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Analyse

Auktion: Weizen aus Frankreich billiger als aus Russland

von , am
03.10.2014

Der weltweit größte Weizenimporteur Ägypten hat Anfang Oktober im Rahmen einer Auktion erneut Weizen 120.000 t eingekauft.

© Mühlhausen/landpixel
Der weltweit größte Weizenimporteur Ägypten hat Anfang Oktober im Rahmen einer Auktion erneut Weizen 120.000 t eingekauft. Dabei hat die die staatliche ägyptische Importbehörde GASC den Weizen diesmal ausschließlich in Frankreich gekauft. Diesmal war der Weizen (fob) aus Frankreich rund 15 USD billiger als das günstigste Angebot aus Russland sowie 7 USD/t billiger als der Weizen aus der Ukraine. Das erste deutsche Angebot in diesem Jahr war ebenfalls günstigster als die Offerten aus Russland. Einschließlich der Frachtkosten (cif) war der Angebotspreis des Gewinners (241,2 USD/t) noch einmal niedriger als bei der letzten Auktion Ende September als die USA einen Zuschlag erhielten (244,22 USD/t).
 
Weltmarktpreise weiter rückläufig
Anfang Oktober kaufte die staatliche ägyptische Importbehörde GASC den Weizen ausschließlich in den Frankreich. Der Durchschnittspreis des von Ägypten diesmal gekauften Weizens lag einschließlich der Frachtkosten bei 241,20 USD/t (191 Euro/t) nach einem Einkaufpreis von 244,22 USD/t (194 Euro/t) bei der letzten Auktion Ende September, als lediglich die USA einen Zuschlag erhielt. Mitgeboten haben diesmal neben Frankreich außerdem Russland, die Ukraine, Rumänien und erstmals in diesem Jahr Deutschland. Aus den USA lagen keine Angebote vor. Insgesamt haben die Ägypter damit im neuen Wirtschaftsjahr ab dem 1. Juli bereits 1,54 Mio. t Weizen über Exportausschreibungen gekauft.
 
Frankreich mit Abstand am billigsten
Aus Frankreich lagen bei dieser Ausschreibung sechs Angebote vor. Gekauft wurden zweimal 60.000 t zu einem Cif-Preis von 241,20 USD/t (191 Euro) und Frachtkosten von 17,50 USD/t. Der fob-Preis für den gekauften französischen Weizen lag bei 223,74 USD/t (177,5 Euro).Das waren etwa 15 USD weniger als das günstigste Angebot aus Russland und 7 USD weniger als die Forderung für den ukrainischen Weizen. Die fob-Preise für die übrigen französischen Angebote bewegten sich zwischen 223,94 USD/t (177,7 Euro) und 232,75 USD/t (184,7 Euro). Die französischen Frachtkosten lagen je nach Handelsunternehmen zwischen 15,25 USD/t und 18,28 USD/t.
 
Russlands Weizen weiterhin zu teuer
Keinen Zuschlag erhalten hat bei der aktuellen Auktion Russland. Die fob-Preise waren erneut deutlich höher als die aus Frankreich und wurden auch durch die niedrigen Transportkosten nicht kompensiert. Grund für die hohen russischen Preise ist (nach Meinung von Analysten) die starke Nachfrage am russischen Binnenmarkt. Dabei lagen diesmal fünf russische Angebote vor. Die Preise für den angebotenen russischen Weizen lagen ohne Frachtkosten (fob) zwischen 238,74 USD/t (189 Euro) und 244,48 USD/t (194 Euro). Damit waren die Preise der russischen Offerten erneut deutlich höher als die Preisforderungen für den französischen Weizen. Die russischen Frachtkosten lagen etwa bei 12,45 USD/t.
 
Ukraine, Rumänien und Deutschland gehen leer aus
Aus der Ukraine lag bei der aktuellen Auktion lediglich ein Angebot vor. Die Preisforderungen für den ukrainischen Weizen lagen ohne Fracht (fob) bei 230,84 USD/t (183 Euro) und damit recht deutlich unter den russischen Preisen. Die ukrainischen Frachtkosten lagen bei 18,50 USD/t. Aus Rumänien lag bei der aktuellen Auktion ebenfalls ein Angebot vor. Die Preisforderungen für den rumänischen Weizen lagen ohne Fracht (fob) bei 243,41 USD/t (193 Euro). Die Frachtkosten vom rumänischen Schwarzmeerhafen Constanta waren vergleichsweise niedrig und lagen nur bei 12,94 USD/t. Auch aus Deutschland gab es bei der aktuellen Auktion erstmals in diesem Jahr ein Angebot. Die Preisforderungen für den deutschen Weizen lagen ohne Fracht (fob) bei 233,50 USD/t (185 Euro) und damit unter den russischen Preisen.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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