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Analyse

EU 2014: Größere Weizenernte und starker Export

von , am
21.03.2014

Das europäische Analystenhaus Strategie Grains erwartet 2014 in der Europäischen Union eine Weichweizenernte von 137,7 Mio. t. Die Ernte des Jahres 2013 war mit 134,9 Mio. t etwa 2 % oder 2,8 Mio. t kleiner als die Prognose für die neue Ernte 2014 (137,7 Mio. t).

© agrar-press
Das europäische Analystenhaus Strategie Grains erwartet 2014 in der Europäischen Union eine Weichweizenernte von 137,7 Mio. t. Die Weichweizenernte des Jahres 2013 war mit 134,9 Mio. t etwa 2 % oder 2,8 Mio. t kleiner als die aktuelle Prognose. Allerdings hat Strategie Grains ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Weizen in Zentraleuropa (Deutschland, Frankreich, Polen) und im Baltikum dringend Regen baucht, damit die bislang erwarteten Erträge auch wirklich kommen. Die EU-Kommission war mit ihrer ersten Ernteschätzung zur Weizenernte mit 134,7 Mio. t deutlich unter der Prognose von Strategie Grains geblieben. Gegenüber der letzten Schätzung vom Februar (137,5 Mio. t) hat  Strategie Grains sogar eine leichte Korrektur um 0,2 Mio. t nach oben vorgenommen. Hintergrund ist eine etwas größere Aussaatfläche als zuletzt unterstellt. Diese ist mit 24,1 Mio. ha rund 0,1 Mio. ha größer als zur Februarprognose und 0,9 Mio. ha größer als im letzten Jahr (23,2 Mio. ha).
 
Noch mehr europäische Weizenexporte
Noch einmal deutlich nach oben gesetzt hat Strategie Grains die Erwartungen an die europäischen Weizenexporte im nächsten Wirtschaftsjahr. Ursache sind die erwarteten Produktions- und Lieferausfälle der Ukraine. Viele Abnehmer von ukrainischem Weizen in Nordafrika und im Mittleren Osten dürften statt dessen europäischen Weizen kaufen. Vor diesem Hintergrund setzten die Analysten die für das nächste Wirtschaftsjahr erwartete Exportmenge nochmals um 0,7 Mio. t auf 22,4 Mio. t nach oben. Im letzten Monat hatte man den erwarteten Export bereits um 1,2 Mio. nach oben korrigiert. Aus dem gleichen Grund korrigierte Strategie Grains auch die Exportmenge des noch laufenden Wirtschaftsjhares um 1,3 Mio. t auf den neuen Rekordwert von 25,6 Mio. t nach oben. Vor allem Deutschland, Polen und Rumänien werden nach Meinung der Analysten mehr exportieren. Die EU-Kommission hat Anfang März in ihrer Prognose für das neue Wirtschaftsjahr Exporte von 22,0 Mio. t erwartet.
 
Französische Ernte fast auf Vorjahresniveau
Für Frankreich, den größten Weizenproduzenten der EU, beließ Strategie Grains die Anbaufläche bei Weichweizen im März bei rund 5,0 Mio. ha. Das entspricht genau der Anbaufläche der Februarschätzung und ebenso der für die letzte Ernte 2013 mit Weizen bestellten Fläche. Die französische Weizenproduktion 2014 erwartet Strategie Grains vor dem Hintergrund der bisherigen Witterungsbedingten bei 36,6 Mio. t und damit 0,1 Mio. t größer als zur Februarprognose und nur noch 0,2 Mio. t kleiner als zur Ernte 2013 (36,8 Mio. t). Die EU-Kommission hat Anfang März in ihrer Prognose eine französische Weichweizenernte von 36,4 Mio. t erwartet.
 
Deutsche Ernte etwas größer, aber unter Vorjahr
Für Deutschland unterstellte Strategie Grains im März (wie schon im Februar) eine Weizenfläche von 3,2 Mio. ha. Im Vergleich zur letzten Ernte 2013 (3,1 Mio. ha) wäre die Anbaufläche für die Ernte 2014 damit rund 0,1 Mio. ha größer. Die Produktionsschätzung für die neue deutsche Weizenernte 2014 haben die Experten von Strategie Grains im März um 0,1 Mio. t auf 24,3 Mio. t nach oben gesetzt. Im Vergleich zur Weizenernte von 2013 (24,7 Mio. t) wäre die derzeit für 2014 erwartete deutsche Weizenernte trotzdem noch 0,4 Mio. t oder knapp 2 % kleiner. Die EU-Kommission hatte Anfang März in ihrer Prognose ebenfalls eine deutsche Weichweizenernte von 24,3 Mio. t erwartet.
 
Unterschiedliche Prognosen für Britannien
Eine deutlich größere Weizenernte als im Jahr 2013 erwarten die Analysten auch im März für das Vereinigte Königreich. Hier ist die Anbaufläche im Vergleich mit 2,0 Mio. h rund 0,4 Mio. ha größer als im Vorjahr. Allerdings erfolgte wegen der starken Regenfälle der letzten Monate eine leichte Korrektur der Produktion um 0,1 Mio. t nach unten. Dennoch wird sich die Weizenproduktion im Vereinigten Königreich deutlich erholen und nach der aktuellen Prognose 15,2 Mio. t erreichen. Das ist zum Februar zwar ein Rückgang von 0,1 Mio. t jedoch im Vergleich zur 2013 (11,9 Mio. t) ein Produktionssprung von 3,3 Mio. t oder 28 % (!!). Die EU-Kommission hat Anfang März in ihrer Prognose allerdings eine deutlich kleinere Weichweizenernte im Vereinigten Königreich von nur 14,1 Mio. t erwartet.
 
Polen mit stabiler Ernte, weniger Weizen in Rumänien
Die Nummer vier unter den europäischen Weizenproduzenten ist Polen. Bei unseren östlichen Nachbarn geht Strategie Grains (wie im Februar) vor einer Anbaufläche von 2,2 Mio. ha für die Ernte 2014 aus. Im Vergleich zur Ernte 2013 ist dies ein Zuwachs von 0,1 Mio. ha. Die Erntemenge könnte 2014 rund 9,6 Mio. t erreichen und damit geringfügig größer sein als 2013 (9,5 Mio. t). Für Rumänien (als den nach Frankreich und Deutschland wichtigsten Weizenexporteur der EU), wird die Anbaufläche für die Ernte 2014 auf 2,1 Mio. ha geschätzt. Das entspricht in etwas auch der Anbaufläche von 2013. Die Produktion könnte 2014 etwa 6,8 Mio. t (Februarschätzung 6,7 Mio. t) erreichen und damit 0,6 Mio. t unter der Rekordernte von 7,4 Mio. t aus dem Jahr 2013 liegen. Die EU-Kommission hat Anfang März in ihrer Prognose für Polen eine Weichweizenernte von 9,7 Mio. t und für Rumänien von 6,9 Mio. t erwartet.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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