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Analyse

Russland mit dem billigsten Weizen, Exportpreise gestiegen

von , am
13.10.2015

Der größte Weizenimporteur Ägypten kaufte am vorigen Samstag (11.10) 180.000 t Weizen aus Russland und aus Rumänien.

© B. Schweiger
 
Der größte Weizenimporteur Ägypten kaufte am vorigen Samstag (11.10) 180.000 t Weizen aus Russland und aus Rumänien. Dabei war der durchschnittliche Einkaufpreis für den Weizen 7,7 USD bzw. 3,8 % höher als bei der vorigen Auktion vor zehn Tagen. Der Durchschnittpreis (einschließlich Fracht) für den diesmal von Ägypten gekauften Weizen lag bei 207,34 USD/t (182 Euro). Seit Mitte September sind die Exportpreise sogar um knapp 9 % gestiegen.
 
Exportpreise seit September kräftig gestiegen
Bei der vorigen Auktion am 03. Oktober lag der Durchschnittpreis (einschließlich Fracht) für die von Ägypten gekauften 230.000 t Weizen lag bei 199,7 USD/t (175,3 Euro). Bei der Auktion Mitte September (19.09.) hatten die Ägypter ebenfalls 230.000 t Weizen zum Preis von nur 191,0 USD/t (170 Euro) gekauft.
 
Damit sind die Exportpreise für Weizen seit Mitte September um 16 USD bzw. 8,6 % gestiegen. Die fob-Preise für den bei der aktuellen Auktion am 11.10 gekauften Weizen lagen zwischen 198 USD (173,8 Euro/t) und 199 USD (174,7 Euro).
 
Russland macht erneut das Geschäft
Gekauft hat Ägypten diesmal zwei Partien Weizen zu 60.000 t in Russland, zu fob-Preisen von 198 USD/t (173,8 Euro) und 199,0 USD/t (174,7 Euro). Die Frachtkosten für die beiden russischen Partien lagen zwischen 7,89 USD/t und 9,24 USD/t. Damit bewegten sich die Endpreise (cif) für den russischen Weizen zwischen 205,89 USD (177,4 Euro) und 208,24 USD (182,8 Euro).
 
Bei der vorigen Auktion vor 10 Tagen lagen die russischen Endpreise zwischen 199,44 USD (175,0 Euro) und 200,25 USD (175,8 Euro). Bis zum 05. Oktober wurden nach russischen Angaben insgesamt 8,4 Mio. t Weizen exportiert.
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Rumänien kommt ebenfalls zum Zug
Gekauft wurde außerdem eine Partie mit 60.000 t Weizen in Rumänien zu einem fob-Preis von 198,50 USD/t (174,3 Euro). Die Frachtkosten am rumänischen Schwarzmeerhafen Constanta lagen bei 9,39 USD/t, so dass der Gesamtpreis sich am Ende bei 207,89 USD (182,5 Euro) bewegte. Bis zum 05. Oktober hat Rumänien insgesamt 517.000 t Weizen in Drittländer verkauft.
 
US-Weizen deutlich zu teuer
In den USA lagen die Exportpreise (fob US-Golf) zur Verladung im Oktober für den Chicago-Weizen bei 218 USD/t (191,4 Euro/t) und für den proteinreichen Kansas-Weizen bei 222 USD/t (194,9 Euro/t). Einschließlich der hohen Transportkosten von 25 USD bis 30 USD/t, ist der US-Weizen beim Handel Richtung Ägypten, Nordafrika oder in den in den Mittleren Osten nicht konkurrenzfähig.
 
Das USDA hatte seine Exportprognose für die USA vor diesem Hintergrund auf den niedrigsten Wert seit mehr als 40 Jahren gesenkt. Bis zum 01. Oktober haben die USA insgesamt 11,4 Mio. t Weizen exportiert und damit 2,5 Mio. t weniger als im vorigen Jahr (13,9 Mio. t) zum gleichen Termi.
 
Dr. Olaf Zinke
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