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Analyse

Frankreich exportiert mehr Weizen, Deutschland weniger

von , am
25.11.2014

Der europäische Weizenexport bleibt auch im November auf Rekordkurs und liegt unverändert deutlich über dem Vorjahr

© Mühlhausen/landpixel
Der europäische Weizenexport bleibt auch im November auf Rekordkurs und liegt unverändert deutlich über dem Vorjahr. Dabei zeigen die vorläufigen Ausfuhrdaten-Daten der EU-Kommission jedoch überraschenderweise, dass insbesondere Frankreich (trotz Qualitätsproblemen) sowie einige osteuropäische und skandinavische Länder (Polen, Ungarn, Schweden) mehr Weizen exportiert haben als im Vorjahr zu diesem Termin. Dagegen ist die deutsche Ausfuhrmenge etwas kleiner als im letzten Jahr zum gleichen Zeitpunkt und auch die rumänischen Exporte sind kleiner als im letzten Jahr. Im letzten Jahr hatte Deutschland Ende November deutlich mehr Weizen am Weltmarkt verkauft als Frankreich. Dabei ist in diesem Jahr ist vor allem deutscher Qualitätsweizen bzw. hochwertige Brotweizen gefragt und erzielt deutlich höhere Prämien als im Vorjahr. Dagegen verkauft sich der französische Weizen offenbar vor allem über den (niedrigen) Preis und ist derzeit billiger als der Weizen aus Russland oder der Ukraine. Letzte Woche wurde sogar über Futterweizen-Exporte Frankreichs in die USA überrichtet.
 
Europäischer Export höher, USA verliert deutlich
Bis zum 18. November 2014 wurden nach den Daten der EU-Kommission aus der Europäischen Union bereits 11,5 Mio. t Weichweizen (Lizenzen) in Drittländer verkauft. Das ist eine gut 8 Prozent größere Exportmenge als im bisherigen Rekordjahr 2013/14. Damals wurden bis zu diesem Termin 10,6 Mio. t Weizen exportiert und im Vergleich zum Wirtschaftsjahr 2012/13 (5,32 Mio. t) sind die Exporte derzeit 69 Prozent höher. Bis Ende November verzeichneten auch die beiden Schwarzmeerländer sehr gute Weizenausfuhren. Die Ukraine exportierte vom 01. Juli bis 24. November rund 7,28 Mio. t Weizen in Drittländer, Russland exportierte im gleichen Zeitraum 15,59 Mio. t Weizen ins Ausland. Anders als in Europa und am Schwarzen Meer laufen die Weizenverkäufe (Netto) der USA bislang deutlich schlechter als im Vorjahr. Bis zum 13. November haben die USA rund 16,2 Mio. t Weizen in Drittländer verkauft und damit ein Viertel weniger als im letzten Jahr zu diesem Termin (21,8 Mio. t).
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Frankreich mit und Deutschland mit weniger Exporten
In den ersten 21 Wochen des aktuellen Wirtschaftsjahres kommt Frankreich auf die größte Menge in Drittländer verkauften Weizen mit insgesamt 3,33 Mio. t. Das sind (ungeachtet der französischen Qualitätsprobleme) immerhin 18 % oder 0,51 Mio. t mehr als im letzten Jahr zu diesem Termin, als die Franzosen nur 2,82 Mio. t exportiert hatten. Die zweitgrößte Liefermenge kommt bislang mit 3,0 Mio. t Weizen aus Deutschland. Im vorigen Jahr lag die deutsche Ausfuhrmenge zu diesem Termin immerhin bei 3,24 Mio. t und war damit rund 8 % höher als 2014 und auch größer als die Ausfuhr Frankreichs. Auf Position drei der größten Exporteure liegt im aktuellen Wirtschaftsjahr Rumänien mit 1,32 Mio. t in Drittländer verkauften Weizen. Vor einem Jahr hatten die Rumänien 1,5 Mio. t Weizen in Drittländer verkauft und damit 14 % mehr als 2014.
 
Mehr Exporte aus Litauen und Polen
Deutlich gesteigert haben im Vergleich zum Vorjahr auch einige osteuropäische und skandinavische Länder ihre Ausfuhrmengen. So verkaufte Litauen bislang 1,13 Mio. t Weizen in Drittländer, während es im letzten Jahr zu diesem Termin nur 0,82 Mio. t waren. Polen kommt bisher auf Ausfuhren von 0,59 Mio. t im Vergleich zu 0,17 Mio. t im Jahr 2013. Auch aus Schweden gingen 0,3 Mio. t auf den internationalen Markt (Vj: 0,0). Aus Bulgarien sowie aus Lettland wurden jeweils 0,33 Mio. t in Drittländer verkauft damit ähnlich viel wie 2013. Mehr Weizen als 2013 wurde außerdem aus dem Vereinigten Königreich und etwas weniger aus Ungarn exportiert. Über die niederländischen Exporthäfen wurden 0,7 t Weizen vermarket und damit weniger als im letzten Jahr (0,98 Mio. t).
 
Weizenpreise am deutschen Kassamarkt gestiegen
In der Europäischen Union sind die Weizenpreise in der vorigen Woche moderat gestiegen und waren auch zum Beginn der neuen Woche relativ fest. Am Montag (24.11) kostete der Weizen (Januarkontrakt) am Terminmarkt in Paris knapp 179 Euro/t und damit 7 Euro mehr als zum Beginn des Monats (172 Euro). Am Exporthafen in Hamburg sind die Preise ebenfalls gestiegen. Dort handelte man den Brotweizen mit 12 % Protein für den Novembertermin am Montag (24.11) mit 187 Euro/t und damit 5 Euro teurer als Anfang November (182 Euro). Für A-Weizen mit 13 % Protein wurden in Hamburg 195 Euro (190 Euro/t) geboten und Futterweizen wurde mit 172 Euro/t (167 Euro) notiert. Für E-Weizen mit 14 % Protein lagen die Preisangebote bei 217 Euro/t (212 Euro). Im Großhandel in Frankreich kostete der Brotweizen mit 11 % Protein am wichtigsten Handelsplatz in Rouen am Montag 175 Euro/t (170 Euro/t).
 
Dr. Olaf Zinke // Redkationsleiter marktkompass
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