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Analyse

Gute Exportaussichten helfen Weizenpreisen nach oben

von , am
26.01.2015

Der weitere Fall des Euros auf den tiefsten Stand seit 11 Jahren verbesserte noch einmal die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Weizens an den Exportmärkten.

© landpixel
 
Am europäischen Weizenmarkt stützt die die jüngste Entscheidung der Zentralbank die Preise. Der weitere Fall des Euros auf den tiefsten Stand seit 11 Jahren verbesserte noch einmal die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Weizens an den Exportmärkten. Die ohnehin schon sehr gut laufenden Weizenexporte dürften damit einem weiteren Schub erhalten und damit auch die Preise am europäischen Binnenmarkt stützen. Auch das Wirksamwerden von Exportzöllen in Russland ab Februar verbessert die Wettbewerbsfähigkeit der Europäer für den Rest des Wirtschaftsjahres.
 
Allerdings wird ein weiterer Preisanstieg durch das durchaus vorhandene große Angebot (globale Rekordernte und sehr hohe Bestände) in anderen exportorientierten Ländern begrenzt. Bislang konnte auch der schlechte Zustand des Winterweizens in den USA sowie in Russland den Preisen nicht weiter nach oben helfen. Für die Europäischen Union rechnen die Analysten von Strategie Grains für 2015 mit einer rund 5,4 % (ca. 8 Mio. t) kleineren Weichweizenernte als 2014. Dennoch kostet die nächste Ernte am europäischen Terminmarkt derzeit rund 5 Euro weniger als der aktuelle Weizen (März).
 
Weizenpreise klettern weiter nach oben
Die Weizenpreise haben am europäischen Terminmarkt am Freitag (23.01) leicht zugelegt. Der Märzkontrakt für den Weizen ging mit 198,50 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (198,0 Euro) sind die Preise damit um 0,25 % oder 0,5 Euro gestiegen. Der Maikontrakt notierte bei 199,0 Euro und damit 1,00 Euro höher als am Vortag (198,0 Euro) und die nächste Ernte (September) kostete 193,75 Euro und damit 1,00 Euro mehr als am Vortag (192,75 Euro). Im Vergleich zum Vorjahr (185,50 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit 13,0 Euro höher. In den USA beginnt der elektronische vorbörsliche Handel rund 0,4 % im Plus und damit relativ neutral. Am europäischen Markt liegt der Weizen am Montag Mittag bei 198,75 Euro und damit 0,25 Euro im Plus.
 
Weizenpreise am Kassamarkt gestiegen
Am Kassamarkt sind die Weizenpreise letzte Woche ebenfalls gestiegen. Am Freitag (23.01) handelte man den Brotweizen mit 12 % Protein am Exporthafen in Hamburg für den Februartermin mit 205 Euro/t und damit 3 Euro teurer als am Freitag zuvor (202 Euro). A-Weizen mit 13 % Protein kostete in Hamburg für die Anlieferung im Februar 219 Euro/t und damit 3 Euro mehr als vor einer Woche (216 Euro). Für E-Weizen mit 14 % Protein lagen die Angebotspreise bei 235 Euro und damit 3 Euro höher als vor einer Woche (232 Euro). Gleichzeitig wurde der Futterweizen in Hamburg mit 192 Euro gehandelt und damit 2 Euro höher als letzte Woche (190 Euro). Im Großhandel in Frankreich kostet der Brotweizen mit 11 % Protein am wichtigsten Handelsplatz in Rouen am Montag (26.01) mit 194 Euro/t und damit 4 Euro teurer als letzte Woche (190 Euro).
 
Im Vergleich zum Vorjahr (Januar 2015) sind die Preise für A-Weizen an den deutschen Exporthäfen derzeit rund 20 Euro  höher und E-Weizen wird an den Exporthäfen 25 Euro höher bezahlt als im Januar 2014. Brotweizen wird aktuell zu 10 Euro höheren Preisen gehandelt wie im Januar 2014 und Futterweizen ist derzeit ähnlich teuer wie vor 12 Monaten.
 
Europäischer Export nimmt Fahrt auf
Der europäische Weizenexport nimmt weiter Fahrt auf. Rund 730.000 t (Vw: 553.000 t) Weizen wurden in der Woche bis 20. Januar in Drittländer verkauft (dav. 296.000 t aus Frankreich und 121.000 t aus Deutschland). Bis zum 20. Januar 2015 war die aus der Europäischen Union in Drittländer verkaufte Weizenmenge mit 16,05 Mio. t rund 3,9 % kleiner als die Rekordausfuhrmenge aus dem vorigen Jahr. Aus Deutschland wurde bisher 4,1 Mio. t in Drittländer verkauft, aus Frankreich 4,93 Mio. t, aus Rumänien 1,74 Mio. t und aus Litauen 1,44 Mio. t. Allerdings ist die deutsche Ausfuhrmenge derzeit 17 % oder 0,8 Mio. t kleiner als im letzten Jahr. (4,9 Mio. t). Die Verkaufsmenge Frankreichs liegt nur 3 % niedriger als vor 12 Monaten und die rumänischen Exporte sind ähnlich groß wie im letzten Jahr.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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