Login
Analyse

Export zieht Weizenpreise nach oben

von , am
20.10.2014

Die europäischen Weizenpreise sind in der letzten Woche gestiegen. Am deutschen Kassamarkt wurden die Weizenpreise durch den starken Export nach oben gezogen.

© landpixel
Die europäischen Weizenpreise sind in der letzten Woche gestiegen. Dabei erreichten die Preise am Terminmarkt wieder die Marke von 160 Euro. Am deutschen Kassamarkt wurden die Weizenpreise durch den starken Export nach oben gezogen. Erste Daten zur europäischen Anbauentwicklung von Weizen zu Ernte 2015 gehen von einer weitgehend unveränderten Anbaufläche aus. In den USA hat der Weizen letzte Woche ebenfalls zugelegt. Dort läuft der Weizenexport jedoch nicht so gut wie in Europa und wie am Schwarzen Meer. Erste Schätzungen zum US-Weizenanbau 2015 gehen von einer Einschränkung der Aussaatfläche um gut 1 % aus. Im vorbörslichen elektronischen Handel starten die Weizenpreise in den USA heute mit einem Minus in die Woche.
 
Europäische Weizenexporte auf Rekordkurs
Bis Mitte Oktober haben die Europäer mehr Weizen ins Ausland verkauft als im letzten Jahr. Dabei befanden sich die europäischen Weizenexporte (Lizenzen) bereits im vorigen Wirtschaftsjahr auf Rekordniveau. Anden deutschen Exporthäfen sind die Weizenpreise in der letzten Woche kräftig gestiegen. Dabei ist die Nachfrage nach Qualitätsweizen aus Europa (Deutschland) weiterhin hoch und es werden hohe Prämien gezahlt. In den ersten sechzehn Wochen des laufenden Wirtschaftsjahres 2014/15 wurden nach den Daten der EU-Kommission bereits 8,4 Mio. t Weichweizen (Lizenzen) ins Ausland verkauft. Das ist eine 5 Prozent größere Exportmenge als im Rekordjahr 2013/14. Auch aus der Ukraine und aus Russland meldet man für diesen Zeitraum sehr hohe Exporte von 5,9 Mio. t bzw. 11,1 Mio. t.
 
Weizenanbau in der EU 2015 stabil
Das europäischen Analystenhaus Strategie Grains hatte die Anbaufläche für Weichweizen in der Europäischen Union zur Ernte 2015 in der letzten Woche auf rund 24,0 Mio. ha geschätzt und damit im Wesentlichen unverändert zum Jahr 2014. Zu einem ähnlichen Ergebnis waren auch die Analysten des Internationalen Getreiderates (IGC) in einer ersten Prognose zur Anbauentwicklung bei Weizen in der Europäischen Union gekommen. Gleichzeitig geht Strategie Grains bei Hartweizen für das nächste Jahr von eiern Anbauausweitung um 6 % auf 2,55 Mio. ha aus. Für die USA schäten die Analysten von Informa Economics derzeit einen Rückgang der Weizenfläche um rund 1 % bzw. 0,23 Mio. ha auf 22,84 Mio. ha (56,43 Mio. Acres).
 
Weizenpreise höher, schwacher Wochenbesginn
Die Weizenpreise sind am europäischen Terminmarkt im Verlauf der letzten Woche zweitweise bis auf 161,50 Euro/t gestiegen, konnte dieses Niveau jedoch nicht ganz halten. Im Wochenvergleich haben die Preise dennoch zugelegt. Am vorigen Freitag (17.10) kostete der Weizen (Novemberkontrakt) am europäischen Terminmarkt 160,0 Euro/t und damit gut 1 Euro mehr als am Freitag (10.10) vor einer Woche (158,75 Euro). Auch die hinteren Termine haben weiter zugelegt. Der Januarkontrakt notierte am Freitag bei 164,5 Euro und damit 1,5 Euro höher als in der Vorwoche (Vw.: 163,0) und der März ging mit 168,5 Euro aus dem Handel und damit 2,5 Euro teurer (Vw.: 166). Zum Beginn der neuen Woche (20.10) startete der Handel am europäischen Terminmarkt allerdings mit einem  Minus.
 
Weizenpreise am Kassamarkt gestiegen
Am deutschen Kassamarkt haben die Weizenpreise in der letzten Woche kräftig zugelegt. Am deutschen Exporthafen in Hamburg handelte man den Brotweizen mit 12 % Protein für den Oktobertermin am Freitag (17.10) mit 172 Euro/t und damit 11 Euro teurer als am Freitag zuvor (161 Euro). Die Preisangebote für Brotweizen zur Anlieferung im Dezember lagen in Hamburg am Freitag bei 175 Euro/t (Vw: 163 Euro). Für A-Weizen mit 13 % Protein wurden in Hamburg 180 Euro/t (Vw: 167) geboten und für E-Weizen mit 14 % Protein lagen die Angebotspreise bei 202 Euro (Vw: 197 Euro). Gleichzeitig wurde Futterweizen mit 163 Euro gehandelt (Vw. 155 Euro). In  Frankreich kostet der Brotweizen mit 11 % Protein am wichtigsten Handelsplatz in Rouen am Freitag 163 Euro/t und damit 2 Euro mehr als in der Vorwoche (161 Euro/t).
 
US-Weizen hat weiter zugelegt
In den USA haben die Weizenpreise in der letzten Woche ebenfalls zugelegt.. Der Dezembertermin des Chicago-Weizen (SRW) beendete den Handel am Freitag (17.10) bei 148,57 Euro/t (516 Ct/bu) und damit in US-Währung 3,6 Prozent teurer als in der Vorwoche (498,4 Ct). Der Märzkontrakt kostete am Terminmarkt in Chicago (SRW) am Freitag umgerechnet 152 Euro/t (528 Ct/bu ) und damit 3,5 Euro mehr als eine Woche zuvor (149,5 Euro). Der US-Brotweizen der Sorte Hard Red Winter (Dezemberkontrakt) gingen am Freitag (17.10) am Terminmarkt mit 173,3 Euro/t (601,6 Ct/bu) aus dem Handel (+ 5,3 Euro z. Vw.). Demgegenüber kostete der Sommerweizen (HRS) am US-Terminmarkt 164,3 Euro/t (570,4 Ct/bu) und damit 3,0 Euro mehr als letzte Woche. Am heutigen Montag (20.10) liegen die Weizenpreise im elektronischen vorbörslichen Handel in Chicago im Minus.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
Auch interessant