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Analyse

Auktion: Ägypten kauft weiter große Mengen Weizen

von , am
20.01.2014

Ende der letzten Woche hat der weltweit größte Weizenimporteur Ägypten erneut 295.000 t Weizen im Rahmen einer Auktion gekauft.

Der Weizenpreis sank nochmal um 2 Euro je Tonne. © Mühlhausen/landpixel
 
Ende der letzten Woche hat der weltweit größte Weizenimporteur Ägypten erneut 295.000 t Weizen im Rahmen einer Auktion gekauft. Dabei orderten die Ägypter den größten Posten in Frankreich (120.000 t) und den übrige Menge in Russland, der Ukraine und den USA. Allerdings hatten sich die Amerikaner wegen der kräftig gefallenen US-Weizenpreise offenbar einen größeren Anteil an den aktuellen Lieferungen ausgerechnet. Wegen der hohen Transportkosten (über den Atlantik) und den in Europa ebenfalls gefallenen Preisen, war der US-Weizen am Ende jedoch ähnlich teuer wie die Konkurrenz aus Europa oder vom Schwarzen Meer. Rumänien ging bei dieser Auktion erneut leer aus. Lieferzeitraum ist der 15. bis 28 Februar.
 
Französischer Weizen insgesamt am günstigsten
Zwei Partien zu jeweils 60.000 t kauften die Ägypter in Frankreich. Die Endpreise (einschließlich Fracht) lagen diesmal bei 301 USD/t (221 Euro). Damit war das französische Angebot (inklusive der Fracht) das günstige dieser Auktion. Neben den beiden von den Ägyptern gekauften Partien, gab es außerdem noch fünf weitere Offerten aus Frankreich. Die Preise (ohne Fracht) für die sechs angebotenen Partien (fob-Preise) lagen zwischen 278,64 USD/t (205 Euro) und 283,30 UDS/t (208 Euro). Die Frachtkosten für die französischen Offerten lagen zwischen 22,50 USD/t und 24,50 USD.
 
Sehr viel Weizen aus Russland angeboten
Aus Russland lagen bei der aktuellen Auktion insgesamt 5 Angebote vor und damit so viel wie lange nicht mehr. Die Ägypter kauften davon jedoch lediglich eine Partie mit 60.000 t. Der Endpreis des (einschließlich Fracht) gekauften russischen Weizens lag bei 301,44 USD/t (222 Euro) und damit knapp über dem französischen Gewinnerangebot. Neben der von den Ägyptern gekauften Partie gab es bei der Auktion außerdem noch vier weitere Angebote aus Russland. Die Preisforderungen für die angebotenen Partien (fob-Preise) lagen zwischen 286,60 USD/t (211 Euro) und 289,48 UDS/t (213 Euro). Die Frachtkosten für die russischen Offerten lagen zwischen 14,50 USD/t und 17,20 USD damit deutlich unter denen Frankreichs.
 
Ukraine mit ähnlichen Preisen wie Russland
Aus der Ukraine lagen bei der aktuellen Auktion ebenfalls 2 Angebote vor. Die Ägypter kauften davon eine Partie zu 55.000 t. Der Endpreis (einschließlich Fracht) des von Ägypten gekauften ukrainischen Weizens lag bei 301,27 USD/t (222 Euro). Neben der  gekauften Partie gab es auf der Auktion noch ein weiteres ukrainisches Angebot. Die Preisforderungen für den ukrainsichen Weizen (fob-Preise) lagen bei 281,77 USD/t (207 Euro) und bei 285 UDS/t (210 Euro). Die Frachtkosten für die beiden Offerten wurden mit 15,00 USD/t und 19,50 USD/t angegeben.
 
US-Weizen am billigsten, Frachtkosen am höchsten
Aus den USA lagen bei der aktuellen Auktion insgesamt zwei Angebote mit Weizen der Sorte Soft Red Winter vor. Die Ägypter kauften davon eine Partie mit 60.000 t. Der Endpreis des (einschließlich Fracht) gekauften US-Weizens lag bei 302,59 USD/t (223 Euro). Daneben gab es noch ein weiteres Angebot aus den USA. Die Preisforderungen für beide Partien (fob-Preise) lagen jeweils bei 265 USD/t (195 Euro). Das war der mit Abstand niedrigste fob-Preis auf der Auktion. Allerdings lagen die Frachtkosten a für die US-Offerten bei 37,74 USD/t und bei 41,95 USD/t und waren damit doppelt sich hoch wie für den Weizen vom Schwarzen Meer.
 
Rumänien ist erneut zu teuer
Angeboten wurden bei der Auktion auch zwei Partien Weizen aus Rumänien mit jeweils 60.000 t. Der rumänische Weizen wurde jedoch nicht gekauft bzw. erhielt keinen Zuschlag. Die fob-Preise für den rumänischen Weizen lagen jeweils bei 289,88 USD/t (213 Euro). Hinzu kommen Frachtkosten zwischen 13,13 USD/t bzw. 17,98 USD/t.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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