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Analyse

Russland/Weizen: Gute Weizenernte erlaubt hohe Exporte

von , am
28.05.2014

Die Erwartungen an die neue russische Weizenernte 2014 bleiben optimistisch.

An der Matif notierte der Weizen gestern wieder bei über 170 Euro je Tonne. © hapo/landpixel
 
Die Erwartungen an die neue russische Weizenernte 2014 bleiben optimistisch. Das bestätigt Ende Mai noch einmal das USDA-Büro in Moskau mit einer aktualisierten Prognose. Wie bereits im April geht man von einer ähnlich großen Produktion aus wie im letzten Jahr, wobei Erntefläche im Vergleich zur letzten Schätzung sogar leicht nach oben korrigiert wurde. Grund ist die über den bisherigen Erwartungen liegende Aussaatfläche bei Sommerweizen. Die Exporte erwarten die USDA-Experten auf dem hohen Stand des aktuellen Wirtschaftsjahres 2013/14. Außerdem haben die USDA-Experten die Exportmenge für das zu Ende gehende Wirtschaftsjahr 2013/14 nach oben korrigiert. Grund war die verbesserte Wettbewerbsfähigkeit des russischen Weizens an den Exportmärkten wegen der kräftigen Abwertung des Rubels.
 
Mehr Sommerweizen, weniger Winterweizen
Die Aussaat von Sommerweizen für die neue Ernte erfolgt offenbar auf einer größeren Fläche als bisher gedacht. Nach den derzeitigen Schätzungen soll Sommerweizen in diesem Jahr auf 13,17 Mio. ha angebaut werden. Im Vergleich zum letzten Jahr (12,8 Mio. ah) wäre dies ein Zuwachs von 3,5 % oder fast 0,5 Mio. ha. Bis zum 21. Mai war der Sommerweizen bereits auf 8,1 Mio. ha ausgesät und damit auf eiern 2,7 Mio. ha größeren Fläche als im letzten Jahr zu diesem Termin. Winterweizen hatten die russischen Landwirte im letzten Herbst allerdings nicht auf den zuvor geplanten Flächen aussäen können. Grund waren die lang andauernden Regenfälle, die die Feldarbeiten stark behinderten. Zuletzt ging man von einer 8 % bis 10 % kleineren Aussaatfläche bei Winterweizen aus.
 
Weizenernte etwa so groß wie 2013
Insgesamt unterstellt das USDA-Büro in Russland für 2014 jetzt eine Erntefläche bei Weizen (Sommer und Winterweizen) von 24,0 Mio. ha. Im April war man lediglich von 23,3 Mio. ha. ausgegangen. Im letzten Jahr (2013) hatte die Erntefläche bei 23,3 Mio. ha gelegen und die Aussaatfläche bei 25,0 Mio. ha. Davon wurden auf 12,3 Mio. Winterweizen ausgesät und auf 12,7 Mio. ha Sommerweizen. Die neue russische Weizenernte 2014 wird aucb Ende Mai auf 52,0 Mio. t geschätzt und damit in etwa so groß wie im letzten Jahr (2013) mit 52,1 Mio. t. Der Anteil von Winterweizen an der letzten Ernte (2013) lag wegen der deutlich höheren Erträge bei Winterweizen bei 35,9 Mio. t bzw. bei 69 Prozent und damit bei etwa zwei Dritteln der Produktion. Dagegen steuerte Sommerweizen 2013 mit 16,1 Mio. t knapp ein Drittel zur russischen Weizenproduktion bei.
 
Exporte auch in der neuen Saison hoch
Den Export erwarten die USDA-Analysten für das neue Wirtschaftsjahr mit 18,0 Mio. t und damit ähnlich groß wie im laufenden Wirtschaftsjahr mit 18,3 Mio. t. Im April hatten die USDA-Experten den russischen Export für das neue Wirtschaftsjahr noch auf 17,5 Mio. t und damit etwas kleiner. Ursache für den Anstieg ist unter anderem die Abwertung der russischen Währung, was die Wettbewerbsfähigkeit des russischen Weizens am Weltmarkt (trotz der steigenden Preise am Binnenmarkt) verbessert hat. Das bestätigen auch die laufenden Exportdaten. Im Zeitraum vom 1. Juli bis Ende April hat Russland bereits 16,97 Mio. t Weizen exportiert. Im Wirtschaftsjahr 2012/13 exportierten die Russen insgesamt nur 11,3 Mio. t Weizen.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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