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Analyse

Ernte 2014: Deutlich mehr Winterweizen im Norden und in Bayern

von , am
20.05.2014

Die deutschen Landwirte haben den Anbau von Winterweizen zur Ernte 2014 im Vergleich zum Vorjahr ausgeweitet.

In überrschend vielen Weizenbeständen mangelt es an Schwefel. © Brigitte Maria/aboutpixel

 
Die deutschen Landwirte haben den Anbau von Winterweizen zur Ernte 2014 im Vergleich zum Vorjahr ausgeweitet. Das bestätigt jetzt noch einmal das Statistische Bundesamt in seiner aktuellen Erhebung zur Entwicklung der Anbauflächen bei den wichtigsten Feldfrüchten. Dabei hat die Anbaufläche von Winterweizen zur Ernte 2014 in Deutschland um 2,8 % bzw. 84.000 ha auf 3.150 Tsd. ha zugenommen. Im Vergleich zur Fläche von zwei Jahren (2012), als Auswinterung die Winterweizenfläche auf 2892,7 Tsd. ha reduzierte, ist die Anbaufläche sogar 8,8 % größer und auch das langjährige Mittel von 2007 bis 2012 (3099,4 Tsd. ha) wird 2014 noch um 1,6 % übertroffen. Allerdings haben die Landwirte nicht in allen Bundesländern den Anbau ausgeweitet, in drei Bundesländern (NRW, RP, TH) ging die Fläche sogar moderat zurück.
 
Stärkstes Wachstum im Norden
Am stärksten ausgedehnt wurde der Anbau von Winterweizen in Mecklenburg-Vorpommern (MV), Brandenburg (BB) und Schleswig-Holstein (SH). Im Vergleich zum Vorjahr (2013) hat die Winterweizenfläche in MV um 14,3 % auf 347,2 Tsd. ha zugenommen. Allerdings bleiben die Landwirte in MV damit noch unter ihrem bisherigen Anbaurekord aus dem Jahr 2012 (359,5 Tsd. ha). Dennoch verfügt MV mit nach Bayern und Niedersachsen über die drittgrößte Anbaufläche von Winterweizen. Um 10,7 % auf 151,9 Tsd. ha gewachsen ist die Anbaufläche ein Brandenburg und die Landwirte in Schleswig- Holstein (SH) dehnten den Winterweizenanbau um 8,5 % auf 171,9 Tsd. ha aus. In SH bleibt man mit dieser Anbaufläche noch immer unter dem Wert aus dem Jahr 2012 und auch unter dem langjährigen Mittel.
 
Kräftige Ausweitung in Bayern, moderater Zuwachs in NS
In Bayern nimmt die Anbaufläche ebenfalls um 5,6 % auf 539,7 Tsd. ha zu und übertrifft damit sowohl den Fläche der letzten beiden Jahre als auch das langjährige Mittel. Gleichzeitig ist Bayern (vor Niedersachsen und MV) das Bundesland mit der größten Winterweizenfläche in Deutschland. Lediglich um 1,8 % auf 402 Tsd. ha hat die Anbaufläche von Winterweizen in Niedersachsen zugenommen, Mit dieser Anbaufläche liegen die Niedersachsen jedoch ebenfalls über dem langjährigen Mittel. In Sachsen-Anhalt blieb die Anbaufläche mit 334 Tsd. ha nahezu unverändert zum Vorjahr und auch zum langjährigen Mittelwert. Auch in Baden-Württemberg wuchs die Anbaufläche mit 1,4 % auf 228 Tsd. ha nur relativ moderat.
 
Leichter Anbaurückgang in NRW, RP und TH
Etwas weniger (-1,7 %) Winterweizen als im letzten Jahr bauen die Landwirte mit 273,4 Tsd. ha in NRW an. Damit liegt die Anbaufläche jedoch etwa im langjährigen Durchschnitt. Ebenfalls etwas weniger Winterweizen als 2013 Jahr bauen die Landwirte mit 113,6 Tsd. ha in Rheinland-Pfalz an. Hier wird der langjährige Mittelwert jedoch noch übertroffen. Und auch in Thüringen liegt die Anbaufläche mit 219,6 Tsd. ha knapp unter dem Vorjahr und ganz knapp über dem langjährigen Mittel. Leichte Zuwächse bei der Anbaufläche 2014 verzeichnen hingegen Sachsen mit 1,9 % auf 194 Tsd. ha und Hessen mit 0,6 % auf 165,7 Tsd. ha.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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