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Analyse

Russland 2014: Weizenernte wird kleiner, weniger Exporte

von , am
25.02.2014

Die neue Weizenernte wird in der Russland wohl kleiner werden als 2013.

© agrar-press
 
Die neue Weizenernte wird in der Russland wohl kleiner werden als 2013. Ursache ist der Rückgang der Anbaufläche von Winterweizen. Im letzten Herbst hatte Dauerregen die Aussaat immer weiter verzögert bzw. regional auch unmöglich gemacht. Zwar befinden sich die Winterkulturen in sehr gutem Zustand, jedoch lässt sich der Rückgang der Winterweizenfläche nicht vollkommen durch in Ausweitung des Anbaus von Sommerweizen ausgleichen. Letzter erreicht nur etwa zwei Drittel der Ertragsleistung von Winterweizen.
 
Wintersaaten in sehr gutem Zustand
Das russische Landwirtschaftsministerium meldete Mitte Februar, dass sich 95,5 % des Winterweizens in gutem oder befriedigendem Zustand befinden. Insgesamt wurde im letzten Herbst für die Ernte 2014 auf 14,7 Mio. ha Wintergetreide ausgesät. Davon waren 12 Mio. ha Winterweizen, rund 2 Mio. ha Roggen und 0,4 Mio. ha Wintergerste. Im Jahr 2013 lag die Anbaufläche von Wintergetreide bei 16,3 Mio. t ha und war damit 1,6 Mio. ha bzw. rund 10 % größer. Der Anbau von Sommergetreide und anderen Sommerkulturen für die Ernte 2014 wird vom Ministerium auf 53 Mio. ha geschätzt, ein Plus gegenüber 2013 von 1,5 Mio. ha.
 
Weizenernte rutscht wohl unter 50 Mio. t
Erste Prognosen gehen angesichts der kleineren Anbaufläche auch von einer kleineren Weizenernte aus als im als im letzten Jahr. So schätzten die renommierten Analysten von Informa Economics die Erntemenge auf 48,5 Mio. t von insgesamt 22,5 Mio. ha. Im letzten Jahr (2013) ernteten die Russen (nach Informa) rund 51,5 Mio. t Weizen von insgesamt 23,3 Mio. ha. Für 2014 wäre das Produktionsrückgang von 3 Mio. t oder etwa 6 %. Eine schwächere Ernte 2014 hätte dann sicherlich auch Auswirkungen auf das Exportpotential. Im noch laufenden Wirtschaftsjahr 2013/14 dürften die russischen Weizenausfuhren nach Schätzungen des USDA einen Umfang von etwa 16,5 Mio. t erreichen.
 
Weizenpreise zuletzt relativ stabil
Die Preise für Weizen haben sich am russischen Binnenmarkt in der Woche bis zum 21. Februar kaum verändert. Die Analysten von SovEcon ermittelten für Brotweizen der Klasse 3 einen durchschnittlichen Großhandelspreis von umgerechnet 165 Euro (8.100 Rubel). Der Preis für Brotweizen der Klasse 4 lag bei umgerechnet 160 Euro (7.857 Rubel). Futterweizen wurde am russischen Binnenmarkt für umgerechnet 146 Euro (7.150 Rubel) gehandelt. Die Preise für Futtergerste lagen bei 122 Euro (5.975 Rubel) und Brotroggen wurde mit 117 Euro (5.750 Rubel) notiert.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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