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Analyse

Prognose für europäische Weizenernte bleibt hoch

von , am
02.06.2015

Im Vergleich zur letzten Prognose von Ende April haben die EU-Experten ihre Erwartungen an die neue europäische Weizenernte unverändert gelassen.

In Bayern rechnen 40 Prozent der Umfrageteilnehmer mit einem Weizenertrag von 20 Prozent unter dem mehrjährigen Vergleich. © Serfling
 
Zum Monatswechsel hat die EU-Kommission ihre Prognose zur neuen europäischen Weizenernte 2015 sowie die Eckdaten zum europäischen Weizenmarkt aktualisiert. Im Vergleich zur letzten Prognose von Ende April haben die EU-Experten ihre Erwartungen an die neue  europäische Weizenernte unverändert gelassen.Den für das kommende Wirtschaftsjahr 2015/16 erwarteten Weizenexport hat die Kommission auf dem hohen Niveau der vorigen Prognose belassen, jedoch bleiben die Ausfuhren damit niedriger als die Rekordausfuhren im zu Ende gehenden Wirtschaftsjahr 2014/15.
 
Trotz der im Vergleich zum Vorjahr kleineren Weizenernte wachsen die Endbestände 2015 nochmals an, allerdings nicht so deutlich wie in der vorigen Prognose erwartet wurde. Gleichzeitig bleibt die Ernteschätzung der Kommission jetzt rund 1,0 Mio. t unter der aktuellen Prognose der Analysten von Strategie Grains.
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Zweitgrößte Weichweizenernte weiterhin möglich
Die europäische Weichweizenernte 2015 schätzt die Kommission zum Monatswechsel auf 141,5 Mio. t. Im Vergleich zur Aprilprognose (141,6 Mio. t) ist eine fast unveränderte Erntemenge. Gegenüber der Rekord-Ernte aus dem letzten Jahr (2014) von 148,8 Mio. t wäre die neue Ernte 2015 damit 7,3 Mio. t oder rund 5,0 % kleiner. Gleichzeitig wäre die Ernte 2015 größer als die bislang zweitgrößte europäische Ernte aus dem Jahr 2008 (139,4) und damit die zweitgrößte europäische Weichweizenernte überhaupt.
 
Die aktuelle Anbaufläche von Weichweizen veranschlagt die Kommission Ende Mai auf 24,1 Mio. ha und damit 0,1 Mio. ha kleiner als zur April-Schätzung (24,2 Mio. ha). Im Vergleich zur Weizenfläche im letzten Jahr (24,4 Mio. t) wäre dies ein Rückgang von 0,3 Mio. ha oder 1,3 %. Die Anbauflächen der letzten 15 Jahre davor (jeweils unter 24,0 Mio. ha) würden jedoch durchweg übertroffen. Das europäische Analystenhaus Strategie Grains hatte die Ernte Mitte Mai auf 142,6 Mio. t geschätzt und damit 1,2 Mio. t größer als bei seiner letzten Schätzung und 1,1 Mio. t größer als die Kommission
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Weizenexporte bleiben hoch, Bestände wachsen
Bei den Weizenexporten erwartet die Kommission im nächsten Wirtschaftsjahr 2015/16 einen weiterhin Rückgang, dennoch bleiben die europäischen Ausfuhren im langfristigen Vergleich sehr hoch. Mit geschätzten 27,3 Mio. t wäre die erwartete Exportmenge rund 4,2 Mio. t bzw. 13 % kleiner als die für die zu Ende gehende Saison unterstellen Rekord-Ausfuhren von 31,5 Mio. t und etwas mehr als zur vorigen Prognose (27,1 Mio. t). (Strategie Grains erwartet für das neue Wirtschaftsjahr 2015/16 Exporte von 28,6 Mio. t).
 
Trotz der kleineren Ernte nehmen die Endbestände von 13,2 Mio. t im laufenden Wirtschaftsjahr auf 14,8 Mio. t in der nächsten Saison zu. Das wäre ein Zuwachs von 11 % oder 1,6 Mio. t. Vor vier Wochen hatte die Kommission allerdings noch ein Bestandswachstum auf 15,0 Mio. t erwartet. Den Verbrauch von Futterweizen, erwartet die Kommission wie im April bei 51,5 Mio. Damit wäre der Futterverbrauch nur 0,4 Mio. t kleiner als im aktuellen Wirtschaftsjahr (51,9 Mio. t).
 
Frankreich mit Rekordernte, Deutschland mit zweitgrößter Ernte
Für Frankreich, den größten Weizenproduzenten der EU, schätzt die Kommission die Produktion von Weichweizen Ende Mai auf 39,0 Mio. t. Das wären 1,5 Mio. t mehr als im sehr guten letzten Jahr (37,5 Mio. t) und nochmals 0,5 Mio. t mehr als zur Aprilprognose (38,5 Mio. t) und zudem die bislang größte französische Weichweizen-Ernte überhaupt.
 
Für Deutschland erwarteten die Experten der Kommission in der aktuellen Prognose eine Weizenernte von 26,5 Mio. t. Im Vergleich zur rekordhohen Weizenernte von 2014 (27,7 Mio. t) wäre die aktuell für 2015 erwartete deutsche Produktion 1,2 Mio. t oder 4,3 % kleiner und die Kommissions-Schätzung von April (26,6 Mio. t) wurde ganz leciht um 0,1 Mio. t zurückgenommen.
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Ernten in UK, Polen und Rumänien etwas nach unten
Die Weizenernte im Vereinigten Königreich soll nach der aktualisierten Prognose der EU-Kommission eine Größenordnung von 15,3 Mio. t erreichen. Das wäre im Vergleich zur Ernte 2014 (16,6 Mio. t) ein Rückgang von 1,3 Mio. t oder 7,8 % . Zudem wurde die Kommissions-Schätzung von April (15,7 Mio. t)  relativ deutlich um 0,5 Mio. t zurückgenommen.
 
Die Nummer vier unter den europäischen Weizenproduzenten ist Polen. Bei unseren östlichen Nachbarn geht die Kommission aktuell von einer Weizenernte von rund 10,6 Mio. t aus, nach 10,5 Mio. t bei der vorigen Schätzung. Damit wäre die neue polnische Ernte noch 1,0 Mio. t kleiner als die Rekordernte aus 2014 (11,6 Mio. t). Für Rumänien erwartet die Kommission derzeit eine Weichweizenernte von 6,3 Mio. t (April: 6,6 Mio. t) und dami ebenfallst 1,4 Mio. t weniger als 2014 mit 7,7 Mio. t.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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