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Analyse

Russland drückt Exportpreise für neue Weizenernte

von , am
01.06.2015

Zum Monatswechsel gerieten die Exportpreise für Weizen erneut unter Druck.

© Mühlhausen/landpixel

 
Zum Monatswechsel gerieten die Exportpreise für Weizen erneut unter Druck, nachdem der weltweit größte Importeur Ägypten auf einer Auktion russischen Weizen der neuen Ernte zu fob-Preisen von nur 191 USD/t (173,9 Euro/t) bzw. für weniger als 200 USD/ t einschließlich Frachtkosten kaufte. Damit waren die Exportpreise im Vergleich zur letzten Auktion von Anfang Mai weiter gefallen. Einen Zuschlag erhielt neben Russland erneut der Schwarzmeeranrainer Rumänien. Der ebenfalls angebotene Weizen aus Frankreich und aus Polen war hingegen zu teuer. Auf der Auktion erhielten Russland einen Zuschlag über die Lieferung von 180.000 t und Rumänien über die Lieferung von 60.000 t Weizen nach Ägypten. Vereinbarter Lieferzeitraum ist der 1te bis 10te Juli. Aus den USA lag bei der aktuellen Auktion kein Angebot vor.
 
Weltmarktpreise fallen unter 200 USD/t (cfr)
Der Durchschnittpreis für den von Ägypten gekauften Weizen (einschließlich Frachtkosten) lag diesmal bei 199,28 USD/t (181,4 Euro/t). Anfang Mai mussten die Ägypter im Schnitt (einschließlich Frachtkosten) noch 205,76 USD/t (187,3 Euro/t) ausgeben. Damit war der diesmal gekaufte Weizen im Vergleich zur vorigen Auktion rund 6,50 USD/t billiger. Bei der Auktion davor am 20. April lag ägyptische Einkaufpreis sogar noch bei 221,39 USD (201,5 Euro) und Ende Februar kaufte Ägypten den Weizen für 241,50 USD (216 Euro) und damit gut 42,22 USD oder 17 % teurerals Ende Mai. Insgesamt haben die Ägypter damit im zu Ende gehenden Wirtschaftsjahr ab dem 1. Juli 2014 bereits 4,815 Mio. t Weizen im Rahmen von Auktionen gekauft. Davon kamen bisher 2,04 Mio. t bzw. 45 % aus Frankreich, 1,2 Mio. t aus Rumänien, 1,065 Mio. t aus Russland, 345.000 t aus den USA sowie 165.000 t aus der Ukraine.
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Russland drückt weiter auf die Weizenpreise
Einen Zuschlag für die Lieferung von 180.000 t Weizen (dreimal 60.000 t) hat bei der aktuellen Auktion Russland erhalten. Die Preise für den gekauften russischen Weizen lagen ohne Frachtkosten (fob) nur noch zwischen 190,7 USD/t (173,6 Euro) und 191,0 (173,9 Euro). Die russischen Frachtkosten wurden mit 8,5 USD/t angegeben. Bei der vorigen Auktion am 05. Mai lag der Preis für den gekauften russischen Weizen ohne Frachtkosten (fob) noch bei 194,22 (176,9 Euro) USD/t und davor (April) bei 212,50 USD/t (193,4 Euro). Nach Händlerangaben lagen bei der aktuellen Auktion insgesamt 9 Angebote aus Russland vor.
 
Russland gibt neue Exportzölle bekannt
Darüber hinaus hatte Russlands Landwirtschaftsminister letzte Woche die neuen ab dem 01. Juli geltenden Regelungen bei der russischen Weizenausfuhr bekannt gegeben. Danach gilt ab dem 01. Juli ein Exportzoll von 50 % des Verkaufspreises abzüglich 5.500 Rubel (95,56 Euro), jedoch nicht weniger als 50 Rubel je t (0,86 Euro). Außerdem muss der Exportpreis für das Wirksamwerden der Regelung über 13.000 Rubel je t Tonne (225,8 Euro/t) steigen, wovon der jetzt auf der Auktion vereinbarte Preis weit entfernt ist.
 
Rumänien ähnlich teuer wie Russland
Wie schon beim der letzten Auktion erhielt auch Rumänien einen Zuschlag für die Lieferung von 60.000 t Weizen. Der Preis für den gekauften rumänischen Weizen lag ohne Frachtkosten (fob) bei 191 USD/ t (173,9 Euro) und war damit fast 10 USD niedriger als Anfang Mai mit 199,5 USD/t (181,6 Euro) und zudem ähnlich teuer wie die aktuellen russischen Angebote. Die rumänischen Frachtkosten wurden mit 8,2 USD/t angegeben und damit 0,3 USD niedriger als die russischen Frachtkosten.
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Weizen aus Frankreich und Polen war zu teuer
Mitgeboten hatten diesmal auch Frankreich und Polen. Aus beiden Ländern lag bei der aktuellen Auktion jedoch nur jeweils 1 Angebot vor. Die Angebotspreise (fob) für den französischen Weizen lagen bei der aktuellen Auktion bei 198,94 USD/t (181 Euro) und waren damit rund 7 Euro niedriger als bei Auktion Anfang Mai mit 206 USD/t (187,6 Euro) jedoch rund 8 USD/t je t höher als  für den Weizen aus Russland. . Die französischen Frachtkosten lagen bei 11,4  USD/t. Der Weizen aus Polen wurde mit 198,9 USD/t zu ähnlichen Preisen wie die der Weizen aus Frankreich angeboten. Die polnischen Frachtkosten lagen bei 13,90 USD/t.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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