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Analyse

Exportnachfrage zieht Weizenpreise nach oben

von , am
15.10.2015

Die Weizenpreise sind ab der zweiten Septemberhälfte kräftig gestiegen und die Preiserholung setzt sich zunächst auch im Oktober fort.

© landpixel
 
Die Weizenpreise sind ab der zweiten Septemberhälfte kräftig gestiegen und die Preiserholung setzt sich zunächst auch im Oktober fort. Trotz des sehr großen Angebots europäischen Weizenernte, die zuletzt (Frankreich, UK)sogar immer weiter nach oben korrigiert wurde und damit immer weiter in die Nähe der Rekordernte aus dem vorigen Jahr rückt, steigen steigen die Weizenpreise immer weiter. Daran kann offenbar auch die sehr große europäische Ernte und ebenfalls sehr großen Ernten in Russland und der Ukraine nicht viel ändern. Auch dort sind die Preise seit September kräftig gestiegen und ziehen damit auch die Exportpreise mit nach oben.
 
Europäer und Schwarzmeerländer  profitieren
Hauptgrund für den Preisanstieg dürfte (ähnlich wie 2014) die seit September sehr kräftig anziehende globale Exportnachfrage sein, von der ganz besonders die beiden Schwarzmeerländer und die Europäer profitieren. Das USDA hat im Oktober jedenfalls sowohl die Exporterwartung für die Länder Europäischen als auch für Ruland und die Ukraine weiter nach oben gesetzt - und für die USA nach unten. Die Exportprogosen für die EU liegen mittlerweile wieder bei 33,0 Mio. t, für Russland bei 23,5 Mio. t und für die Ukraine bei 15,0 Mio. t.
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Terminmarkpreise seit September kräftig gestiegn
Am Terminmarkt sind die Weizenpreise Mitte Oktober wieder bis auf etwa 180 Euro gestiegen, nachdem der Weizen Anfang September zeitweise bis auf etwa 153 Euro abgestürzt war. Das ist ein Preisanstieg von knapp 30 Euro bzw. 18 %. Ähnlich verlief die Entwicklung im vorigen Jahr. Damals stiegen die Weizenpreise von 151 Euro im September bis zum Jahresende bis auf rund 200 Euro.
 
Exportpreise im Oktober höher als 2014
Am deutschen Exporthafen Hamburg wurde der Brotweizen der neuen Ernte mit 12 % Protein Mitte Oktober mit 178 Euro notiert und damit 8 Euro höher als vor vier Wochen (170) und 13 Euro höher als im vorigen Jahr zum gleichen Termin (165 Euro). Für A-Weizen mit 13 % Protein wurden Mitte Oktober 184 Euro geboten und damit 9 Euro mehr als vor vier Wochen (175 Euro) und 13 Euro mehr als im vorigen Jahr (171). Für E-Weizen mit 14 % Protein lagen die Angebotspreise Mitte Oktober in Hamburg bei 193 Euro und damit 7 Euro höher als vor vier Wochen (185) und 7 Euro niedriger als im vorigen Jahr (200).
 
Kräftiger Preisanstieg in Frankreich
Beim größten europäischen Weizen-Exporteur Frankreich, wurde der Brotweizen der neuen Ernte (mit 11 % Protein), am wichtigsten Handelsplatz in Rouen, am heutigen Mittwoch (14.10) mit 168 Euro je t gehandelt und damit 14 Euro höher als vor vier Wochen (152 Euro). Vor einem Jahr lagen die Weizenpreise in Rouen ebenfalls bei 160 Euro waren damit nur 8 Euro niedriger als jetzt.
 
Dr. Olaf Zinke
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