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Analyse

Australien: Weizenernte ist 20 Prozent größer als 2013

von , am
12.02.2014

Mit insgesamt 27,0 Mio. t ist die im Januar abgeschlossene Weizenernte nochmals 0,8 Mio. t größer sein als ABARES im Dezember geschätzt hat und gleichzeitig die zweitgrößte bislang überhaupt eingebrachte Weizenernte.

Englische Landwirte holten sich dank einer perfekten Saison den Weltrekord für die Weizenernte. © Mühlhausen/landpixel
 
Australiens Farmer haben mehr Weizen geerntet als bislang wurde. Sowohl die letzte Prognose des australischen Landwirtschaftsamtes ABARES vom Dezember als auch die aktuelle Schätzung des USDA von dieser Woche werden übertroffen. Das meldete ABARES jetzt  in seinem aktualisierten Erntereport. Grund ist die noch über den Erwartungen liegende Erntemenge im wichtigsten australischen Weizenanbaustaat Westaustralien. Mit insgesamt 27,0 Mio. t ist die im Januar abgeschlossene Weizenernte nochmals 0,8 Mio. t größer als ABARES im Dezember geschätzt hat und gleichzeitig die zweitgrößte bislang überhaupt eingebrachte Weizenernte nach 2012 (29,9 Mio. t). Außerdem übertrifft die Produktion das Vorjahresergebnis um 4,6 Mio. t oder 20 Prozent.
 
USDA hat Ernte zu schwach geschätzt
Das USDA hatte in seinem Februarreport eine australische Weizenernte von 26,5 Mio. t geschätzt und der Internationale Getreiderat (IGC) war zuletzt von 26,2 Mio. t ausgegangen. Beide Prognosen waren im Dezember bereits deutlich nach oben gesetzt worden. Grund für die größer als bislang erwartete Produktion waren die ausgezeichneten Wachstumsbedingungen im wichtigsten Weizenanbaustaat Westaustralien. Nochmals ganz leicht nach unten korrigierte ABARES die Ernte im zweitwichtigsten Anbaustaat Neusüdwales. In anderen Bundesstaaten wie Victoria und Queensland wurde die Produktion gegenüber der Dezemberprognose nicht mehr verändert.
 
Größere Anbaufläche und höhere Erträge
In Australien wird der Weizen je nach Region von November bis Januar geerntet. Die diesjährige Erntefläche wird von ABARES mit 13,51 Mio. ha angegeben, nach 12,77 Mio. ha im besonders trockenen Jahr 2012/13. Das ist ein Flächenzuwachs von 0,74 Mio. ha bzw. knapp 6 %. Die durchschnittlichen Erträge erreichten etwa 2,00 t/ha und waren damit nochmals höher als im Dezember (1,94 t/ha) erwartet. Außerdem ist der Ertrag deutlich höher als im schwachen Vorjahr (1,76 t/ha) und auch das langjährige Mittel von 1,82 t/ha wird um 10 % übertroffen. Die bislang besten Erträge aus dem Rekordjahr 2011/12 von 2,15 t/ha werden allerdings nicht erreicht.
 
Zweitgrößte Weizenernte überhaupt
Die jetzt von ABARES erwartete Produktion von 27 Mio. t, übertrifft die Dezemberprognose um 0,8 Mio. t und ist das zweitbeste Ernteergebnis überhaupt. Das relativ schwache Vorjahr (22,4 Mio. t) wird immerhin um 4,6 Mio. t oder 20 % übertroffen. Die bisherige Rekordernte aus dem Jahr 2011/12 wird um knapp 3 Mio. t verfehlt. Hauptgrund für die weitere Aufwärtskorrektur ist die nochmals nach oben gesetzte Ernte in Westaustralien. Dort wurde die Erntemenge von ABARES von 9,65 Mio. t auf 10,5 Mio. t nach oben geschraubt. Im vorigen Jahr war die Ernte in Westaustralien wegen Trockenheit um 35 % oder fast 4 Mio. t kleiner. Vor zwei Jahren brachten die Landwirte in Westaustralien die bisherige Rekordernte von 11 Mio. t Weizen ein.
 
Schwache Ernte in Neusüdwales
In Neusüdwales dem zweitgrößten australischen Weizenproduzenten, wurde die Produktion witterungsbedingt nochmals ganz leicht von 6,65 Mio. t auf 6,61 Mio. t (Vj. 7,1 Mio. t) nach unten gesetzt. Bereits im Dezember hatte ABARES eine kräftige Korrektur ander  zuvor erwarteten Ernte von 7,2 Mio. t auf 6,65 Mio. t vorgenommen. Ebenfalls sehr gut war die Ernte hingegen im drittwichtigsten Anbaustaat Südaustralien. Dort ernteten die Farmer dieses Jahre 5,13 Mio. t Weizen  (Vj.: 3,7 Mio. t).
 
Mehr Weizen-Exporte möglich
Australien gehört bei Weizen zu den wichtigsten globalen Exporteuren. Die nochmals nach oben korrigierte Ernte und die starke Nachfrage von den internationalen Märkten könnten dem südlichen Exporteur mehr Ausfuhren bescheren als bislang erwartet. Im letzten Wirtschaftsjahr erreichten die Ausfuhren laut USDA wegen der großen Lagerbestände noch 21,3 Mio. t und vor zwei Jahren wurden sogar 23 Mio. t Weizen exportiert. Das USDA hatte die erwartete Exportmenge im Februar allerdings von 19,0 Mio. t auf 18,5 Mio. t nach unten gesetzt. Damit wäre Australien jedocnach den USA, der EU und Kanada (und vor Russland) die Nummer 4 unter den weltweiten Top-Exporteuren. Wichtige Abnehmer von australischem Weizen sind Indonesien, Vietnam, Südkorea, die Philippinen, Japan und China.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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