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Analyse

Australien: Etwas weniger Weizen, Exporte bleiben hoch

von , am
09.09.2014

Australiens Weizenernte wird nicht so groß wie im letzten Jahr, obwohl die Anbaufläche ausgedehnt wurde.

© Rainer Sturm
Australiens Weizenernte wird nicht so groß wie im letzten Jahr, obwohl die Anbaufläche ausgedehnt wurde. Davon geht das australische Landwirtschaftsamt ABARES in seiner aktualisierten Ernteprognose aus. Mit 24,2 Mio. t soll die kommende Weizenernte etwa 0,4 Mio. t kleiner ausfallen als ABARES noch im Juni erwartet hatte. Grund für die moderate Reduzierung der australischen Weizenernte gegenüber der Juniprognose ist das Niederschlagsdefizit im zweitwichtigsten Weizenanbaustaat Neusüdwales. Im wichtigsten Weizenanbaustaat Westaustralien blieb die Prognose hingegen unverändert. Das USDA hatte die australische Weizenernte im August immerhin auf 26,0 Mio. t geschätzt und der Internationale Getreiderat (IGC) ging zum Monatswechsel von 26,5 Mio. t aus.
 
Ernte beginnt erst im November
In Australien wird der Weizen von Mai bis Juni ausgesät und je nach Region von November bis in den Januar hinein geerntet. Die diesjährige Anbaufläche wird von ABARES mit 13,84 Mio. ha angegeben, nach 13,5 Mio. ha im letzten Jahr. Die jetzt von ABARES erwartete Produktion von 24,2 Mio. t, bleibt knapp 0,4 Mio. t unter der Juni-Schätzung von 24,6 Mio. t. Das sehr gute Vorjahresergebnis  von 27,0 Mio. t wird allerdings um 2,8 Mio. t verfehlt. Die relativ schwache Ernte von 2012/13 (22,9 Mio. t) wird hingegen um 2,8 Mio. t übertroffen. Hauptgrund für die aktuelle Korrektur ist das Niederschlagsdefizit beim zweitgrößten australischen Produzenten Neusüdwales. Dort wurde die Ernteerwartung von 7,25 Mio. t im Juni auf 7,0 Mio. t reduziert. Im letzten Jahr ernteten die Farmer in Neusüdwales allerdings nur 6,6 Mio. t Weizen, vor zwei Jahren lag die Erntemenge jedoch bei 7,4 Mio. t.
 
Stabile Aussichten für Westaustralien
Beim wichtigsten australischen Weizen-Produzenten Westaustralien, blieb die Produktionsprognose von ABARES gegenüber der Juni-Schätzung unverändert. Mit 8,4 Mio. t liegt die erwartete Erntemenge trotzdem unter dem bisherigen Rekordergebnis aus dem Vorjahr von 10,5 Mio. t. Anderseits wird die sehr schwache westaustralische Ernte von 2012/13 von nur 6,7 Mio. t deutlich übertroffen. Etwas nach oben gesetzt hat ABARES im September seine Ernte-Prognose für den drittwichtigsten Anbaustaat Südaustralien. Dort wurde die erwartete Produktion von 4,36 Mio. t auf 4,54 Mio. t nach oben gesetzt. Im Vergleich zur sehr guten Ernte aus dem letzten Jahr von 5,1 Mio. t ist jedoch auch die neue Prognose deutlich kleiner. Noch vergeht bis zur Ernte zudem noch einige Zeit und die Ernteaussichten können sich durchaus noch ändern.
 
Exporte auf hohem Niveau erwartet
Australien gehört bei Weizen zu den wichtigsten globalen Exporteuren. Die letzte Export-Prognose des USDA liegt für Australien trotz der kleineren Ernte bei 19,5 Mio. t und damit sogar höher als im zurückliegenden Wirtschaftsjahr. Der IGC erwartet ebenfalls Exporte von 19,2 Mio. t. Im zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2013/14 erreichten die australischen Ausfuhren einen Umfang von etwa 18,3 Mio. t und vor zwei Jahren wurden 21,3 Mio. t Weizen exportiert. Mit der vom USDA erwarteten Exportmenge wäre Australien nach den USA, der EU sowie Russland und Kanada die Nummer 5 unter den globalen Top-Exporteuren. Die größten Abnehmer von australischem Weizen sind Indonesien, Vietnam, Südkorea, die Philippinen, Japan und China.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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