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Analyse

Hitzewelle drückt die Ertragserwartungen

von , am
27.07.2015

Das ungewöhnliche heiße und trockene Wetter, das weite Teile Westeuropas Anfang Juli fest im Griff hielt, hat die Ertragserwartungen für Getreide und Raps dahinschmelzen lassen.

© Mühlhausen/landpixel
Die Getreideerträge in der Europäischen Union dürften das fünfjährige Mittel nunmehr klar unterschreiten. Vor allem Körnermais litt unter Hitzewelle, die Norditalien, Frankreich, Deutschland, Polen, die Tschechische Republik, Österreich und Ungarn besonders traf. Aber auch die Ernteschätzung für Raps hat die Crop-Monitoring-Agentur der EU-Kommission (MARS) gegenüber dem Stand von Ende Juni nach unten angepasst.
 
Nach der jüngsten Ertragsprognose von MARS wird die EU-Getreideernte 2015 einen mittleren Ertrag von 5,19 t/ha erreichen; das wären 9 Prozent weniger als im Vorjahr und 0,4 Prozent weniger als im fünfjährigen Mittel. Noch Ende Juni hatte die EU-Agentur ein Ertragsniveau von 5,32 t/ha für wahrscheinlich gehalten, womit der mehrjährige Mittelwert von 5,21 t/ha klar übertroffen worden wäre.
 
Den durchschnittlichen Weizenertrag korrigierte MARS relativ leicht nach unten um 5 dt auf 5,57 t/ha gegenüber 5,62 t/ha vor vier Wochen. Damit würde das Vorjahresresultat zwar um 5,6 Prozent verfehlt, das Fünf-Jahres-Mittel aber immerhin noch um 2,5 Prozent überschritten. Ähnliche Korrekturen setzte das EU-Büro für Gerste an. Das mittlere Ertragsniveau soll nun 4,61 t/ha ausmachen und wäre damit 1,2 dt besser als im fünfjährigen Durchschnitt.
 
Den Körnermais schädigte die trockene Hitze aber in der für das Ertragsniveau wichtigen Blüte, so dass MARS die Schätzung besonders deutlich verringerte. Im Mittel soll das Ertragsniveau in der Europäischen nur noch 6,71 t/ha erreichen. Damit würde die Flächenproduktivität gegenüber dem Vorjahr um 16,9 Prozent nachgeben und um 4,4 Prozent unter dem Fünf-Jahres-Mittelwert bleiben.
 
Beim Raps senkte MARS die Ertragsschätzung innerhalb eines Monats um 1,5 Prozent auf nun noch 3,23 t/ha; das wären 3 Prozent mehr als im mittelfristigen Durchschnitt, aber 10,8 Prozent weniger als 2014.
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