten wurden nach Händlerberichten auch Brotweizen der Sorte Hard Red Winter aus den USA. Hier lagen die fob-Preise am US-Golf zwischen 273 USD/T und 280 USD/t. Das war mit Abstand der günstigste fob-Preis. Die Frachtkosten waren mit durchschnittlich 47 USD/t jedoch mehr als doppelt so hoch wie die französischen Kosten und fast dreimal so hoch wie die Transportkosten vom Schwarzen Meer. Die Gesamtpreise für den US-Weizen (einschließlich Fracht) lagen zwischen 320 USD/t und 327 USD/t.
 
Algerien kauft ebenfalls 0,5 Mio. t
Zum Jahresbeginn kaufte nach Berichten von Händlern außerdem auch Algerien rund 500.000 t Weizen zu Preisen zwischen 314 USD/t und 315 USD/t (einschließlich Fracht). Der wichtigste Weizen-Lieferant für Algerien ist traditionell Frankreich. Algerien importiert im laufenden Wirtschaftsjahr etwa 6,5 Mio. t Weizen.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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