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Analyse

Russland drückt auf die globalen Weizenpreise

von , am
06.05.2015

Massiver Preisdruck ging am globalen Weizenmarkt am Dienstag dieser Woche von einer Auktion des weltweit größten Weizenimporteurs Ägypten aus.

© B. Schweiger
 
Massiver Preisdruck ging am globalen Weizenmarkt am Dienstag dieser Woche von einer Auktion des weltweit größten Weizenimporteurs Ägypten aus. Auf der Auktion erhielten Russland und Rumänien einen Zuschlag für die Lieferung von jeweils 60.000 t Weizen nach Ägypten. Vereinbarter Lieferzeitraum ist der 16te bis 25te Juni. Mitgeboten hatten neben Russland und Rumänien auch Frankreich, Polen und die USA.
 
Weltmarktpreise sind kräftig gefallen
Der Durchschnittpreis für den von Ägypten gekauften Weizen (einschließlich Frachtkosten) lag diesmal bei 205,76 USD/t (183,7 Euro/t) und war im Vergleich zur vorigen Auktion vom 20. April mit 221,39 USD (197,6 Euro) rund 15,6 USD/t niedriger. Ende Februar hatten die Auktionspreise sogar noch bei 241,50 USD (216 Euro) gelegen und damit gut 35,75 USD oder 15 % höher.
Insgesamt haben die Ägypter damit im laufenden Wirtschaftsjahr ab dem 1. Juli 2014 bereits 4,575 Mio. t Weizen über Exportausschreibungen gekauft. Davon kamen bisher 2,04 Mio. t bzw. 45 % aus Frankreich, 1,14 Mio. t aus Rumänien, 885.000 t aus Russland, 345.000 t aus den USA sowie 165.000 t aus der Ukraine.
 
Russland drückt auf die Weizenpreise
Einen Zuschlag für die Lieferung von 60.000 t Weizen hat bei der aktuellen Auktion Russland erhalten. Der Preis für den gekauften russischen Weizen lag ohne Frachtkosten (fob) nur noch bei 194,22 USD/t (173 Euro). Die russischen Frachtkosten wurden mit 9,4 USD/t angegeben. Bei der vorigen Auktion am 20. April lag der Preis für den gekauften russischen Weizen ohne Frachtkosten (fob) noch bei 212,50 USD/t (190 Euro) und  war damit 18,25 USD/t höher.
Nach Händlerangaben lagen bei der aktuellen Auktion insgesamt 9 Angebote aus Russland vor. Außerdem hat Russlands Landwirtschaftsminister diese Woche angekündigt, die derzeit geltenden Exportzölle für Weizen möglicherweise schon ab dem 15. Mai abzuschaffen. Ab dem neuen Wirtschaftsjahr (ab Juli) sollen dann flexible Exportzölle gelten.
 
Rumänien etwas teurer als Russland
Ebenfalls einen Zuschlag für die Lieferung von 60.000 t Weizen erhielt  Rumänien. Der Preis für den gekauften rumänischen Weizen lag ohne Frachtkosten (fob) bei 199,5 USD/t (178 Euro) und damit 5,30 USD höher als bei dem russischen Angebot. Die rumänischen Frachtkosten wurden mit 8,40 USD/t angegeben und damit 1,0 USD niedriger als die russischen Frachtkosten. Bei der vorigen Auktion am 20. April lag der Preis für den gekauften rumänischen Weizen ohne Frachtkosten (fob) noch bei 213,99 USD/t (191 Euro) und war damit 14,49 USD/t höher. 
 
Weizen aus USA war billiger als aus Frankreich
Mitgeboten hatten diesmal auch die USA und Frankreich. Insgesamt lagen bei der aktuellen Auktion (nach Angaben von Händlern) 17 Angebote vor, davon kamen diesmal allein 9 aus Russland. Bei der vorigen Auktion im April gab es lediglich 3 russische Offerten, von insgesamt 12 Angeboten.
Die Angebotspreise (fob) für den US-Weizen (SRW) lagen bei der aktuellen Auktion nur noch bei 202,8 USD/t (181 Euro) und waren damit niedriger als das günstigste Angebot aus Frankreich mit 206 USD/t (194 Euro). Allerdings sind die Frachtkosten für den Weizen aus den USA mit knapp 21 USD bis 25 USD/t erheblich höher die Frachtkosten aus Frankreich mit 12 USD bis knapp 14 USD/t.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
 
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