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Analyse

Russischer Winterweizen in kritischem Zustand

von , am
02.12.2014

In diesem Jahr (2014) befindet sich das Wintergetreide (Winterweizen) wegen der sehr schlechten Wasserversorgung seit dem Herbst vor allem in Zentralrussland und im Wolgagebiet in sehr schlechtem Zustand

© agrar-press
Die Aussaatfläche von Wintergetreide für die Ernte 2015 ist in Russland rund 2 Mio. ha oder 13 Prozent größer als im letzten Jahr. Außerdem wurden die zunächst von den russischen Landwirten geplante Aussaatfläche um  2 Prozent oder 0,3 Mio. ha überoffen. Im Herbst vor einem Jahr (2013) hatte Dauerregen die Aussaat verhindert bzw. stark verzögert und am Ende zu einer deutlich kleineren Aussaatfläche von Wintergetreide geführt. In diesem Jahr (2014) befindet sich das Wintergetreide (Winterweizen) wegen der sehr schlechten Wasserversorgung seit dem Herbst vor allem in Zentralrussland und im Wolgagebiet in sehr schlechtem Zustand. In einer Reihe von wichtigen Anbaugebieten haben zudem starke Fröste bei oftmals geringer Schneebedeckung die Pflanzen geschädigt und zumindest das Ertragspotential reduziert.
 
Auswinterungsschäden auf bis zu 15 % der Fläche
Russische Analysten gehen mittlerweile von erheblichen Auswinterungs-Schäden aus und schätzten die Flächenverluste durch Auswinterung auf 1,7 Mio. ha bis 2,7 Mio. ha. Das entspräche einem Verlust von 10 Prozent bis 16 Prozent der gesamten Aussaatfläche von Wintergetreide von insgesamt 16,84 Mio. ha. Diese Flächen-Verluste könnten jedoch  zum Teil (wie schon im Vorjahr) durch die Expansion des Sommergetreide-Anbaus ausgeglichen werden. Allerdings sind die die Erträge beim Sommergetreide (Weizen) um eine Drittel niedriger als bei Wintergetreide.
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Rund 2 Mio. ha mehr Winterweizen ausgesät
Die Aussaatfläche von Winterweizen lag Ende November bei 14,3 Mio. ha bzw. 85 % der gesamten Wintergetreidefläche. Das waren etwa 2 Mio. ha Winterweizenfläche mehr als 2013 (12,33 Mio. ha). Im letzten Jahr (2013/14) lag der Anteil des Winterweizens an der Gesamtweizenfläche (25,00 Mio. ha) bei knapp 50 Prozent. Die Aussaatfläche von Winterroggen wurde  für diesen Herbst mit 1,7 Mio. ha angegeben und war damit etwas kleiner als im Jahr 2013 mit 1,83 Mio. ha. Wintergerste wurde  in diesem Jahr auf 0,386 Mio. h ausgesät und damit ebenfalls auf einer etwas kleineren Fläche als 2013 (0,392 Mio. ha). Der Anteil von Wintergerste an der Gesamt-Gerstenfläche von etwa 9,0 Mio. ha lag im letzten Jahr nur bei etwa 4 %. Die dominante Kultur ist üblichweise Sommergerste.
 
Anbauexpansion in Zentral-Russland am stärksten
Die Anbauexpansion von Wintergetreide war in allen Anbauregionen Russlands zu beobachten. Den stärksten Zuwachs verzeichnete man allerdings in Zentralrussland mit 1,15 Mio. ha auf 4,15 Mio. ha. In Südrussland wuchs die Aussaatfläche von Wintergetreide gegenüber dem Vorjahr um 0,3 Mio. ha  auf etwa 5,3 Mio. ha und im Nordkaukasus hat die Aussaatfläche um 0,2 Mio. ha auf 2,18 Mio. ha zugenommen. Ebenfalls um 0,2 Mio. ha größer als im letzten Jahr ist die Aussaatfläche im Wolgagebiet mit etwa 4,36 Mio. ha. Von Niederschlagsmangel und starken Frösten besonders betroffen waren im November nach russsichen Angaben  der Weizen in Zentralrussland und im Wolgagebiet. Ende November haben jedoch die Meldungen über Frost- bzw. Auswinterungsschäden in Südrussland (Rostov, Krasnodar, Stavropol) zugenommen.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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