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Analyse

Globale Weizenernte schrumpft weiter

von , am
07.07.2015

Die Abwärtskorrekturen an der globalen Weizenernte 2015 setzen sich fort.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Abwärtskorrekturen an der globalen Weizenernte 2015 setzen sich fort. Anfang Juli korrigiert das private Analystenhaus Informa Economics seine Erwartungen an die neue globale Weizenernte nach unten. Grund sind die witterungsbedingt nach unten gesetzten Ernteprognosen für die Europäische Union, für Kanada und für Australien. Diesen Rückgang konnten gleichzeitig die nach oben gesetzten Ernteprognosen für Russland, die Ukraine, für die USA und Kasachstan nicht ausgleichen. Gleichzeitig blieb die Erwartung für die sehr schwache indische Ernte ebenso unverändert wie die Ernteschätzung für China.
 
Informa schätzt Weizenernte kleiner als USDA
Nach Einschätzung der Analysten von Informa Economics wird die neue globale Weizenernte 2015/16 gegenüber der Produktion aus dem zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2014/15 um 7,2 Mio. t auf 715,2 Mio. t zurückgehen. Im Vergleich seiner vorigen Schätzung hat Informa seine aktuelle Ernte-Prognose um rund 3,5 Mio. t nach unten gesetzt.
 
Damit liegt die aktuelle Produktionserwartung von Informa rund 6,4 Mio. t unter der letzten Ernteschätzung des USDA (721,6 Mio. t), dass seine Prognose am Ende dieser Wochen wohl ebenfalls nach unten korrigieren dürfte. Die letzte Ernteschätzung des Internationalen Getreiderates (IGC) von nur noch 711,3 Mio. t wird von Informa allerdings noch übertroffen.
 
Europäische Ernte nach unten korrigiert
Für die Europäische Union haben die Analysten von Informa Economics die Weizenernte (Weich- und Hartweizen) Anfang Juli auf jetzt 148,5 Mio. t nach unten korrigiert. Vor vier Wochen ging man noch von 150,3 Mio. t aus. Damit liegt die aktuelle Prognose von Informa jetzt auf einer Höhe mit der letzten Schätzung des internationalen Getreiderates 148,8 Mio. t Weizen und noch über der aktuellen Schätzung der EU-Kommission von 147,8 Mio. t Weizen (dav. 139,9 Weichweizen).
 
Das USDA hatte im Juni für die Europäischen Union mit 150,7 Mio. t (Weich- und Hartweizen) eine rund 2 Mio. t größere Produktion wie Informa Economics prognostiziert (dürfte diese Woche allerdings ebenfalls weiter nach unten korrigieren). Im Vergleich zur Rekordernte aus dem Vorjahr von 155,7 Mio. t wäre die jetzt von Informa erwartete europäische Ernte 7,2 Mio. t bzw. knapp 5 % kleiner.
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Ernte Russland ist größer
Nach oben korrigiert hat Informa seine Ernteschätzungen für den am Weizenmarkt wichtigsten europäischen Konkurrenten Russland auf 57,0 Mio. t. Das wären rund 1,0 Mio. t mehr als bei der vorigen Prognose im Juni (56,0 Mio.t), jedoch 2 Mio. t weniger als im vorigen Jahr (59,0). Der Internationale Getreiderat hatte die russischen ernte Ende Juni nur auf 55,0 Mio. t geschätzt und auch dass USDA ging bislang von 55,0 Mio. t aus.
 
Höhere Erwartungen für die Ukraine und Kasachstan
Für die Ukraine schätzt Informa Economics die neue Erntemenge auf 24,0 Mio. t nach oben, von zuvor 23,0 Mio. t (Vj. 24,8). Das USDA hatte die Ernte für die Ukraine zuletzt ebenfalls auf 23,0 Mio. t geschätzt und der IGC ging Ende Juni von 22 Mio. t aus.
 
Für Kasachstan liegt die aktuelle Informa-Schätzung bei 12,5 Mio. t , nach 11,8 Mio. t bei der letzten Prognose und 13,0 Mio. t im letzten Jahr. Der IGC hatte die kasachische Ernte sogar auf 13,5 Mio. t geschätzt und das USDA ging im Juni ebenfalls von 12,5 Mio. aus.
 
Kleinere Ernten in Kanada und Australien
Witterungsbedingt (Trockenheit) deutlich nach unten korrigiert hat Informa seine Ernteprognose für Kanada auf 29,8 Mio. t . Die vorige Prognose lag noch bei 32,2 Mio. t und im vorigen Jahr ernteten die Kanadier 29,3 Mio. t Weizen. Auch die Ernteprognose für Australien wurde witterungsbedingt (El Nino) auf 24 Mio. t von zuvor 25,5 Mio. t gesenkt, liegt damit jedoch etwa auf dem Niveau vom Vorjahr (23,6 Mio. t).
 
Nach oben für die USA, keine Änderungen in Indien und China
Für die USA hat Informa seine Ernteerwartung jetzt auf 58,8 Mio. t nach oben gesetzt. Die letzte Prognose lag noch bei 58,3 Mio. t. Damit wäre die neu US-Ernte 0,5 Mio. t größer als bei der letzten Schätzung und rund 3,7 Mio. t größer als im letzten Jahr (55,1 Mio. t).
 
Für Indien ließ Informa seine Prognose unverändert bei sehr schwachen 88,0 Mio. t . Das wäre eine 7,9 Mio. t oder gut 8 % kleinere Ernte als im sehr guten Vorjahr mit 95,9 Mio. t. Die Erwartungen an die aktuelle chinesische Ernte blieben ebenfalls unverändert bei 125,0 Mio. t, im Vergleich zu 126,2 Mio. im Jahr zuvor. Das USDA ging für China im Juni allerdings von einer Rekordernte von 130,0 Mio. t aus und IGC erwarte immerhin 127 Mio. t.
 
Dr. Olaf Zinke
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