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Analyse

Australien: Weizenernte schwächer als bisher erwartet?

von , am
11.06.2014

Australiens neue Weizenernte wird kleiner als im (sehr guten) letzten Jahr und auch kleiner als bislang vom USDA erwartet wird.

© Mafied/aboutpixel.de
 
Australiens neue Weizenernte wird kleiner als im (sehr guten) letzten Jahr und auch kleiner als bislang vom USDA erwartet wird. Davon geht das australische Landwirtschaftsamt ABARES in einer aktuellen Prognose aus. In Australien wird der Weizen von Mai bis Juni gesät und je nach Region von November bis in den Januar hinein geerntet. Die bisherigen Wachstums- bzw. Witterungsbedingungen waren nach Einschätzung des australischen Wetteramtes für die meisten Bundesstaaten allerdings gut. Die Niederschlagsmenge lag ganz überwiegend im langjährigen Mittel oder sogar darüber. Nur in wenigen Regionen hat es bis Mai zu wenig geregnet. Für Anfang Juni wurden sogar ergiebige Regenfälle aus Neusüdwales und Victoria gemeldet. Der Ausblick für Juni bis August (australischer Winter) ist allerdings weniger günstig. Für diesen Zeitraum rechnet das Wetteramt vor allem für Südaustralien mit deutlich weniger Niederschlag als normal und mit höheren Temperaturen.
 
Australische Schätzung unter der USDA-Prognose
Die Anbaufläche von Winterweizen für die neue Ernte 2014/15 wird von ABARES mit 13,84 Mio. ha angegeben, nach 13,5 Mio. ha im letzten Jahr und 12,98 Mio. ha im besonders trockenen Jahr 2012. Die Anfang Juni vom australischen Landwirtschaftsamt ABARES erwartete Weizenernte von 24,59 Mio. t verfehlt das sehr gute Ergebnis des letzten Jahres (27,0 Mio. t) um 2,4 Mio. t. Die Weizenernte aus dem Jahr 2012/13 (22,86 Mio. t) würde jedoch um 1,73 Mio. t übertroffen. Die bisherige Rekordernte der Australier aus dem Jahr 2011/12 (29,9 Mio. t) würde mit der derzeit erwarteten Weizenernte um gut 5 Mio. t verfehlt. Das USDA schätzte die neue australische Ernte in seinem Mai-Report immerhin auf 25,5 Mio. t und damit knapp 1,0 Mio. t größer als ABARES. Dabei hat das USDA die Anbaufläche gegenüber dem Vorjahr nur auf 13,6 Mio. ha veranschlagt und, liegt damit deutlich unter der Fläche von ABARES.
 
Weniger Weizen in Westaustralien, mehr in Neusüdwales
Größter australischer Weizenproduzent ist der Bundesstaat Westaustralien. Für Westaustralien liegt die Ernteerwartung des australischen Landwirtschaftsamtes ABARES, bei einer stabilen Anbaufläche von gut 5,0 Mio. ha, derzeit bei durchschnittlichen 8,4 Mio. t, nach sehr guten 10,5 Mio. t im letzten Jahr und schwachen 6,7 Mio. t vor zwei Jahren. Dagegen liegt die Prognose für den zweitwichtigsten Anbaustaat Neusüdwales mit 7,25 Mio. t deutlich über der Ernte des letzten Jahres (2013/14) von 6,6 Mio. t und knapp unter dem Ergebnis von vor zwei Jahren (2012/13) mit 7,4 Mio. t. Die Anbaufläche in NSW wurde von 3,8 Mio. ha auf 3,9 Mio. ha ausgeweitet. Für Südaustralien geht ABARES derzeit von einer Ernte von 4,4 Mio. t Weizen aus (Vj. 5,1 Mio. t), für den Bundestaat Victoria von 3,2 Mio. t (Vj. 3,5 Mio. t) und für Queensland von 1,3 Mio. t (Vj, 1,2 Mio. t)
 
Stabile Exporte möglich
Die Exportmenge erreicht im noch laufenden Wirtschaftsjahr 2013/14 nach den Daten des USDA einen Umfang von etwa 18, 0 Mio. t. Vor zwei Jahren (2012/13) wurden 21,3 Mio. t Weizen exportiert und vor drei Jahren 23,0 Mio.t. Die Export-Prognosen des USDA für das neue Wirtschaftsjahr 2014/15 liegen derzeit bei 19,0 Mio. t. Der australische Eigenbedarf/Verbrauch an Weizen liegt zwischen 6,0 und 6,5 Mio. t. Nach Einschätzung des USDA ist die erwartete Ausfuhrmenge im neuen Wirtschaftsjahr ähnlich groß oder sogar 1,0 Mio. t größer als im letzten Jahr. Damit wäre Australien nach der EU, den USA und Kanada und gleichauf mit Russland die Nummer 4 unter den weltweiten Top-Exporteuren. Wichtige Abnehmer von australischem Weizen sind Indonesien, Vietnam, Südkorea, die Philippinen, Japan und China.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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