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Analyse

Kommission korrigiert Weizenernte nach oben

von , am
30.04.2014

Im Vergleich zur letzten Prognose von Ende März haben die EU-Experten ihre Erwartungen an die neue europäische Weizenernte 2014 moderat nach oben korrigiert.

Wundermittel Bakterien: Bestimmte Bazillen können in Symbiose wachstumsfördern für Nutzpflanzen wirken. © hapo/landpixel
Ende April hat die EU-Kommission Ernteprognose und Marktbilanz für den europäischen Weizenmarkt aktualisiert. Im Vergleich zur letzten Prognose von Ende März haben die EU-Experten ihre Erwartungen an die neue europäische Weizenernte 2014 moderat nach oben korrigiert. Grund für den Produktionsanstieg sind bessere Ernteprognosen für Frankreich und das Vereinigte Königreich und in etwas geringerem Umfang für Deutschland. Den Export hat die Kommission auf einem hohen Niveau belassen, jedoch deutlich unter dem Rekordwert im laufenden Wirtschaftsjahr. Gleichzeitig wachsen die Endbestände etwas stärker wie bisher angenommen.  Insgesamt nähert sich die Kommission mit ihrer Ernteschätzung der noch immer etwas höheren Prognose von Strategie Grains an.
 
Ernte wird sehr gut, größere Anbaufläche
Die neue europäische Weichweizenernte 2014 schätzt die Kommission Ende April auf 135,9 Mio. t. Im Vergleich zur Märzprognose (134,5 Mio. t) ist dies ein (weiterer) Zuwachs von 0,5 Mio. t. Gegenüber der Ernte 2013 (134,3 Mio. t) wäre die neue Ernte 2014 damit 1,6 Mio. t größer. Außerdem wäre dies nach dem Jahr 2008 (139,4) die bislang zweitgrößte europäische Weichweizenernte überhaupt. Die aktuelle Anbaufläche von Weichweizen veranschlagt die Kommission in der aktuellen Prognose unverändert auf 23,9 Mio. ha. Im Vergleich zum letzten Jahr (23,3 Mio. t) wäre dies ein Zuwachs von 0,6 Mio. ha. Das europäische Analystenhaus Strategie Grains hatte die Ernte im April auf 137,2 Mio. t geschätzt und damit nur 1,3 Mio. t größer. Die Anbaufläche für Weichweizen veranschlagte Strategie Grains auf 24,0 Mio. ha.
 
Weizenexporte gehen zurück, Bestände wachsen
Bei den europäischen Weizenexporten erwartet die Kommission im nächsten Wirtschaftsjahr einen deutlichen Rückgang. Mit geschätzten 22 Mio. t bleibt die erwartete Exportmenge rund 5,0 Mio. t bzw. 19 % unter der von den Kommissions-Experten für die noch laufende Saison unterstellen Rekordausfuhren (27,0 Mio. t ). Gleichzeitig wachsen die Endbestände von 9,5 Mio. t im noch laufenden Wirtschaftsjahr auf 11,9 Mio. t in der nächsten Saison um 25 % oder 2,4 Mio. t an. Vor vier Wochen hatte die Kommission allerdings noch ein geringeres Bestandswachstum auf 10,3 Mio. t erwartet. Der Einsatz von Weizen in der Tierfütterung soll nach Einschätzung der Kommission im neuen Wirtschaftsjahr 2014/15 kräftig auf 49,6 Mio. t von zuvor 43,8 Mio. t zunehmen. Das wäre ein Mehrverbrauch von 5,8 Mio. t oder knapp 13 %.
 
Mehr Weizen in Frankreich, gute Ernte in Deutschland
Für Frankreich, den größten Weizenproduzenten und Exporteur der EU, schätzt die Kommission die Ernte 2014 Ende April auf 37,4 Mio. t und damit 0,5 Mio. t größer als 2013 (36,9 Mio. t). Zunächst war die Kommission nur von einer französischen Erntemenge von 36,4 Mio. t ausgegangen. Für Deutschland erwarten die Experten der Kommission für 2014 Ende April eine Weizenernte von 25,0 Mio. t (zuvor 24,3 Mio. t). Im Vergleich zur Weizenernte von 2013 (24,9 Mio. t) wäre die für 2014 erwartete Erntemenge damit ähnlich groß. Strategie Grains hatte seine Prognose für Deutschland mit 24,3 Mio. t deutlich niedriger angesetzt.
 
Starker Zuwachs im Vereinigten Königreich
Eine deutlich größere Weizenernte als im Jahr 2013 erwarten die EU-Experten für 2014 im Vereinigten Königreich. Dort war im Jahr 2013 die Anbaufläche witterungsbedingt deutlich kleiner. Die neue Weizenernte wird wegen der größeren Anbaufläche wieder zulegen und nach der aktuellen Prognose 14,7 Mio. t erreichen. Das ist im Vergleich zur letzten Schätzung (14,1 Mio. t) ein Zuwachs von 0,6 Mio. t. Im Vergleich zum Jahr 2013 (12,1 Mio. t) bedeutet die Kommissionsprognose einen Produktionszuwachs von 2,6 Mio. t oder 21 %. Strategie Grains hatte seine Prognose für das Vereinigte Königreich mit 15,2 Mio. t sogar noch deutlich höher angesetzt.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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