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Analyse

Kansas/USA: Trockenheit drückt Weizenernte auf 18Jahrestief

von , am
02.05.2014

Die wichtigste US-Feldtour schätzt das Ertragspotential (und die Erntemenge) beim Winterweizen im größten US-Weizenanbaustaat Kansas Anfang Mai katastrophal ein.

© Mühlhausen/landpixel
Die wichtigste US-Feldtour schätzt das Ertragspotential (und die Erntemenge) beim Winterweizen im größten US-Weizenanbaustaat Kansas Anfang Mai katastrophal ein. Die zum 57ten mal vom Wheat Quality Council in Kansas organsierte und quer durch den Bundesstaat gehende Feldtour, ermittelte Erträge für den dort angebauten Weizen der Sorte Hard-Red-Winter-(HRW) von nur noch 33,2 buschel/acres (2,23 t/ha). Das wäre der niedrigste Weizenertrag in Kansas seit dem Jahr 2007 und damit das schlechteste Ergebnis seit 7 Jahren. Ursache für die sehr schwachen Erträge ist die extreme und lange anhaltende Trockenheit in Kansas und den drei anderen wichtigen Weizenanbaustaaten Texas, Oklahoma und Colorado.
 
Kleinste Ernte seit 18 Jahren möglich
In Kansas hat es im westlichen Drittel des Bundesstaates seit etwa 180 Tagen deutlich zu wenig Niederschlag gegeben. Sollte die Trockenheit weiter anhalten, wird sich nach Einschätzung von Teilnehmern der Feldtour die Ertragsleistung noch weiter verschlechtern. Neben der Ertragsleistung haben die Tourteilnehmer auch die für Kansas erwartete Produktionsmenge von Winterweizen geschätzt. Dabei kommen die Analysten auf eine Weizenernte von 260,7 Mio. Buschel (7,095 Mio. t). Das wäre die kleinste Weizenernte für den Kansas seit 1996  - also seit 18 Jahren. Das USDA hatte Ende März für Kansas eine Aussaatfläche von 9,3 Mio. Acres (3,76 Mio. ha) ermittelt. Für die Ernte 2013 lag die Aussaatfläche bei etwa 9,5 Mio. Acres (3,85 Mio. ha). Allerdings wurden wegen der schon 2013 bestehenden Trockenheit nur 8,4 Mio. Acres (3,4 Mio. ha) und damit 88 % der Aussaatfläche auch wirklich abgeerntet.
 
Produktion um 18 % kleiner als 2013
Die im Jahr 2013 in Kansas geerntet Weizenmenge wurde vom USDA mit 319 Mio. Buschel (8,68 Mio. t) angegeben und war damit bereits 15 % niedriger als 2012 als die Farmer 378 Mio. Buschel (10,29 Mio. t) von den Feldern holten. Drei Jahre zuvor (im Jahr 2011) lag die Erntemenge wegen einer ähnlich langen Trockenheit ebenfalls nur bei 276,5 Mio. Buschel (7,52 Mio. t). Die durchschnittlichen Erträge wurden für Kansas für das Jahr 2013 mit 38 bu/acres (2,55 t/ha) angegeben, für 2012 mit 42 bu/acres (2,82 t/ha) und für 2011 mit 35 bu/acres (2,34 /ha) und damit durchweg höher als jetzt vom Wheat Quality Council  für 2014 erwartet wird.
 
Oklahoma könnte 37 % weniger Weizen ernten
Eine parallel stattfindende Feldtour im drittgrößten Weizenanbaustaat Oklahoma, kommt sogar zu noch dramatischeren Ergebnissen. Für Oklahoma wird die nächste Weizenernte auf 66,5 Mio. Buschel (1,81 Mio. t) geschätzt und damit auf den niedrigsten Stand seit 1957, meldet die für dei Tour verantwortliche Oklahoma Wheat Growers Association. Im Vergleich zum Jahr 2013 wäre dies ein Rückgang der Erntemenge von 37 % (!!!). In weiten Teilen Oklahomas hat es seit 6 Monaten kaum noch geregnet.
 
Oklahoma schon 2013 und 2011 mit großen Problemen
Ausgesät wurde der Weizen in Oklahoma für die aktuelle Ernte 2014 auf 5,3 Mio. Acres (2,14 Mio. ha). Für die Ernte 2013 lag die Aussaatfläche sogar bei 5,6 Mio. Acres (2,26 Mio. ha). Allerdings wurde der Weizen bereits 2013 nur von 3,4 Mio. Acres und damit von 60 % der Aussaatfläche abgeerntet. Die Produktionsmenge lag 2013 bei 105,4 Mio. Bu (2,86 Mio. t), während im Jahr 2012 rund 154,8 Mio. Buschel (4,213 Mio. t) geerntet wurden. Im Jahr 2011 ernteten die Farmer in Oklahoma indessen ebenfalls nur 70,4 Mio. Buschel (1,916 Mio. t). Die durchschnittlichen Erträge lagen 2013 bei 31 bu/acres (2,09 t/ha) und 2012 bei 36 bu/acres (2,42 t/ha) sowie 2011 nur bei 22 bu/acres (1,47 t/ha).
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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