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Analyse

Europäischer Weizenexport fast auf Vorjahresniveau

von , am
08.08.2014

Der europäische Weizenexport erreicht zum Beginn des neuen Wirtschaftsjahres fast das sehr hohe Niveau des Vorjahres.

© Nightman1965/Fotolia
 
Der europäische Weizenexport erreicht zum Beginn des neuen Wirtschaftsjahres fast das sehr hohe Niveau des Vorjahres. Allerdings verkauften Anfang August ganz besonders Frankreich und Rumänien größere Mengen Weizen in Drittländer, während die deutschen Exportmengen (anders als im Vorjahr) wegen der witterungsbedingten Ernteverzögerungen bislang noch relativ überschaubar ausfallen. In den ersten sechs Wochen des neuen Wirtschaftsjahres 2014/15 wurden nach den Angaben der EU-Kommission etwa 1,84 Mio. t Weichweizen der neuen Ernte ins Ausland verkauft. Das ist nur noch eine 6 % kleinere Exportmenge als im Rekordjahr 2013/14 zu diesem Termin (1,96 Mio. t), jedoch 78 % mehr als vor zwei Jahren (1,03 Mio. t).
 
Rumänien exportierte diese Woche am meisten
In der aktuellen Abrechnungswoche bis 05. August erreichte die in Drittländer verkaufte Weizenmenge (Lizenzen) einen Umfang von 532.000 t, nach 540.000 t in der Vorwoche und 262.000 t vor zwei Wochen. In der vergleichbaren Vorjahreswoche (2013/14) lag die Ausfuhrmenge nur bei 367.000 t und war damit erstmals niedriger als in diesem Jahr. Vor zwei Jahren (2012/13) verkauften die Europäer in dieser Woche lediglich 283.000 t Weizen ins Ausland. Größter Einzelexporteur in der Woche bis zum 05. August war Rumänien mit einer Ausfuhrmenge von 205.000 t. Die zweitgrößte Ausfuhrmenge kam mit 167.000 t aus Frankreich. Auf Position drei der größten Exporteure lag in der letzten Woche Deutschland mit 58.000 t Weizen. Über die niederländischen Exporthäfen wurden letzte Woche 48.000 t Weizen verschifft. Darüber hinaus gingen aus Bulgarien rund 25.000 t Weizen auf den internationalen Markt, aus Dänemark 19.000 t und aus Ungarn 7.000 t.
 
Frankreich weiter vor Rumänien und Deutschland
Größter Einzelexporteur in den ersten sechs Wochen des aktuellen Wirtschaftsjahres ist Frankreich, mit einer Ausfuhrmenge von insgesamt 641.644 t. Die zweitgrößte Liefermenge kam mit 514.650 t Weizen aus Rumänien. Üblicherweise beginnt die Ausfuhr aus den Schwarzmeerländern Rumänien und Bulgarien sehr früh im Wirtschaftsjahr. Auf Position drei der größten Exporteure lag in den ersten sechs Wochen des aktuellen Wirtschaftsjahres Deutschland mit 268.803 t Weizen. Über die niederländischen Exporthäfen wurden 215.617 t Weizen vermarket und aus Bulgarien gingen bisher 130.795 t Weizen auf den internationalen Markt. Kleinere Menge wurden zudem aus Ungarn, Dänemark, Schweden, Österreich verkauft.
 
Weizen-Importe nehmen zu
Importiert wurden in den ersten sechs Wochen des aktuellen Wirtschaftsjahres rund 346.328 t Weizen und damit dreimal so viel wie im vorigen Wirtschaftsjahr (120.000 t). Gleichzeig ist die Importmenge nur halb so groß wie vor zwei Jahren. Damals waren in den ersten sechs Wochen 768.000 t Weizen aus Drittländern auf den europäischen Markt geflossen. Bislang gingen 89.000 t Weizen nach Spanien, 75.000 t nach Italien, 69.599 t nach Deutschland, 30.000 t nach Frankreich sowie 26.000 t nach Griechenland und 7.100 t nach Polen.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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