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Analyse

Neuer Ausfuhrrekord für europäischen Weizen

von , am
03.07.2015

Die EU hat im zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2014/15 einen neuen Rekord beim Weizenexport in Drittländer aufgestellt und war im damit der weltweit größte Weizenexporteur.

Der Internationale Getreiderat setzte sowohl die globale Weizenernte als auch die weltweiten Weizenbeständen auf neue Rekordwerte nach oben. © Mühlhausen/landpixel

 
Die Länder der europäischen Union haben im zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2014/15 einen neuen Rekord beim Weizenexport in Drittländer aufgestellt und waren damit zugleich der weltweit größte Weizenexporteur. Deutschland verkaufte nach den vorläufigen Daten der EU-Kommission im Wirtschaftsjahr 2014/15 die bislang zweitgrößte Menge Weichweizen (Lizenzen) in Drittländer und ist nach Frankreich der zweitgrößte Weizenexporteur der EU.
 
Mit einer von der Kommission gemeldeten deutschen Ausfuhrmenge von 8,78 Mio. t Weichweizen (Lizenzen) lagen die deutschen Exporte am Ende des Wirtschaftsjahres nur ganz knapp hinter der bisherigen Rekordausfuhr aus dem Vorjahr von 9,05 Mio. t. Die Ausfuhrmenge (Lizenzen) beim größten europäischen Weizenproduzenten und -exporteur Frankreich, gibt die Kommission mit 10,1 Mio. t Weichweizen an und damit knapp 1,0 Mio. t größer als im vorigen Wirtschaftsjahr und zudem nach 2010/11 (10,5 Mio. t) die bislang zweitgrößte aus Frankreich in Drittländer verkaufte Menge Weichweizen.
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Große Exportmenge auch aus Rumänien und Polen
Darüber hinaus verkaufte Rumänien im zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2,42 Mio. t Weichweizen in Drittländer, Litauen verkaufte 1,63 Mio. t Weizen in Nicht-EU-Länder und aus Polen ging die rekordhohe Menge von 2,01 Mio. t Weichweizen auf den Weltmarkt. Gleichzeitig verließen über die niederländischen Exporthäfen 3,32 Mio. t Weichweizen unterschiedlicher Herkunft die EU.
 
Insgesamt summieren sich die EU-Exporte (Lizenzen) von Weichweizen für das zurückliegende Wirtschaftsjahr 2014/15 auf 31,34 Mio. t. Damit haben die EU-Länder rund 3,32 Mio. t oder 12 % mehr Weichweizen in Drittländer exportiert als im bisherigen Rekordjahr 2013/14 mit 28,02 Mio. Dazu kommen noch Exporte von rund 0,8 Mio. t Weizenmehl sowie Ausfuhren von 1,01 Mio. t Durum (aus Italien, Frankreich, Spanien), so dass die Gesamtexporte von Weizen bei 33,4 Mio. t liegen (Vorjahr 29,9 Mio. t).
 
Deutschland mit bisher zweitgrößter Ausfuhrmenge
Die für Deutschland erfasste Ausfuhrmenge (Exportlizenzen) von 8,78 Mio. t Weichweizen ist nur geringfügig kleiner als der bisherige Ausfuhrrekord aus dem vorigen Wirtschaftsjahr 2013/14 von 9,05 Mio. t. Die deutschen Ausfuhren aller anderen vorangegangenen Wirtschaftsjahre werden indessen deutlich übertroffen. Für das Wirtschaftsjahr 2012/13 meldete die EU-Kommission für Deutschland eine Exportmenge bei Weichweizen von 5,06 Mio. t und die bislang zweitgrößte Ausfuhrmenge aus dem Wirtschaftsjahr 2008/09 lag bei 6,5 Mio. t.
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Frankreich hat 2014/15 mit 10,01 Mio. t zwar knapp 10,1 Mio. t mehr Weizen in Drittländer verkauft als im Vorjahr mit 9,1 Mio. t., im Wirtschaftsjahr 2010/11 lagen die französischen Drittlandsverkäufe allerdings auch schon einmal bei 10,5 Mio. t. Die wichtigsten Absatzmärkte für die europäischen (und deutschen) Weizenexporte waren nach den vorläufigen Daten der Kommission Algerien (16 % der Ausfuhren), Ägypten (15 %), der Iran (8 %), Saudi-Arabien (8 %), Marokko (7 %) und zahlreiche andere Länder.
 
EU-Importe vor allem aus der Ukraine und aus Kanada
Mio. t Weichweizen und damit deutlich mehr als im Wirtschaftsjahr 2013/14 mit 1,76 Mio. t. Dazu kommen noch Importe von 2,76 Mio. t Durum (Vj: 1,84). Einschließlich der Importe von Durum, summieren sich die europäischen Weizen-Importe in diesem Jahr auf 5,96 Mio. t (Vj. 3,6 Mio. t) Die größten Importeure nie Weichweizen waren im zurückliegenden Wirtschaftsjahr Italien mit Drittlandimporten von 0,99 Mio. t, Spanien mit 0,64 Mio. t, Griechenland mit 0,27 Mio. t, das Vereiniget Königreich mit 0,23 Mio. t.
 
Über die deutschen Importhäfen wurden 2014/15 insgesamt  0,5 Mio. t Weichweizen (Platz drei nach Italien) importiert. Im vorigen Wirtschftsjahr importierte Deutschland weniger als  0,1 Mio. t Weichweizen. Die wichtigsten Lieferanten in die EU waren im zurückliegenden Wirtschaftsjahr die Ukraine mit 52 % der Liefermenge, Kanada (19 %), Russland (11 %) und die USA (10 %).
 
Dr. Olaf Zinke
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