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Analyse

Neue US-Weizenernte wird größer, wieder mehr Exporte

von , am
24.02.2015

Trotz einer kleineren Aussaatfläche und der bestehenden Witterungsprobleme (Trockenheit) erwartet das USDA für das kommende Wirtschaftsjahr 2015/16 eine größere Weizenernte als 2014.

Der Weizen verlor zum Fronttermin 2,75 Euro und landete bei 162,75 Euro je Tonne © Rainer Sturm
 
Trotz einer kleineren Aussaatfläche erwartet das USDA für das kommende Wirtschaftsjahr 2015/16 eine größere Weizenernte als 2014. Gleichzeitig nimmt jedoch auch der Weizenverbrauch in den USA zu und die Exporte sollen größer ausfallen als im aktuellen Wirtschaftsjahr. Die Endbestände wachsen indessen das dritte Jahr in Folge. Die Weizenpreise sollen im Schnitt des Wirtschaftsjahres 2015/16 rund 15 % niedriger liegen als im aktuellen Wirtschaftsjahr 2014/15. Allerdings ist das vom USDA für das Wirtschaftsjahr 2015/16 erwartete Preisniveau derzeit schon erreicht. Ende der letzten Woche (20.02.) haben die Analysten des USDA auf dem sogenannten Outlookforum die aktualisierten Eckdaten und Preisprognosen für den US-Weizenmarkt vorgestellt.
 
Etwa 5 % größere Weizenernte als 2014
Die Aussaatfläche beim Weizen hat das USDA für die neue Ernte 2015/16 auf 55,5 Mio. Acres (22,47 Mio. ha) geschätzt und damit 1,3 Mio. Acres (0,52 Mio. ha) kleiner als im aktuellen Wirtschaftsjahr mit 56,8 Mio. Acres (23,0 Mio. ha). Trotz der kleineren Aussaatfläche erwartet das USDA mit 47,0 Mio. Acres (19,0 Mio. ha) für 2015 jedoch eine größere Erntefläche als im Jahr 2014 . Im vorigen Jahr (2014) hatten die US-Farmer (witterungsbedingt) nur von 46,4 Mio. Acres (18,78 Mio. ha) Weizen geerntet. Gleichzeitig erwartet das USDA die durchschnittlichen Erträge für 2015 mit 45,2 Buschel/Acres (3,04 t/ha) höher als zur Ernte 2014 mit 43,7 Buschel/Acres (2,97 t/ha). In der Konsequenz ergibt sich damit für 2015 eine Gesamternte (Sommer und Winterweizen) von 2.125 Mio. Buschel (57,85 Mio. t), nach 2026 Mio. Bushel (55,15 Mio. t) im Jahr 2014 und damit ein Produktionszuwachs von  2,7 Mio. t oder knapp 5,0 %.
 
Verbrauch nimmt zu, Exporte wachsen
Den Weizen-Verbrauch erwartet das USDA im Wirtschaftsjahr 2015/16 bei 1229 Mio. Buschel (33,46 Mio. t) und damit größer als im aktuellen Wirtschaftsjahr mit 1.184 Mio. Buschel (32,2 Mio. t). Ein Grund ist der höhere Verbrauch von Futterweizen von 190 Mio. Buschel (5,2 Mio. t) nach 150 Mio. Buschel (4,1 Mio. t) im aktuellen Wirtschaftsjahr. Vor zwei Jahren lag der Futterverbrauch allerdings bei 226 Mio. Buschel (6,15 Mio. t) und 2012/13 sogar bei 370 Mio. Buschel (10,1 Mio. t). Gleichzeitig gehen die USDA-Experten davon aus, dass der Export 2015/16 wieder besser läuft als im aktuellen Wirtschaftsjahr. Anstelle der dieses Jahr erwarteten Exporte von 900 Mio. Buschel (24,5 Mio. t) rechnet man für das neue Wirtschaftsjahr 2015/16 mit einer Ausfuhr von 975 Mio. Buschel (26,5 Mio.t). Vor zwei Jahren lag die Exportmenge alleringings  bei 1176 Mio. Buschel (32,0 Mio. t) und damit ein Drittel höher.
 
Noch größere Endbestände, Weizenpreise bleiben schwach
Die Endbestände sollen nach dieser Prognose im neuen Wirtschafsjahr auf 763 Mio. Buschel (20,8 Mio. t) wachsen, nachdem sie in diesem Wirtschaftsjahr bereits auf 692 Mio. Buschel (18,8 Mio. t) zugenommen hatten. Vor zwei Jahren verfügten die USA nur über Bestände von 590 Mio. Buschel (16,0 Mio. t). Alles in allem sollen die Veränderungen zu einem 15 % niedrigeren Preisniveau führen als im aktuellen Wirtschaftsjahr. Während die US-Weizenpreise im Wirtschaftsjahr 2015/16 durchschnittlich bei 5,10 USD/bu (165 Euro/t) erwartetet werden, sollen es im noch  laufenden Wirtschaftsjahr 6,00 USD/bu (194 Euro). Das für das nächste Wirtschaftsjahr durchschnittlich erwartete Niveau der Weizenpreise haben die Terminmarktpreise in Chicago allerdings schon erreicht. Am Montag Nachmittag (23.02) lagen die Weizenpreise in Chicago für den aktuellen Märzkontrakt bei 5,05 USD/bu (163 Euro) und die neue US-Weizenernte 2015 (September) wurde mit bei 5,16 (166 Euro) gehandelt. Offenbar erwartet der Markt derzeit beim Weizen keine größeren Preisveränderungen.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
 
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