Login
Analyse

IGC: Getreide- und Sojamarkt reichlich versorgt

von , am
31.07.2015

Der Weltmarkt für Getreide und Sojabohnen bleibt 2015/16 reichlich versorgt. Das prognostiziert der Internationale Getreiderat (IGC).

© Mühlhausen/landpixel
Trotz trockenheitsbedingter Ernteeinbußen bei Weizen und Mais in der Europäischen Union sowie bei Weizen, Gerste und Hafer in Kanada hat der IGC seine jüngste Vorschätzung (30.7.) für die globale Getreideernte gegenüber dem Stand von Ende Juni um 4 Mio. t angehoben auf 1,97 Mrd. t. Das wäre die drittgrößte Getreideernte aller Zeiten. Das Rekordniveau von 2014/15 würde damit nur um 2 Prozent verfehlt. Da der IGC die Nachfrage etwas schwächer einschätzt als noch vier Wochen zuvor, könnte das laufende Wirtschaftsjahr mit höheren Endbeständen abschließen als zunächst erwartet. Die Londoner Experten beziffern die Vorräte nun auf voraussichtlich 435 Mio. t; das sind 13 Mio. t mehr als bisher prognostiziert und nur 9 Mio. t weniger als in der Schlussbilanz Ende 2014/15 verbucht wurden.
 
Seine Schätzung für die weltweite Weizenernte hat der IGC nur marginal auf 710 Mio. t zurückgenommen, womit das Vorjahresresultat um 11 Mio. t unterschritten würde. Die Vorräte blieben damit praktisch unverändert.
 
Beim Mais geht der Getreiderat nunmehr von einer um 3 Mio. t größeren Erzeugung aus als Ende Juni angenommen. Mit 966 Mio. t Mais würde das Resultat von 2014/15 um 3,4 Prozent verfehlt. Auch hier würden die Endbestände kaum in Angriff genommen werden müssen, um die Bilanz auszugleichen.
 
Bei den Sojabohnen sieht sogar alles danach aus, als ob die globalen Vorräte 2015/16 mit 48 Mio. t ein neues Rekordhoch erreichen. Dabei dürften sich vor allem in den Hauptexportländern die Lager füllen. Laut IGC wird die Erzeugung weltweit allerdings um 1,9 Prozent auf 316 Mio. t zurückgehen. Das entspricht der Vorschätzung von Ende Juni. Ursache sind etwas niedrigere Erträge in wichtigen Erzeugerländern.
 
Die sehr komfortable Marktversorgung hat die Getreide- und Sojapreise weltweit unter Druck gesetzt. Nach einem Zwischenhoch gegen Ende Juni und Anfang Juli, haben die Notierungen im weiteren Verlauf des Juli ins Negative gedreht. Der aggregierte IGC-Preisindex für Getreide und Ölsaaten fiel Ende Juli mit 194 Punkten nach unten aus der Spanne der Durchschnittspreise der vergangenen fünf Jahre heraus. Verglichen mit dem Vorjahr lag der Index zum Berichtszeitpunkt rund 20 Prozent tiefer.
Auch interessant