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Analyse

Fehlstart für EU-Weizenexport

© imago/itar-tass
von , am
04.08.2017

Der EU-Weizenexport hat einen äußerst lahmen Start in das neue Wirtschaftsjahr genommen. Der starke Euro wird zum Wettbewerbsnachteil.

Nach Angaben der EU-Generaldirektion Landwirtschaft wurden im Juli 2017 nur knapp 940.700 Mio. t Weichweizen aus der EU ausgeführt. Im Vorjahresmonat waren es 2,6 Mio. t oder 64 % mehr, im Juli 2015 immerhin fast 2,0 Mio. t.

Ein Faktor ist dabei sicherlich der starke Kurs des Euro gegenüber dem US-Dollar. Seit Jahresbeginn hat die Gemeinschaftswährung gut 12 % an Wert gewonnen gegenüber dem Dollar. Das bedeutet beim Weizen einen Preisnachteil auf dem Weltmarkt von rund 20 €/t.

Auch Malz startet schwach

Auch Gerste und Gerstenmalz starteten schwach in das neue Wirtschaftsjahr. Der Drittlandsabsatz von Gerste lag mit 170.800 t um 81 % unter der Vorjahreslinie. Die Ausfuhren von Gerstenmalz verfehlten den Wert von vor zwölf Monaten um 28 %.

Der gesamte EU-Getreideexport blieb mit 1,49 Mio. t um 2,6 Mio. t oder fast zwei Drittel hinter der Menge von Juli 2016 zurück. Der Abstand zum Juli 2015 war sogar noch etwas größer.

Top-Destinationen

Der im Juli aus der EU exportierte Weizen stammte fast zur Hälfte aus Frankreich. Aus Deutschland wurden 157.500 t ausgeführt.

Mit Abstand wichtigstes Empfängerland war Algerien, das 343.300 t oder gut ein Drittel der EU-Weizenexporte aufnahm. An zweiter Stelle folgte Ägypten mit 119.800 t.

Bei der Gerste dominierten Saudi-Arabien und Libyen als Abnehmerländer, beim Gerstenmalz Japan und Vietnam.

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