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Analyse

Kommission: Zweitgrößte Weizenernte überhaupt

von , am
01.04.2014

Die neue europäische Weichweizenernte 2014 schätzt die Kommission Ende März auf 135,4 Mio. t. Das wäre die bislang zweitgrößte europäische Weichweizenernte überhaupt.

© Mühlhausen/landpixel
 
Kurz vor dem Monatswechsel hat die EU-Kommission ihre Ernteprognose und die Marktbilanz für den europäischen Weizenmarkt aktualisiert. Im Vergleich zur letzten Prognose von Ende Februar haben die EU-Experten ihre Erwartungen an die kommende europäische Weizenernte 2014 nach oben gesetzt. Grund für den Produktionsanstieg ist eine etwas nach oben korrigierte Anbaufläche bei Weichweizen, die zudem 0,5 Mio. ha größer ist als 2013. Den Export hat die Kommission auf einem sehr guten, jedoch deutlich niedrigeren Niveau als im laufenden Wirtschaftsjahr belassen. Gleichzeitig wachsen die Endbestände nicht ganz so kräftig wachsen wie bisher befürchtet und auch der Import von Weizen in die EU nimmt weniger kräftig zu. Dagegen wächst der Verbrauch von Futterweizen im Vergleich zum aktuellen Wirtschaftsjahr deutlich. Gleichzeitig nähert sich die Kommission mit ihrer Ernteschätzung für Weichweizen der nach wie vor etwas besseren März-Prognose der Analysten von Strategie Grains an.
 
Ernte wird sehr gut, größere Anbaufläche
Die neue europäische Weichweizenernte 2014 schätzt die Kommission Ende März auf 135,4 Mio. t. Im Vergleich zur Februarprognose ist dies ein Zuwachs von 0,7 Mio. t. Gegenüber der vorigen Ernte 2013 (134,4 Mio. t) wäre die neue Ernte 2014 damit 1,2 Mio. t größer. Außerdem wäre dies nach dem Jahr 2008 (139,4) die bislang zweitgrößte europäische Weichweizenernte überhaupt. Die aktuelle Anbaufläche von Weichweizen veranschlagt die Kommission in der aktuellen Prognose auf 23,9 Mio. ha. Im Vergleich zum letzten Jahr (23,2 Mio. t) wäre dies ein Zuwachs von 0,7 Mio. ha oder knapp 3 %. Das europäische Analystenhaus Strategie Grains hatte die Ernte im März auf 137,7 Mio. t geschätzt und damit gut 2,0 Mio. t größer. Die Anbaufläche für Weichweizen veranschlagte Strategie Grains mit 24,1 Mio. ha ebenfalls größer als die Kommission.
 
Weizenexporte gehen zurück, Bestände wachsen
Bei den Weizenexporten erwartet die Kommission im nächsten Wirtschaftsjahr einen deutlichen Rückgang. Mit geschätzten 22 Mio. t bleibt die erwartete Exportmenge rund 4,5 Mio. t bzw. 15 % unter der von den Kommissions-Experten für die noch laufende Saison unterstellen Rekordausfuhren (26,5 Mio. t ). Gleichzeitig wachsen die Endbestände von 8,8 Mio. t im noch laufenden Wirtschaftsjahr auf 10,3 Mio. t in der nächste Saison um 16 % oder 1,5 Mio. t an. Vor vier Wochen hatte die Kommission allerdings noch ein deutlich stärkeres Bestandswachstum auf 11,1 Mio. t erwartet. Grund sind die geringen Importe ,die anstelle von 4,5 Mio. t (Februarprognose) nun nur noch 3,1 Mio. betragen sollen, damit aber immer noch 1,1 Mio. t größer sind als im aktuellen Wirtschaftsjahr (2,0 Mio. t).
 
Verbrauch von Futterweizen wächst sehr stark
Der Einsatz von Weizen in der Tierfütterung soll nach Einschätzung der Kommission im neuen Wirtschaftsjahr 2014/15 auf 50,1 Mio. t von zuvor 44.9 Mio. t zunehmen. Da wäre eine Zunahme von mehr als 5 Mio. t oder knapp 12 %. Der Einsatz von Weizen im zur Herstellung von Bioethanol wächst nach Meinung der Kommission im neuen Wirtschaftsjahr ebenfalls leicht um 0,1 Mio. t auf 4,5 Mio. t. Noch etwas stärker, nämlich um 0,3 Mio. t auf 48,8 Mio. t, könnte im neuen Wirtschaftsjahr der Verbrauch von Nahrungsweizen in der EU zunehmen.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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