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Analyse

Europäischer Ausfuhrrekord und steigende Weizenpreise

von , am
02.12.2014

Zum Monatswechsel hat die EU-Kommission die Daten zum europäischen Weizenmarkt aktualisiert.

© landpixel
Zum Monatswechsel hat die EU-Kommission die Daten und Bilanzen zum europäischen Weizenmarkt aktualisiert. Dabei wurde die Exporterwartung ein weiteres Mal kräftig nach oben korrigiert. Damit übersteigen die von der Kommission für das aktuelle Wirtschaftsjahr erwarteten Weizenexporte erstmals den Rekordwert aus dem Vorjahr. Trotz einer leichten Korrektur der Produktion nach unten, wurde nach den Daten der Kommission zudem die mit Abstand größte Ernte von Weichweizen eingebracht. Der bisherige Rekord aus dem Jahr 2008 wird deutlich übertroffen. Auch insgesamt (einschließlich Hartweizen) erreicht die Weizenernte ein Allzeithoch. Die wichtigsten europäischen und internationalen Analysten haben die europäische Weichweizenernte ähnlich groß oder etwas größer eingeschätzt wie die Kommission.
 
Kommission setzte Produktion leicht nach unten
Die europäische Weichweizenernte 2014 liegt nach den bis Ende November vorliegenden Erntedaten bei 147,1 Mio. t. Im Vergleich zur Oktober-Prognose (147,8 Mio. t) hat die Kommission die Erntemenge damit um 0,7 Mio. t nach unten korrigiert. Gegenüber dem sehr guten Ergebnis von 2013 (134,9 Mio. t) wäre die neue Ernte 2014 rund 12,2 Mio. t oder 9 % größer. Außerdem wäre dies die bislang größte europäische Weichweizenernte überhaupt. Die bisherige europäische Rekordernte aus dem Jahr 2008 (139,4) würde deutlich um 7,7 Mio. t übertroffen. Die diesjährige Erntefläche von Weichweizen veranschlagt die Kommission Ende November auf 24,4 Mio. ha und damit geringfügig kleiner als noch im Oktober (24,6). Im Vergleich zum letzten Jahr (23,4 Mio. t) wäre dies jedoch ein Zuwachs von 1,1 Mio. ha. Der durchschnittliche Ertrag bei Weichweizen lag nach den Daten der Kommission für die EU 28 bei 6,0 t/ha (Okt: 6,0) und damit höher als im bereits sehr guten Vorjahr (5,8).
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Weizenexporte sind auf Rekordkurs
Bei den Weizenexporten (Weichweizen) geht die Kommission in ihrer November-Prognose für das aktuelle Wirtschaftsjahr 2014/15 erstmals von einem neuen Ausfuhr-Rekord aus. Mit den mittlerweile geschätzten 30 Mio. t (Okt.: 28 Mio. t) Weichweizen liegen die erwarteten Weizen-Exporte der Europäer jetzt ganz knapp t über den von der Kommission für die zurückliegende Saison abgerechneten Rekordausfuhren (29,98 Mio. t). Dabei hat die Kommission die erwartete Exportmenge (auf Basis der laufenden Ausfuhrdaten) auf 30,0 Mio. t von zuvor 28,00 Mio. t nach oben korrigiert. Zu den Weichweizenexporten kommen dann noch die Exporte von rund 1,0 Mio. t Hartweizen (Durum). Das USDA erwartete in seinem November-Report für das aktuelle Wirtschaftsjahr 2014/15 ebenfalls europäische Gesamtausfuhren bei Weizen von 28,0 Mio. t (Okt: 28 Mio. t) und der IGC geht aktuell von 28,1 Mio. t (Okt.: 28,1 Mio. t) aus. Beide Schätzungen sind mittlerweile niedriger als die Prognose der Kommission.
 
Starker Export lässt Endbestände nicht so stark wachsen
Die erwarteten Endbestände für das Wirtschaftsjahr 2014/15 korrigierte die Kommission Ende November wegen der größeren Exporte (nochmals) deutlich nach unten. Bei 13,7 Mio. t erwartet die Kommission am Ende des aktuellen Wirtschaftsjahres die europäischen Weizenbestände. Das wären 1,7 Mio. t weniger als im Oktober (15,4 Mio. t) erwartet wurden jedoch 5,5 Mio. t größere Endbestände als im letzten Wirtschaftsjahr (8,2 Mio. t). Damit führt der starke Export zu einem Abschmelzen der Bestände und gleichzeitig zu einem deutlich über den ursprünglichen Erwartungen liegenden Niveau der Weizenpreise. Allerdings erwartet die Kommission auch eine Zunahme der Weizenimporte. Diese sollen nach der aktuellen Prognose der Kommission mit 4,0 Mio. t rund 1,0 Mio. t größer ausfallen als noch im Oktober erwartet wurde und 2,2 Mio. t größer als im letzten Wirtschaftsjahr (1,8 Mio. t).
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Verbrauch von Futterweizen um 20 Prozent höher als 2013
Der Einsatz von Weizen in der Tierfütterung soll den Berechnungen der Kommission im aktuellen Wirtschaftsjahr 2014/15 einen Umfang von 51,5 Mio. t (Okt: 51,5 Mio. t) erreichen und damit deutlich größer sein als im zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2013/14 (42,9 Mio. t). Das wäre ein Zuwachs bei der Weizenverfütterung von 8,6 Mio. t oder 20 %. Der Internationale Getreiderat (IGC) erwartete den europäischen Verbrauch von Futterweizen Ende November ebenfalls bei 51,5 Mio. t (Okt. 51,0 Mio. t). Das USDA geht für die aktuelle Saison sogar von  57,5 Mio. t Futterweizen in der EU aus. Etwas kleiner bei knapp 47,95 Mio.t ( Vj: 48,05 Mio. t) erwartet die Kommission den europäischen Verbrauch von Nahrungsweizen.
 
Weizenpreise sehr kräftig gestiegen
In Europa sind die Weizenpreise im November kräftig gestiegen. Am 03. November kostete der Weizen am europäischen Terminmarkt noch rund 172 Euro. Einen Monat später am 28. November lagen die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt bei knapp 184 Euro und damit etwa 14 Euro höher. Am 1. Dezember (15:30 Uhr ) kletterten die Weizenpreise sogar bis auf 187 Euro nach oben und damit auf den höchsten Stand seit Juni 2014. Im Vergleich zum letzten Tiefstand der Preise von Ende September (155 Euro) sind die Weizenpreise damit 32 Euro oder 21 Prozent höher. Im letzten Jahr (2013) kostete der Weizen zu diesem Termin 197 Euro/t und damit rund 10 Euro mehr. Am Exporthafen in Hamburg handelte man den Brotweizen mit 12 % Protein für den Januartermin am Montag den 1. Dezember mit 201 Euro/t (Vormonat: 182 Euro). Für A-Weizen mit 13 % Protein wurden in Hamburg 209 Euro/t (Vormonat: 190 Euro) geboten und Futterweizen wurde mit 183 Euro (Vormonat: 167 Euro) notiert. Der Preis für E-Weizen lag Anfang Dezember bei 223 Euro/t (Vormonat 212 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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