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Analyse

Russland drückt auf die globalen Weizenpreise

von , am
15.07.2015

Damit kommt der mit Abstand billigste Weizen am Weltmarkt zum Beginn des neuen Wirtschaftsjahres weiterhin vom Schwarzen Meer.

Weizen Börse
Der Absturz der Weizenpreise geht  zum Beginn  dieser Woche weiter. © landpixel

 
Nur wenige Tage nach der letzten Auktion kaufte der größte Weizenimporteur Ägypten erneut 235.000 t Weizen im Rahmen einer Auktion in Russland und in Rumänien. Damit kommt der mit Abstand billigste Weizen am Weltmarkt zum Beginn des neuen Wirtschaftsjahres weiterhin vom Schwarzen Meer. Bei der Auktion in der vorigen Woche hatten bereits Russland und die Ukraine einen Zuschlag erhalten und lagen mit ihren Angebotspreisen deutlich niedriger als etwa Frankreich oder die USA.
 
USA ist deutlich zu teuer
Der Durchschnittpreis (fob) für den diesmal von Ägypten gekauften Weizen war noch etwas niedriger als bei letzten Auktion in der vorigen Woche und lag für die meisten gekauften Partien unterhalb der 200-USD-Marke (181,5 Euro/t). Das war auch der Hauptgrund für den Preisdruck an den Terminmärkten, denn an den US-Exporthäfen lagen die Exportpreise am gleichen Tag für Weizen der Sorte Soft-Red-Winter bei 235 USD/t (212 Euro) und für proteinreichen Hard Red Winter sogar bei 249 USD/t (226 Euro).
 
Exportpreise sind weiter gefallen
Die fob-Preise für den gekauften Weizen lagen für die vier gekauften Partien zwischen 198,50 USD (180,2 Euro) und 200,25 USD (181,7 Euro) und waren nochmals etwas niedriger als bei der vorigen Auktion vor einer Woche. Einschließlich der Frachtkosten lagen die Einkaufpreise der Ägypter (cif) zwischen 209,4 USD/t (190,0 Euro) und 210,9 USD (191,4 Euro).
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Russland ist am billigsten
Gekauft hat Ägypten diesmal zwei Partien zu 60.000 und 55.000 t Weizen in Russland, zu fob-Preisen von 198,5 USD/t (180,2 Euro) und 199,75 USD/t. (181,3 Euro). Die Frachtkosten für die beiden russischen Partien lagen bei zwischen 9,68 USD/t und 12,30 USD/t. Damit bewegten sich die Endpreise (cif) zwischen 209,43 USD (190,0 Euro) und 210,8 USD (191,3 Euro).
 
Rumänien auch wettbewerbsfähig
Gekauft wurden außerdem zwei Partien zu je 60.000 t Weizen in Rumänien zu fob-Preisen von 199,75 USD/t und 200,25 USD/t. Die Frachtkosten am rumänischen Schwarzmeerhafen Constanta lagen bei 10,65 USD, so dass der Gesamtpreis am Ende bei 210,40 USD (191 Euro) und bei 210,90 USD (191,4 Euro) lag.
 
Russland liefert am meisten Weizen
Insgesamt hat Ägypten in diesem Wirtschaftsjahr ab 01. Juli schon 475.000 t Weizen gekauft. Davon kamen 235.000 t aus Russland, 180.000 t aus Rumänien und 60.000 t aus der Ukraine.
 
Dr. Olaf Zinke
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