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Analyse

Russland: Weizenpreise kräftig gestiegen, Export brummt

von , am
25.03.2014

Am russischen Binnenmarkt sind Preise für Weizen in der letzten Woche um gut 2 % gestiegen. Seit Ende Februar beträgt der Preisanstieg (in Rubel) rund 8 %.

Der Weizenpreis sank nochmal um 2 Euro je Tonne. © Mühlhausen/landpixel
 
In Russland steigen die Weizenpreise. Wie die Analysten der russischen Firma SovEcon berichteten setzte sich der Anstieg die vierte Woche in Folge fort. Gleichzeitig läuft jedoch der Weizenexport Russlands unverändert gut. Nicht nur dass die Russen letzte Woche bei einer Auktion Ägyptens erneut einen Zuschlag erhielten. Auch die Exportstatistik der Russen lässt eine rege Nachfrage und gute Absatzmöglichkeiten für russischen Weizen erkennen.
 
Weizenpreise in drei Wochen um 8 % gestiegen
Am russischen Binnenmarkt sind Preise für Weizen in der letzten Woche um gut 2 % gestiegen. Seit Ende Februar beträgt der Preisanstieg (in Rubel) rund 8 %. Die Analysten von SovEcon ermittelten für Brotweizen der Klasse 3 einen durchschnittlichen Großhandelspreis von umgerechnet 175 Euro (8.725 Rubel). Der Preis für Brotweizen der Klasse 4 lag bei umgerechnet 171 Euro (8.500 Rubel). Futterweizen wurde am russischen Binnenmarkt für umgerechnet 157 Euro (7.800 Rubel) gehandelt.
 
Exportpreise trotzdem wettbewerbsfähig
Bei der ägyptischen Exportauktion am letzten Mittwoch hatte Russland einen Zuschlag über die Lieferung von 60.000 t Weizen erhalten. Der Preis für die russische Lieferung lag einschließlich Fracht (C&F) bei 311,79 USD/t (224,50 Euro). Der fob-Preis wurde mit 299,84 USD (217 Euro) angegeben und die Transportkosten mit 11,95 USD. Bei der vorigen Auktion Ende Februar, hatte der russische Weizen (C&F) zwischen 289,25 USD/t (208 Euro) und 293,1 USD/t (211 Euro) gekostet und damit gut 20 USD/t bzw. knapp 8 % weniger. Trotz des Preisanstiegs war der Weizen aus Russland (einschließlich Fracht) noch immer preiswerter als die Angebote aus Rumänien (313,24 USD), den USA (321,59 USD/t) sowie der günstigste Weizen aus Frankreich (320,5 USD).
 
Schon 14,5 Mio. t Weizen exportiert
Nach offiziellen Angaben hat Russland vom 1. Juli bis 19. März insgesamt 19,786 Mio. t Getreide exportiert. Im Vergleich zum letzten Jahr ist dies eine Zunahme von 40,8 %. Der Anteil von Weizen an Russlands Gesamtausfuhren liegt bei 74 % oder bislang 14,584 Mio. t meldet das russische Landwirtschaftsministerium. In den ersten drei Wochen im März haben die Russen insgesamt 954.000 t Getreide exportiert. Davon waren 503.000 t (53 %) Weizen, 390.000 t Mais und 53.000 t Gerste. Für das gesamte Wirtschaftsjahr bis Juni schätzten Analysten das russische Ausfuhrpotential bei Weizen auf etwa 17,5 Mio. t, was einer noch verbleibenden Ausfuhrmenge von gut 3,0 Mio. t entspricht. Im letzten Jahr exportierten die Russen gerade einmal 11,2 Mio. t Weizen.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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