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Analyse

Kommission: Neue Weizenernte etwa so groß wie 2013

von , am
07.03.2014

Kernaussagen sind eine Ausweitung der Anbaufläche, eine ähnlich große Produktion wie 2013 sowie ein deutlicher Rückgang der Exporte.

© BAyer CropScience
 
Anfang März hat die EU-Kommission ihre erste detaillierte Einschätzung zum europäischen Weizenmarkt im neuen Wirtschaftsjahr 2014/15 vorgelegt. Kernpunkte sind eine Ausweitung der Anbaufläche, eine ähnlich große Produktion wie 2013 sowie ein deutlicher Rückgang der Exporte. Dabei wachsen die Endbestände und der Verbrauch von Futterweizen im Vergleich zum aktuellen Wirtschaftsjahr sehr deutlich. Außerdem bleibt die Kommission mit ihrer Ernteschätzung für Weichweizen relativ deutlich unter der Februar-Prognose der Analysten von Strategie Grains. Gründe sind vor allem eine kleinere Ernteerwartung für das Vereinigte Königreich sowie etwas schwächere Ernten in Frankreich, Deutschland und Rumänien.
 
Anbaufläche größer, Produktion kaum verändert
Die neue europäische Weichweizenernte 2014 schätzt die Kommission Anfang März auf 134,7 Mio. t. Im Vergleich zur Ernte 2013 von 134,4 Mio. t ist dies ein marginaler Produktionszuwachs von 0,3 Mio. t. Die Anbaufläche von Weichweizen veranschlagt die Kommission in diesem Jahr auf 23,8 Mio. ha. Im Vergleich zum letzten Jahr (23,2 Mio. t) ist ein Zuwachs von 0,6 Mio. ha oder knapp 3 %. Das europäische Analystenhaus Strategie Grains hatte die Ernte im Februar immerhin auf 137,5 Mio. t geschätzt und damit fast 3,0 Mio. t größer. Die Anbaufläche für Weichweizen veranschlagte Strategie Grains mit 24 Mio. ha etwas größer als die Kommission.
 
Weizenexport kleiner, Bestände wachsen kräftig
Bei den Weizenexporten erwartet die Kommission im nächsten Wirtschaftsjahr einen deutlichen Rückgang. Mit geschätzten 22 Mio. t ist die erwartete Exportmenge rund 4 Mio. t bzw. 15 % kleiner als die Kommissions-Experten für die die noch laufende Saison unterstellen (26 Mio. t t). Gleichzeitig wachsen die Endbestände von 8,9 Mio. t zum Ende der noch laufenden Saison auf 11,1 Mio. in der nächste Saison um fast 25 % an. Das ist jedenfalls keine gute Nachricht für die Weizenpreise. Der Einsatz von Weizen in der Tierfütterung soll um fast 5 Mio. t bzw. 11 % auf 50,1 Mio. t zunehmen.
 
Weniger Weizen in Frankreich und Deutschland
Für Frankreich, den größten Weizenproduzenten und Exporteur der EU, schätzt die Kommission die Ernte 2014 auf 36,4 Mio. t und damit 0,4 Mio. t kleiner als 2013 (36,8 Mio. t). Strategie Grains war mit 36,5 Mio. t von einer ähnlich großen Ernte ausgegangen. Für Deutschland erwartet die Kommission für 2014 eine Weizenernte von 24,3 Mio. t. Im Vergleich zur Weizenernte von 2013 (24,9 Mio. t) wäre die für 2014 erwartete Erntemenge 0,6 Mio. t oder etwa 2 % kleiner. Strategie Grains hatte seine Prognose für Deutschland mit 24,2 Mio. t ähnlich hoch wie die Kommission angesetzt.
 
Größere Produktion im Vereinigten Königreich
Eine größere Weizenernte als im Jahr 2013 erwartet die Kommission für 2014 im Vereinigten Königreich. Dort war im Jahr 2013 die Anbaufläche witterungsbedingt deutlich kleiner. Die neue Weizenernte wird wegen der größeren Anbaufläche zulegen und nach der aktuellen Prognose 14,1 Mio. t erreichen. Das ist die im Vergleich zur Schätzung von Strategie Grains (15,3 Mio. t) jedoch eine um 1,2 Mio. t kleinere Erntemenge. Ursache für die schlechtere Prognose sind offenbar die jüngsten Überschwemmungen auf den britischen Inseln. Dennoch ist dies im Vergleich zur 2013 (12,1 Mio. t) einen Produktionszuwachs von 2 Mio. t oder 17 % .
 
Polen mit etwas größerer Ernte, weniger Weizen in Rumänien
Die Nummer vier unter den europäischen Weizenproduzenten ist Polen. Bei unseren östlichen Nachbarn erwartet die Kommission für 2014 einen leichten Produktionszuwachs. Die Erntemenge könnte etwa 9,7 Mio. t erreichen und damit 0,3 größer sein als 2013 (9,4 Mio. t). Für Rumänien, den nach Frankreich und Deutschland wichtigsten Weizenexporteur der EU, schätzt die Kommission die Ernte 2014 auf etwa 6,9 Mio. t. Im Vergleich zur Rekordernte 2013 mit 7,5 Mio. t wäre dies ein Rückgang von 0,6 Mio. t oder 8 %.
 
Prognosen für Osteuropa und Spanien kleiner
Für Bulgarien liegt die aktuelle Ernteprognose bei 4,7 Mio. t nach einer Produktion von 5,0 Mio. t im letzten Jahr. Auf 6,3 Mio. t versanschlagt die Kommission die Weizenernte für Spanien, den neben Italien größten Weizenimporteur der EU. Im letzten Jahr ernteten die Landwirte auf der iberischen Halbinsel 6,7 Mio. t Weizen und damit 0,5 Mio. t mehr asl für 2013 erwarte wird. Für Italien liegt die aktuelle Ernteprognose für Weichweizen mit 3,5 Mio.t exakt auf dem Niveau vom letzten Jahr. Dagegen schätzt die Kommission die Weizenernte in Tschechien mit 4,5 Mio. t etwas kleiner ein als 2013 mit 4,7 Mio. t. Auch für Ungarn ist die Ernteschätzung mit 4,7 Mio. t rund 0,3 Mio. t niedriger als die Ernte im letzten Jahr mit 5,0 Mio. t.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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