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Analyse

Kommission erwartet 2015 weiterhin große Weizenernte

von , am
31.03.2015

Kurz vor dem Monatswechsel hat die EU-Kommission ihre Prognose zur Weizenernte 2015 sowie die Eckdaten zum europäischen Markt aktualisiert.

© Mühlhausen/landpixel
 
Kurz vor dem Monatswechsel hat die EU-Kommission ihre Prognose zur Weizenernte 2015 sowie die Eckdaten zum europäischen Markt aktualisiert. Im Vergleich zur letzten Prognose von Ende Februar haben die EU-Experten die Erwartungen an die kommende europäische Weizenernte 2014 leicht nach unten gesetzt. Grund für die nach unten gesetzte Ernteschätzung ist die etwas nach unten korrigierte Anbaufläche bei Weichweizen. Die Anbaufläche wäre 2015 nach den Daten der Kommission rund 1,0 Mio. ha (!!)) kleiner als im letzten Jahr. Den Weizenexport hat die Kommission auf einem sehr guten Niveau belassen, jedoch ist dies deutlich niedriger als im aktuellen Wirtschaftsjahr. Trotz der kleineren Ernte wachsen die Endbestände 2015 nochmals an, allerdings nicht so kräftig wie noch im Februar erwartet. Gleichzeitig liegt die Kommission mit ihrer Ernteschätzung für Weichweizen etwas höher als die Analysten von Strategie Grains.
 
Ernteschätzung liegt deutlich über 140 Mio. t
Die neue europäische Weichweizenernte 2015 schätzt die Kommission Ende März auf 141,1 Mio. t. Im Vergleich zur Februarprognose (141,5 Mio. t) ist dies ein Rückgang von 0,4 Mio. t. Gegenüber der Rekord-Ernte aus dem letzten Jahr (2014) von 148,2 Mio. t wäre die neue Ernte 2015 damit 7,1 Mio. t oder 4,8 % kleiner. Dennoch wäre die Ernte 2015 noch vor der bisher zweitgrößten europäischen Ernte aus dem Jahr 2008 (139,4),  die zweitgrößte Weichweizenernte überhaupt. Die aktuelle Anbaufläche von Weichweizen veranschlagt die Kommission in der Ende März auf 24,11 Mio. ha und damit nochmals 0,13 Mio. ha kleiner als bei der Februar-Schätzung (24,24 Mio. ha). Im Vergleich zur Weizenfläche im letzten Jahr (25,11 Mio. t) wäre dies jedoch ein Rückgang von 1,0 Mio. ha oder 4 %. Die Anbauflächen der  letzten 15 Jahre davor (unter 24,0 Mio. ha) würden jedoch durchweg übertroffen. Das europäische Analystenhaus Strategie Grains hatte die Ernte Mitte März auf 140,4 Mio. t geschätzt und damit 0,7 Mio. t kleiner. Die Anbaufläche für Weichweizen veranschlagte Strategie Grains mit 23,9 Mio. ha ebenfalls etwas kleiner als die Kommission.
 
Weniger Weizenexporte, Bestände wachsen
Bei den Weizenexporten erwartet die Kommission im nächsten Wirtschaftsjahr 2015/16 einen kräftigen Rückgang, dennoch bleiben die Export im langfristigen Vergleich sehr hoch. Mit geschätzten 27,1 Mio. t wäre die erwartete Exportmenge rund 3,9 Mio. t bzw. 13 % unter den für die laufende Saison unterstellen Rekord-Ausfuhren von 31,0 Mio. t. Trotz der kleineren Ernte nehmen die Endbestände von 13,3 Mio. t im laufenden Wirtschaftsjahr auf 16,2 Mio. t in der nächsten Saison zu. Das wäre ein Zuwachs von 22 % oder 2,9 Mio. t. Vor vier Wochen hatte die Kommission allerdings noch ein deutlich stärkeres Bestandswachstum auf 18,7 Mio. t erwartet. Grund für die Korrektur ist der höhere Verbrauch von Futterweizen, der anstelle von 48 Mio. t (Februarprognose) nun 50,0 Mio. betragen sollen: Dennoch bleibt der erwartete Futterverbrauch damit noch 1,9 Mio. t kleiner als im aktuellen Wirtschaftsjahr (51,9 Mio. t).
 
Frankreich mit Rekord, Deutschland unter Vorjahr
Für Frankreich, den größten Weizenproduzenten der EU, schätzt die Kommission die Produktion von Weichweizen im März auf ,3 Mio. t. Das wären nicht nur 0,8 Mio. t mehr als zur im sehr guten letzten Jahr (37,5 Mio. t) sondern die bislang größte französische Weichweizen-Ernte überhaupt. Strategie Grains hatte Mitte März eine französische Weichweizenernte von 37,5 Mio. t erwartet. Für Deutschland erwarteten die Experten der Kommission im März eine Weizenernte von 26,4 Mio. t. Im Vergleich zur Weizenernte von 2014 (27,7 Mio. t) wäre die derzeit für 2015 erwartete deutsche Weizenernte 1,3 Mio. t oder knapp 4,7 % kleiner. Strategie Grains hatte die deutsche Weichweizenernte Mitte März auf 25,9 Mio. t geschätzt und damit ebenfalls deutlich kleiner.
 
Weniger Weizen in UK und Polen
Die Weizenernte im Vereinigten Königreich soll nach der aktuellen der EU-Kommission 14,9 Mio. t erreichen. Das wäre im Vergleich zur Ernte 2014 (16,6 Mio. t) ein Rückgang von 1,7 Mio. t oder 10 % . Strategie Grains hatte die Weizenernte für das Vereinigte Königreich Mitte März auf 15,0 Mio. t geschätzt. Die Nummer vier unter den europäischen Weizenproduzenten ist Polen. Bei unseren östlichen Nachbarn geht die Kommission von einer Weizenernte von rund 9,8 Mio. t aus und damit 1,8 Mio. t weniger als 2014 (11,6 Mio. t). Die aktuelle Schätzung von Strategie Grains für Polen liegt bei 10,6 Mio. t und ist damit größer als die aktulle Kommissions-Prognose. 
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
 
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