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Analyse

Getreiderat korrigiert globale Weizenernte nach unten

von , am
26.06.2015

Ende Juni schätzt der Internationale Getreiderat (IGC) die neue globale Weizenernte nach unten.

Englische Landwirte holten sich dank einer perfekten Saison den Weltrekord für die Weizenernte. © Mühlhausen/landpixel
 
Ende Juni schätzt der Internationale Getreiderat (IGC) die neue globale Weizenernte nach unten. Grund sind die witterungsbedingt nach unten korrigierten Ernteprognosen für die Europäische Union, für Australien und für Indien. Nach oben ging es hingegen mit der Ernteprognose für die Ukraine. Dagegen blieb die Erwartung für die russische Ernte ebenso unverändert wie die Ernteschätzung für die USA. Der Verbrauch geht nach Einschätzung des IGC zwar ebenfalls leicht zurück, jedoch würde die globale Versorgung bei Weizen im neuen Wirtschaftsjahr nach eine kleine Deckunglücke aufweisen, so dass die Bestände leicht abschmelzen, jedoch im längerfristigen Vergleich immer noch relativ hoch sind .
 
Der Weizenexport blieb zu vorigen Schätzung unverändert, wäre zum zurückliegenden Wirtschaftsjahr jedoch etwa kleiner. Dabei bliebt die EU vor den USA und Russland der globale Spitzenexporteur. Die Weizenpreise schwanken seit einigen Wochen zwar relativ stark, an den wichtigsten internationalen Handelsplätzten ist das aktuelle Niveau der Weizenpreise (IGC-Index) Ende Juni ähnlich hoch wie Ende Mai. Im Vergleich zum Vorjahr sind die aktuellen Exportpreise (in USD) allerdings rund 20 Prozent niedriger.
 
Verbrauch etwas größer als Produktion
Nach Einschätzung des IGC wird die neue globale Weizenernte 2015/16 im Vergleich zum zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2014/15 um 9,5 Mio. t auf 711 Mio. t zurückgehen. Damit liegt die aktuelle Produktionserwartung des IGC rund 10 Mio. t unter der letzten Ernteschätzung des USDA, dass einen globale Weizenernte von rund 721,6 Mio. t erwartet. Im Vergleich zur Mai-Prognose hat der IGC seine Gesamtprognose um rund 4 Mio. t nach unten gesetzt. Ursache sind die kleiner erwarteten Ernten in der Europäischen Union, in Australien und in Indien.
 
Die globale Verbrauchsmenge schätzt der IGC Ende Juni auf 713 Mio. t und damit rund 3 Mio. t größer als im letzten Jahr (710 Mio. t). Im Vergleich zur Mai-Prognose (715) hat der IGC die Verbrauchsmenge um rund 2 Mio. t nach unten gesetzt. Dennoch übersteigt der Verbrauch (713) die Produktion (711) um rund 2 Mio. t, so dass die Bestände leicht von 197,6 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2014/15 auf 195,8 Mio. t im neuen Wirtschaftsjahr 2015/16 zurückgehen. Dennoch bleiben die Endbestände relativ hoch und übersteigen den Wert von 2013/14 (187 Mio. t) um fast 10 Mio. t.
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Größere Ernte in der Ukraine, Russland unverändert
Unverändert gelassen hat der IGC seine Ernteschätzungen für Russland mit 55,0 Mio. t (Vj. 59,7 Mio. ). Damit liegt die aktuelle Schätzung des IGC für Russland auf dem gleichen Niveau wie die Prognose des USDA. Dabei hat das USDA die russische Weizenfläche (Winter- und Sommerweizen) noch einmal etwas n nach oben gesetzt und geht derzeit von 25,2 Mio. ha aus nach 23,6 Mio. ha im letzten Jahr. Für die Ukraine schätzt der IGC die neue Erntemenge hingegen auf 22,0 Mio. t nach oben von zuvor 21,0 Mio. t (Vj. 24,8). Das USDA hatte die Ernte für die Ukraine zuletzt sogar auf 23,0 Mio. t nach oben geschätzt und schätzt die Weizenfläche ebenfalls noch einmal etwa nach oben auf 6,8 Mio. ha nach 6,3 Mio. ha im letzten Jahr.
 
Europäische Ernte nach unten korrgiert
Für die Europäische Union hat der IGC die Weizenernte (Weich- und Hartweizen) Ende Juni indessen nach auf jetzt 148,8 Mio. t nach unten korrigiert (dav. 140,9 Mio. t Weichweizen). Im Mai ging man noch von 150,0 Mio. t (dav. 142,1 Mio. t Weichweizen) aus. Damit liegt die aktuelle Prognose des IGC für die Weichweizenernte jetzt unter der letzten Schätzung von Strategie Grains mit 141,6 Mio. t Weichweizen und auch unter der Schätzung der EU-Kommission mit 141,5 Mio. t Weichweizen.
Das USDA hatte im Juni für die Europäischen Union mit 150,7 Mio. t (Weich- und Hartweizen) eine rund 3 Mio. t größere Produktion wie der IGC prognostiziert. Im Vergleich zur Rekordernte aus dem Vorjahr von 156,2 Mio. t (dav. 149,1 Mio. t Weichweizen) wäre die jetzt erwartete bislang zweitgrößte europäische Ernte immerhin 4,7 % oder 8,0 Mio. t kleiner.
 
Kleinere Ernte in Australien, USA und Kanada stabil
Für Indien korrigierte der IGC seine Prognose noch weiter auf nur noch 89,0 Mio. t nach unten, von zuvor 91,0 Mio. t und 95,9 Mio. t im Vorjahr. Für die USA ließ der IGC seine Ernteerwartung unverändert bei 58,2 Mio. t. Damit wäre die US-Ernte rund 3,0 Mio. t größer als im letzten Jahr (55,1 Mio. t). Unverändert blieb auch die Prognose für Kasachstan mit 13,5 Mio. t (Vj: 13,0) für Kanada mit 30,0 Mio. t (Vj. 29,3 Mio. t). Dagegen wurde die Ernteprognose für Australien witterungsbedingt (El Nino) von 27 Mio. t auf 25,5 Mio. t gesenkt, liegt damit joch weiterhin über dem Vorjahr (23,6Mio. t).
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Europäer trotz Ausfuhrrückgang Exportweltmeister
Der IGC setzt die für das neue Wirtschaftsjahr 2015/16 erwartete globale Handelsmenge unverändert mit 149,4 Mio. t (Mai: 149,3) an, nach einem Handelsvolumen von 152,94 Mio. t im zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2014/15. Dabei erwartet der IGC, dass die Europäer nach einer Rekordausfuhrmenge von 35,8 Mio. t (dav: 33,6 Mio. t Weichweizen) im zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2014/15, im neuen Wirtschaftsjahr 2015/16 etwa 31,4 Mio. t (dav: 29,2 Mio. t Weichweizen) exportierten und damit etwa 4,4 Mio. t weniger. Dennoch bleiben die die Europäer mit dieser Ausfuhrmenge deutlich vor den USA (25,2 Mio. t), vor Kanada (22,4 Mio. t) und Russland (21,0) der größte globale Weizenexporteur.
 
Mehr Exporte für die Ukraine, Russland unverändert (hoch)
Für Russland erwartet der IGC in seinem aktuellen Report für das neue Wirtschaftsjahr 2015/16 weiterhin Exporte von 21,0 Mio. t (Mai: 21 Mio. t), nach Ausfuhren von 22,0 Mio. t im zu Ende gehenden Wirtschaftsjahr, als die Russen im Februar Exportzölle eingeführt hatten und ihre Ausfuhren damit regulierten. Für die Ukraine werden vom IGC für das neue Wirtschaftsjahr 2015/16 Ausfuhren von 10,0 Mio. t (Mai: 9,0 Mio. t) erwartet, nach 11,5 Mio. t im zurückliegenden Wirtschaftsjahr. Für Kasachstan rechnet der IGC für 2015/16 mit Exporten von 6,5 Mio. t (Mai: 6,5), nach 5,6 Mio. t im zurückliegenden Wirtschaftsjahr. Die Exportprognose des IGC für Australien liegt im aktuellen Report bei 18,4 Mio. t (Vj. 17,3 Mio. t) und damit niedriger als vier Wochen (19,5).
 
Weizenpreise am Terminmarkt fast auf Vorjahresniveau
Am europäischen Terminmarkt haben die Weizenpreise im Juni weiter sehr kräftig geschwankt und bewegten im Monatsverlauf zwischen knapp 176 Euro und knapp 186 Euro/t. Kurz vor dem Monatswechsel (26. Juni) liegen die Preise bei etwa bei 185,50 Euro/t. Damit sind die europäischen Weizenpreise am Terminmarkt nur 2 Euro niedriger als im Juni vor einem Jahr (188 Euro/t) und liegen zudem knapp 10 Euro höher als Ende Mai (176 Euro).
 
Am deutschen Exporthafen in Hamburg handelte man den Brotweizen mit 12 % Protein kurz vor dem Monatswechsel mit 184 Euro/t und damit 9 Euro niedriger als vor einem Jahr (193 Euro). Für A-Weizen mit 13 % Protein werden derzeit in Hamburg 194 Euro/t geboten und damit etwa so viel wie vor einem Jahr (195 Euro). Für E-Weizen mit 14 % Protein lagen die Angebotspreise im Schnitt bei 224 Euro und damit 20 Euro höher als vor einem Jahr (205 Euro). An den internationalen Handelsplätzten war das aktuelle Niveau der Weizenpreise (IGC-Index in USD) Ende Juni ähnlich hoch wie Ende Mai. Im Vergleich zum Vorjahr sind die aktuellen Exportpreise allerdings rund 20 Prozent niedriger
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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