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Analyse

Europäische Weizenexporte weiter auf Rekordkurs

von , am
04.11.2014

Der europäische Weizenexport übertrifft weiterhin alle Erwartungen. Am Exporthafen in Hamburg sind die Preise zuletzt weiter gestiegen.

© Mühlhausen/landpixel
Der europäische Weizenexport übertrifft weiterhin alle Erwartungen. Nach den aktuellen Ausfuhrdaten der EU-Kommission wird der Vorsprung der europäischen Weizenexporte gegenüber den Rekordausfuhren aus dem Vorjahr immer größer. Bisher gingen alle Analysten für das aktuelle Wirtschaftsjahr von einem Rückgang der europäischen Ausfuhren im Vergleich zu Vorjahr aus. Der überraschend starke Export zieht zudem auch die Weizenpreise an den deutschen Exporthäfen sowie am europäischen Binnenmarkt nach oben. Dabei bleiben die Prämien für Qualitätsweizen hoch. Zusätzlich Auftrieb erhielten die Weizenpreise zuletzt durch Meldungen aus Russland und den USA, wo sich der Winterweizen der Ernte 2015 zum Teil in kritischem Zustand befindet.
 
Europäischer Export jetzt 9 Prozent höher als 2013
Bis zum 28. Oktober 2014 wurden nach den Daten der EU-Kommission aus der Europäischen Union bereits 9,79 Mio. t Weichweizen (Lizenzen) in Drittländer verkauft. Das ist eine gut 9 Prozent größere Exportmenge als im bisherigen Rekordjahr 2013/14. Damals wurden bis zu diesem Termin 8,97 Mio. t Weizen exportiert und im Vergleich zum Wirtschaftsjahr 2012/13 (5,32 Mio. t) sind die Exporte derzeit 84 Prozent höher. Bis Ende Oktober verzeichneten jedoch auch die beiden Schwarzmeerländer sehr gute Weizenausfuhren. Allerdings hat sich das russische Exporttempo im Verlauf des Oktobers abgeschwächt. Die Ukraine exportierte vom 01. Juli bis 03. November rund 6,7 Mio. t Weizen in Drittländer, Russland exportierte im gleichen Zeitraum 12,1 Mio. t Weizen ins Ausland. Anders als in Europa und am Schwarzen Meer laufen die Weizenverkäufe (Netto) der USA bislang schlechter als im Vorjahr. In diesem Wirtschaftsjahr haben die USA rund 15,1 Mio. t Weizen in Drittländer verkauft und damit etwa ein Viertel weniger als im letzten Jahr zu diesem Termin (20,5 Mio. t).
 
Frankreich verkaufte letzte Woche am meisten
In der aktuellen Abrechnungswoche bis 28. Oktober erreichte die in Drittländer verkaufte Weizenmenge (Lizenzen) einen Umfang von 703.000 t, nach 672.000 t in der Vorwoche und 945.000 t (Rekord) in der Woche davor. In der vergleichbaren Vorjahreswoche (2013/14) lag die Ausfuhrmenge bei 561.000 t und war damit deutlich kleiner. Größter Einzelexporteur in der aktuellen Abrechnungswoche bis zum 28. Oktober war Frankreich, mit einer Ausfuhrmenge von 247.000 t (Vw: 157.000 t). Die zweitgrößte Ausfuhrmenge kam mit 187.000 t aus Deutschland (Vw: 153.000 t). Auf Position drei der größten Exporteure lag in der letzten Woche Litauen mit 163.000 t (Vw.: 0 t) Weizen. Aus Lettland wurden 73.000 t (Vw. 52.000) Weizen verkauft, aus Polen 27.000 t (Vw: 52.000 t) und aus dem Vereinigten Königreich 26.000 t (Vw 14.000 t). {BILD:142347:jpg}
 
Deutschland hat bereits 2,4 Mio. t Weizen verkauft
In den gesamten ersten achtzehn Wochen des aktuellen Wirtschaftsjahres kommt Frankreich auf die größte Menge in Drittländer verkauften Weizen mit insgesamt 2,75 Mio. t. Die zweitgrößte Liefermenge kommt bislang mit 2,44 Mio. t Weizen aus Deutschland. Auf Position drei der größten Exporteure liegt im aktuellen Wirtschaftsjahr Rumänien mit 1,26 Mio. t Weizen. Litauen verkaufte bislang 1,09 Mio. t Weizen in Drittländer, über die niederländischen Exporthäfen wurden 0,58 t Weizen vermarket. Aus Polen gingen bisher 0,4 Mio. t und aus Bulgarien sowie aus Lettland jeweils 0,3 Mio. t Weizen auf den internationalen Markt. Kleinere Mengen Weizen wurden außerdem aus Schweden, Ungarn, dem Vereinigten Königreich, Österreich und Dänemark exportiert.
 
Weizenpreise am deutschen Kassamarkt weiter gestiegen
In der Europäischen Union sind die Weizenpreise in der letzten Woche weiter gestiegen. Am Montag (03.11) kostete der Weizen (Novemberkontrakt) am Terminmarkt in Paris gut 172 Euro/t und damit 2 Euro mehr als vor einer Woche (170 Euro). Am Exporthafen in Hamburg sind die Preise ebenfalls gestiegen. Dort handelte man den Brotweizen mit 12 % Protein für den Novembertermin am Montag (03.11) mit 182 Euro/t und damit 5 Euro teurer als vor einer Woche (177 Euro). Für A-Weizen mit 13 % Protein wurden in Hamburg 190 Euro (Vw: 185 Euro/t) geboten und Futterweizen wurde mit 167 Euro/t (Vw.163 Euro) notiert. Für E-Weizen mit 14 % Protein lagen die Preisangebote bei 212 Euro/t (207 Euro). Im Großhandel in Frankreich kostete der Brotweizen mit 11 % Protein am wichtigsten Handelsplatz in Rouen am Montag 171 Euro/t (Vw: 170 Euro/t).
 
Dr. Olaf Zinke // Redkationsleiter marktkompass
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