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Analyse

Coceral kritisiert russischen Weizenzoll

von , am
03.02.2015

Auf scharfe Kritik ist der Zoll auf russische Weizenexporte beim europäischen Handelsverband Coceral gestoßen. Die EU müsse alles daran setzen, die handels- und preisverzerrenden Maßnahmen Russlands so schnell wie möglich vom Tisch zu bekommen, erklärte Coceral-Präsident Paul della Tolla in einer Presseverlautbarung.

© B. Schweiger
Bekanntlich hat Russland mit Wirkung zum 1. Februar 2015 Exportzölle auf Weizen eingeführt. Gültig sind die neuen Festlegungen für die Weizenausfuhr aus Russland zunächst bis zum 30. Juni und sollen dann überprüft werden. Ziel der Maßnahme ist es, den starken Anstieg der Weizenpreise am russischen Binnenmarkt abzubremsen und den Markt zu stabilisieren. Die Höhe des Exportzolls für Weizen wird mit 15 Prozent des Zollwertes der Ware angegeben, zuzüglich 7,5 Euro. Der Mindestzollsatz soll bei 35 Euro/t Weizen liegen.
 
Im US-amerikanischen Landwirtschaftsministerium (USDA) geht man davon aus, dass die russischen Exportzölle nur wenig Marktwirkung entfalten werden. Bis zum Jahresende habe Russland nämlich bereits 80 Prozent der für die laufende Kampagne geplanten Mengen verschifft, heißt es im aktuellen USDA-Getreidereport. Immerhin hat das US-Agrarressort die russischen Weizenexporte für 2014/15 von bisher 22 Mio. t auf 20 Mio. t reduziert. Die Agrarexperten in Washington gehen davon aus, dass Lieferanten aus der EU und der Ukraine in die Lücke springen könnten, die Russland auf den Exportmärkten durch den Weizenzoll reißt.
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